Wirtschaftsthemen

Notizen über Wirtschaft und Finanzsystem

Archive for December, 2005

Sozialgericht Bremen gibt es ja gar nicht

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Diese Seite ist keine offizielle Website des “Sozialgerichts Bremen”. Das “Sozialgericht Bremen” hat nämlich gar keine Homepage und auch keine E-Mail-Adresse.

Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, welches sich nach Gutdünken auch schon mal als Sozialgericht Bremen ausgibt, hat jedoch eine Homepage.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Interessant, auf welche Silvesterscherze norddeutsche Beamte so kommen. Aber für ihren trockenen Humor sind sie ja bekannt.

Update: Danke Martin. Ich habe vor und jetzt auch noch einmal nach meinem Post die Website des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen auf den Kopf gestellt, jedoch alle unterstellten Sozialgerichte ausser Bremen gefunden. Vielleicht weiss ja jemand, auf welcher Rechtsgrundlage das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen sich als Sozialgericht Bremen bezeichnen darf.

(via Patrick)

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Written by Frank Kerkau

December 31st, 2005 at 3:40 pm

Posted in Medien

Elegante Lösung: Deutschland muss einfacher werden

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Ökonom der Universität Münster will mit dem Prinzip Einfachheit zurück zum Erfolg

“Deutschland muss einfacher werden”, meint Prof. Dr. Ulrich van Suntum von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. In seinem “Masterplan Deutschland”, der Anfang 2006 als Buch erscheint, gibt der Volkswirt die Richtung an: “Mit dem Prinzip Einfachheit zurück zum Erfolg”. [...] Klare und einfache Prinzipien sollen an die Stelle des “unüberschaubaren Regelungsdschungels” treten, der heute im Steuerrecht, im Arbeitsrecht und bei den Sozialversicherungen vorherrsche.

Meine Rede! Und wenn das Schule macht, schaffen sicher auch die staatlichen Selbsthilfegruppen hier und da den Quantensprung.

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Written by Frank Kerkau

December 29th, 2005 at 7:29 pm

Posted in Politik

Wir sind von Geburt an süss

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Zucker ist besser als sein Ruf

Offensichtlich gibt es keinen “guten” oder “schlechten” Zucker. Das fand kürzlich die Zeitschrift natur+kosmos heraus. Durch die Evolution geprägt (Süsses ist geniessbar), sei es demnach unserem Organismus egal in welcher Form wir Zucker aufnehmen. Ob als Saccharose, Dextrose, Laevulose, Maltose, Laktose oder Fruktose, Zucker bleibt Zucker, auch in so genannten “Zuckerfreien Produkten”. Der gesündere Rohrzucker sei ebenfalls ein Märchen. Des Weiteren gibt es bislang keine stichhaltigen Beweise, dass übermässiger Genuss von Zucker Diabetes verursacht. Das Problem für unsere Zähne ist jedoch, wenn der Zucker durch klebrige Speisen – zum Beispiel Honig – längere Zeit an ihnen haftet.

Written by Frank Kerkau

December 29th, 2005 at 4:09 pm

Posted in Forschung

Bilder: Makro-Aufnahmen von Schneeflocken und Eiskristallen

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Alles ist weiss, endlich Winter, aber wie sieht eigentlich eine Schneeflocke aus? Für alle Neugierigen gibt’s hier sehr schöne Bilder von Schneeflocken und Eiskristallen in erstaunlicher Vergrösserung.

(via Patrick)

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Written by Frank Kerkau

December 29th, 2005 at 2:51 pm

Posted in Forschung

Der neue Stern von Europa – Hochpräzises europäisches Satelliten-Navigationssystem "Galileo" startet durch

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Erster Galileo-Satellit “GIOVE-A” erfolgreich abgehoben

Köln/Baikonur – Am heutigen 28. Dezember 2005 startete um 6:19 Uhr MEZ der erste Galileo-Testsatellit GIOVE A erfolgreich vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur. Eine Soyuz-Rakete trug den 530 Kilogramm schweren Satelliten auf seine rund 23.000 Kilometer hohe Umlaufbahn. Ab Mitte Januar 2006 soll der Satellit Navigationssignale zur Erde senden.

