Bei diesen nun wirklich schon sehr ehrwürdigen Geldhäusern sollte das Geld tatsächlich sicher sein, wie eben auf einer Bank. Sie haben Jahrhunderte überdauert, Kriegen und Wirtschaftskrisen getrotzt:
Die Bank of Ireland wurde im Jahre 1782 durch das irische Parlament ins Leben gerufen und im Jahre 1783 mit königlicher Urkunde gegründet. Als kommerzielle Bank übernahm sie damals neben dem Anlage- und Kreditgeschäft auch viele Funktionen einer Zentralbank, welche heute die Central Bank of Ireland fortführt. Die Bank of Ireland war eng mit der Hugenotten-Familie la Touche verbunden und ist die älteste Bank Irlands. Ihr Sitz ist in Dublin. (Foto: CC)
Das Bankhaus Van Lanschot Bankiers ist eine niederländische Privatbank und wurde 1737 gegründet. Ihr Sitz befindet sich in ‘s-Hertogenbosch, der Hauptstadt der Provinz Nordbrabant. Van Lanschot’s ist die älteste unabhängige Bank der Niederlande. Ihre Kunden müssen ein Netto-Vermögen von mehr als fünf Millionen Euro mitbringen. Die Bank bietet dafür solides Private Banking, Asset-Management, Business Banking und und Corporate Finance. Ihr Hauptgeschäft ist das Vermögen der Kunden zu wahren und zu vermehren. (Foto: Van Lanschot Bankiers)
1694 wurde die Bank of England aus der Not heraus gegründet. Der Staat brauchte Geld und der schottische Kaufmann William Paterson schlug vor, durch eine Gläubigergemeinschft der Regierung ein Darlehen in Höhe von 1,2 Millionen Pfund mit 8 Prozent Zinsen zu gewähren. Im Gegenzug wollten die Gläubiger das Bankgeschäft betreiben. So startete die Bank of England damals mit 17 Angestellten und zwei Pförtner. Die “Old Lady of Threadneedle Street” sitzt in London und ist heute die Zentralbank des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland. Sie besitzt mehr als 300 Jahre Bankerfahrung. (Foto: public)
Schwedens Zentralbank, Sveriges Riksbank begann ihr Geschäft im Jahre 1668. Ihre Geschichte führt auf Stockholms Banco zurück, welche durch Johan Palmstruch im Jahre 1656 als weltälteste Notenbank gegründet wurde, jedoch in Folge der Emmission zu vieler ungedeckter Banknoten (Überemission) in Schieflage geriet. Am 17. September 1668 überführte man die Bank in die Riksens Ständers Bank und stellte sie unter die Kontrolle des Parlaments. Die Ausgabe von Banknoten wurde der Bank zunächst verboten, aber später wieder in 1701 wieder erlaubt. 1866 erfolgte die Umbenennung in der Bank in Sveriges Riksbank. Sie ist die älteste Zentralbank der Welt. (Foto: public)
Die Wurzeln der Hamburger Berenberg Bank, des Bankhauses Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG führen bis ins Jahr 1590 zurück, als die Brüder Hans und Paul (II) Berenberg in der Hansestadt Tuchandel sowie Import- und Exportgeschäfte betrieben. Die Berenberg Bank ist das älteste Bankhaus Deutschlands. Mit ihrer 400-jährigen Bankerfahrung bietet sie ihren Kunden das gesamte Spektrum des Bankgeschäfts bei aller gebotenen Loyalität und Diskretion eines Privatbankiers. (Foto: Berenberg Bank)
Archive for November, 2008
5 älteste Banken der Welt
Höherer Free-Float in Aktienindizes
Die Deutsche Börse erhöht ab 22. Dezember 2008 den Mindeststreubesitz (Free-Float) der in den Aktienindizes DAX, MDAX, SDAX und TecDAX gelisteten Unternehmen von fünf auf 10 Prozent. Unternehmen, deren Aktien sich zu mehr als 90 Prozent in Festbesitz befinden, werden zwei Handelstage nach der erstmaligen öffentlichen Bekanntgabe des Streubesitzes von weniger als 10 Prozent aus dem entsprechenden Index entfernt. Des Weiteren wird diese Regelung auch auf Optionspositionen ausgeweitet. Zusätzlich wird künftig bei ausserplanmässigen Ereignissen der Free-Float angepasst. Bei laufenden