Mit GIOVE-A, dem ersten von zwei Testsatelliten, startet die Weltraumerprobung des hochpräzisen europäischen Satelliten-Navigationssystems Galileo, das im Gegensatz zum amerikanischen GPS-System zivil ausgerichtet ist und dessen Signale jederzeit verfügbar sein werden. Die Europäische Union (EU) und die Europäische Weltraum¬organisation (ESA) sowie das private Betreiberkonsortium investieren in den nächsten Jahren etwa 3,6 Milliarden Euro in den Aufbau des Navigationssystems, das bis 2011 auf 30 Satelliten anwachsen wird. Prof. Dr. Sigmar Wittig, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Vorsitzender des ESA-Rates, zeigte sich über den reibungslosen Ablauf sehr erfreut: “Der erfolgreiche Start des ersten Galileo-Testsatelliten ist ein wichtiger Schritt für das neue Europa ohne Grenzen: GIOVE bringt das europäische Navigationssystem auf Kurs, eines der größten Vorhaben in der europäischen Raumfahrt. Mit Galileo wird Europa ein ziviles und damit jederzeit verfügbares System für punktgenaue Positions- und hochgenaue Zeitbestimmung erhalten, das großen Nutzen für die Menschen auf der Erde bringt: Von gezielter Verkehrsleitung über Katastrophenmanagement hin zu präziser Düngung in der Landwirtschaft oder vielfältigen Anwendungen in der Freizeit ist Galileo ein absoluter Allrounder. Das Galileo-System wird allen nutzen und viele Arbeitsplätze in neuen High-Tech-Branchen schaffen, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen”, erklärte Wittig.

Quelle: DLR Pressemitteilung

Written by Frank Kerkau

December 28th, 2005 at 4:54 pm

Posted in Forschung

Das Universum wird verhökert

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Nun ist es zwischenzeitlich sicher rum, dass über diverse Anbieter Mondgrundstücke zu erwerben sind. Sicher ist das Zertifikat eine nette Geschenkidee. Nutzlos, aber warum nicht. Romantisch! Neben einer kleinen lauschigen Parzelle (1 qm) ist auch der Grossgrundbesitz (4.000 qm) möglich.

Gemäss moonshop.com ist nach 20 Jahren – solange läuft das Geschäft schon – gerade einmal ein verschwindend geringer Bruchteil der Mondoberfläche verkauft. Die Karte wird in unregelmässigen Abständen aktualisert.

Was steckt dahinter?

Schuld ist eine Gesetzeslücke im “„Outer Space Treaty“” von 1967. Bislang ist ledig die „”Geltendmachung der Souveränität“” durch irdische Staaten untersagt. Von Privatpersonen oder Unternehmen ist keine Rede. Das 1984 in Kraft getretene “Moon Tready” sollte diese Lücke schliessen, jedoch die damalige Sowjetunion und die USA schlugen diese letzte Tür zur eventuell möglichen kommerziellen Nutzung nicht zu. Für andere Planeten unseres Sonnensystems gibt es überhaupt keine Verträge oder gesetzlichen Regelungen.

Was erwartet uns?

Als nächstes stehen Mars und Venus im Prospekt. Aber es geht noch weiter. e-star.de bietet gleich verschiedene Pakete um “seinen Stern” zu taufen.

Für Hardcore-Trekkis gibt’s inzwischen bei Lunar Embassy das first extraterrestrial Internet. Derzeit sind die Top-Level-Domains .ln, .le, .lunar, .moon, .venus, .mars, .jupiter, .saturn, .uranus, .neptune, .pluto und .space verfügbar.

Es bleibt in den nächsten Jahren auf jeden Fall spannend. Während die internationale Staatengemeinschaft noch an Lösungen zur Erforschung und Nutzung unseres Sonnensystems knobelt, ist der Ausverkauf in vollem Gange. Wenn künftig – wie von der NASA geplant – private Raumfahrtunternehmen immer mehr Aufgaben übernehmen, scheint die reale Privatisierung nicht mehr weit. Und wer weiss, wenn die NASA gerade auf Ihrem Mondgrossgrundbesitz Wasser findet, gibt’s vielleicht ein Angebot zum (Rück)kauf.

Foto: moonshop.com

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Written by Frank Kerkau

December 27th, 2005 at 11:25 pm

Posted in Panorama

2 in 1: TV und Video für unterwegs

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Gadgets: DEXATEK präsentiert einen mobilen 7 Zoll TFT-Fernseher

Wer auch unterwegs nicht auf seine tägliche Fernsehsendung oder Lieblings-DVD verzichten möchte, findet mit dem portablen digitalen TV-Gerät DEXATEK I-Tek Combo 7″ den idealen Reise- oder Urlaubsbegleiter. Film- und Fernsehspaß bietet das neue mobile Gerät von DEXATEK Technology unterwegs, im Büro und in der Freizeit.

Die Bedienung des neuen I-Tek Combo 7″ ist kinderleicht. Alle wichtigen Funktionen lassen sich direkt am Gerät steuern, noch bequemer geht es aber mit der mitgelieferten Fernbedienung im Scheckkartenformat.

Das in der Diagonale 7 Zoll (17,78 cm) große TFT Display verfügt über sehr gute Helligkeits- (500 cd/m²) und Kontrastwerte (300:1). Der Betrachtungswinkel des eingesetzten Panels beträgt in horizontaler Sicht 60°/60° und in vertikaler Sicht 40°/60°. Die eingebauten Lautsprecher liefern einen vorzüglichen Klang. Separate Ein- und Ausgänge für Audio und Video, sowie Kopfhörer, erlauben den Anschluss an Fernseher, Heimkino-Anlage und Spielekonsolen. Die Batterielaufzeiten betragen bis zu 3 Stunden.


Im Lieferumfang des I-Tek Combo 7″ sind nachfolgende Artikel enthalten: Bedienungsanleitung, Fernbedienung, AV Kabel, Netzteil, Autoadapter, Autotasche für Rückenlehnenmontage und eine externe DVB-T Antenne mit Magnetfuß. Das digitale portable TV-Gerät DEXATEK I-Tek Combo 7″ ist ab sofort in Deutschland erhältlich. Der empfohlene Endkundenpreis beträgt 239,- Euro inkl. MwSt.

Die wichtigsten Leistungsmerkmale des DEXATEK I-Tek Combo 7″:

* 7 Zoll TFT LCD Bildschirm
* Ultra flacher DVD Player
* DVB-T Tuner Modul 6/7/8 MHz mit automatischen Suchlauf
* Digital Radio Empfänger (DVB-T)
* EPG Elektronischer Programmführer
* Abmessungen 255 x 190 x 33 mm
* Gewicht 940 Gramm ohne Batteriepack

Foto: © DEXATEK

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Written by Frank Kerkau

December 27th, 2005 at 8:43 pm

Posted in IT

Rätsel der Planetenentstehung möglicherweise gelöst

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Orion Nebula, NGC 1976, M42
Astronomen an der Sternwarte der Universität Bonn haben zusammen mit Wiener Kollegen eine Alternative zu bisherigen Modellen der Sternentstehung gefunden. Diese erklärt zum ersten Mal die Entstehung der äußeren Planeten des Sonnensystems in realistischen Zeitskalen.

Nach bisheriger Auffassung entstand unser Sonnensystem vor etwa 4,6 Milliarden Jahren zusammen mit Hunderten weiterer Sterne aus einer riesigen Gas- und Staubwolke, ähnlich dem heutigen Orionnebel, dem “Schwert” des Himmelsjägers. Die Wolke zerfiel in zahlreiche “Knoten”, die wiederum unter ihrer eigenen Schwerkraft zusammenfielen, bis der steigende Druck in ihrem Inneren das nukleare Feuer der Sterne entfachte.

Um viele dieser Sterne, darunter auch unsere Sonne, bildete sich eine Scheibe aus Gas und Staub. Staubteilchen blieben aneinander kleben und formten größere Körner, bis ihre Schwerkraft groß genug wurde, um das umgebende Material wie ein Staubsauger aufzusammeln. Doch ein solcher Prozess dauert für die äußeren Planeten Uranus, Neptun und Pluto zu lange. Nach den derzeitigen Modellen würden etwa hundert Millionen Jahre vergehen, bis sich solche Planeten bilden. Noch mehr Zeit wäre nötig, damit sich “Transplutos”, planetenähnliche Objekte am Rande unseres Sonnensystems wie Sedna und 2003 UB313 (Xena), bilden könnten.

“Soviel Zeit hatten die äußeren Planeten aber gar nicht”, meinen Diplom-Physiker Ingo Thies und Professor Dr. Pavel Kroupa vom Argelander-Institut für Astronomie (AIfA, Abteilung Sternwarte) der Universität Bonn sowie Dr. Christian Theis von der Universität Wien. Denn Beobachtungen junger Sterne zeigen, dass sich die so genannte “protoplanetare” Staubscheibe schon nach wenigen Millionen Jahren komplett auflöst – astronomisch gesehen ein Wimpernschlag. Das Material wird entweder von der starken Ionenstrahlung der jungen Sonne hinaus getragen, von der Ultraviolettstrahlung heißer junger Riesensterne verdampft oder von den Schockwellen explodierender Sterne fortgerissen. “Uranus und Pluto dürften nach solchen Modellen gar nicht existieren”, so die Forscher.

Geburtshelfer im Kreißsaal der Planeten

Mit einem neuen Ansatz glauben die Bonner Wissenschaftler nun der Lösung dieses Rätsels einen großen Schritt näher gekommen zu sein. Die Planeten hatten möglicherweise einen Geburtshelfer: Ein Nachbarstern kam der jungen Sonne mit ihrer Staubscheibe so nahe, dass seine Anziehungskraft den Staubgürtel regelrecht durcheinander wirbelte. Verklumpungen entstanden, die unter ihrer eigenen Schwere zusammenfielen und dabei riesige Wirbel bildeten. In diesen Wirbeln sammelte sich der Staub, etwa wie sich Teekrümel in der Mitte der Tasse sammeln, wenn man den Tee umrührt. Dadurch konnten sich die Staubkrümel viel schneller zu Protoplaneten zusammenballen als in einer ungestörten Scheibe.

Die Entstehungszeit wäre damit kurz genug gewesen, dass sich selbst die äußersten Planeten vor der Zerstörung ihres solaren Kreißsaals hätten bilden können. Computersimulationen, die jetzt in Bonn an einem Hochleistungsrechner durchgeführt wurden, zeigen, dass solche Gravitationsinstabilitäten nicht nur möglich sind, sondern dass die aus ihnen entstehenden Klumpen sogar die richtigen Umlaufbahnen haben. “Ein Neptun oder ein Pluto ist ebenso möglich wie eine Sedna oder ein 2003 UB313″, sagt Thies, wobei er auf zwei der größten bisher gefundenen Objekte jenseits des Neptun verweist.

In den nächsten Jahren wollen die Bonner Astronomen diesen neuen Weg der Planetenbildung mit verfeinerten Methoden und verbesserten Rechnern noch genauer unter die Lupe nehmen.

Foto: NASA / Hubble, Orion Nebel, NGC 1976, M42

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Written by Frank Kerkau

December 27th, 2005 at 7:17 pm

Posted in Forschung

Gehören Eier in die Mikrowelle?

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Einladung zur 5. Langen Nacht der Physik

Kann man Licht hören? Was haben Blitze und Plasmen mit dem Lotuseffekt zu tun? Gehören Eier in die Mikrowelle? Antworten auf diese und andere spannende Fragen geben Greifswalder Wissenschaftler am Donnerstag, dem 12. Januar 2006, ab 18.00 Uhr, im Großen Hörsaal des Instituts für Physik (Domstraße 10 a). Im Rahmen der traditionellen Hochschulinformationstage der Universität Greifswald findet dort bereits zum 5. Mal die “Lange Nacht der Physik” statt (siehe Programm). Dazu sind alle Freunde der Physik recht herzlich eingeladen.

idw

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Written by Frank Kerkau

December 26th, 2005 at 9:52 pm

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McKinsey empfiehlt Milliarden-Investment in frühkindliche Bildung

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McKinsey-Deutschlandchef Jürgen Kluge hat zu erheblichen Anstrengungen im Bereich der frühkindlichen Bildung in Deutschland aufgerufen und für Milliardeninvestitionen in mehr Qualität und Chancengerechtigkeit geworben. In dem Vier-Punkte-Programm, der auf dem McKinsey-Bildungskongress in der Berliner Staatsoper vor rund 400 prominenten Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft vorgestellt wurde, regt McKinsey eine nationale Qualitätsagentur und die verpflichtende Fachhochschulausbildung für Erzieherinnen und Erzieher an. Darüber hinaus werden der Aufbau weiterer Krippenplätze und ein Sonderprogramm für die Betreuung von Kindern und Eltern in sozialen Brennpunkten empfohlen.

Kluge unterstrich die Bedeutung der frühkindlichen Bildung für die schulische Entwicklung. Er plädierte dafür, Kinderkrippen und Kindergärten als Teil des Bildungssystems anzuerkennen und bereits im Vorschulalter spielerisch, aber gezielt mathematisch/naturwissenschaftliche, musische und künstlerische Talente zu fördern. Angesichts der schlechten PISA-Ergebnisse und der demografischen Entwicklung sagte Kluge in Berlin: “Wir haben nicht nur eines der schlechtesten, sondern auch das sozial ungerechteste Bildungssystem in Europa. Wir können es uns nicht mehr leisten, auch nur ein Talent zu verschwenden.”

Bachelor-Abschluss als Voraussetzung

Das McKinsey-Programm zur frühkindlichen Bildung in Deutschland hat ein Volumen von rund 6,5 Mrd. EUR im Jahr. Den Löwenanteil von 2,6 Mrd. EUR jährlich kostet die Qualifizierungsoffensive für Erzieherinnen und Erzieher. Davon entfallen rund 300 Mio. EUR auf den Aufbau eines Weiterbildungscurriculums, das zu Fachhochschulabschlüssen führt, und 2,3 Mrd. EUR auf die notwendige höhere Vergütung des Personals nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung. Sie sieht künftig für alle Berufsneulinge als Voraussetzung den Bachelor-Abschluss vor. Für berufserfahrene Erzieherinnen und Erzieher sollte diese Ausbildung im Rahmen einer kontinuierlichen berufsbegleitenden Weiterbildung ebenfalls zwingend sein, die sich über einen bestimmten Zeitraum erstreckt.

Rund 2,1 Mrd. EUR werden für den Ausbau von Kinderkrippen benötigt. Erreicht werden soll damit, dass mindestens jedes vierte Kind in Deutschland einen Krippenplatz bekommt.

Die vorgeschlagene Qualitätsagentur mit deutschlandweiten Qualitätsstandards für Kinderkrippen und Kindergärten sowie deren regelmäßige Überprüfung wird etwa 200 Mio. EUR jährlich kosten. Das privatwirtschaftliche Institut soll einheitliche Qualitätskriterien definieren und über eine online-basierte Selbstevaluation und etwa 300 externe Qualitätsentwickler für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit der Betreuungsangebote in Kinderkrippen und Kindergärten sorgen. Ziel ist die Zertifizierung solcher Einrichtungen. Dieses Qualitätssiegel wird alle drei Jahre erneuert. In der Bewertung wird auch das Urteil der Kinder und Eltern berücksichtigt. Die Agentur knüpft an das PISA-Modell an. “Es zeigt”, so Kluge, “was Qualitätsmessung und die Transparenz von Ergebnissen in den Köpfen von Politikern und Praktikern bewegen können.

Besseres Angebot für sozial Benachteiligte

Besonderes Augenmerk legt das McKinsey-Programm auf sozial benachteiligte Familien und Kinder ausländischer Eltern. Mit einem Volumen von rund 1,1 Mrd. EUR im Jahr soll vor allem den so genannten bildungsfernen Schichten in sozialen Brennpunkten der Zugang zu Kinderkrippen und Kindergärten erleichtert und das Betreuungsverhältnis verdoppelt werden. Spracherziehung spielt bei diesem Sonderprogramm die wichtigste Rolle. Wegfallen soll in diesem Zusammenhang auch der Essensgeldzuschusses, den Eltern leisten müssen und der jährlich zusätzlich mit 500 Mio. EUR zu Buche schlägt. Damit würde eine weitere Einstiegsbarriere gerade für Familien abgebaut werden, deren Kinder das Bildungsangebot in Krippen und Kindergärten am dringendsten benötigen.

Um die Finanzierung des Programms sicherzustellen, wird vorgeschlagen auf künftige Kindergelderhöhungen zu verzichten, wie sie aktuell diskutiert werden. Auch der Bund solle mehr Verantwortung übernehmen. Vorbild könnten die 4 Mrd. EUR sein, die der Bund den Ländern zum Ausbau von Ganztagesschulen zur Verfügung gestellt habe. Dieses Modell, so McKinsey-Chef Kluge, könne künftig beispielhaft sein für die Aufgabenverteilung zwischen Bund, Ländern und den einzelnen Bildungsträgern: “Der Bund setzt die Standards. Umgesetzt werden sie dann weitgehend dezentral, am besten direkt dort, wo Kinder und junge Menschen ausgebildet werden.”

Trotz der Finanznot öffentlicher Haushalte sind zusätzliche Investitionen in die Kinderbildung für Kluge die wichtigste Investition überhaupt. “Die Zukunft unserer Wissensgesellschaft hängt davon ab, wie wir mit dem Talent unserer Kinder umgehen und wie wir es schaffen, Begabungen unterschiedlichster Ausprägung zu fördern.”

Der Berliner Bildungskongress war der zweite der Initiative McKinsey bildet. Bereits vor drei Jahren stellte die Beratungsfirma ein Programm zur grundlegenden Erneuerung des Bildungssystems in Deutschland vor, das heute zahlreiche Reformen in den Bundesländern kennzeichnet und zusammen mit den ernüchternden PISA-Ergebnissen eine breite Diskussion über den Bildungsstandort Deutschland auslöste. Kernforderung des Programms war das Motto für die Kinderbildung: “Früh investieren statt spät reparieren”.

McKinsey / Pressemitteilung

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Written by Frank Kerkau

December 26th, 2005 at 9:38 pm

Posted in Deutschland

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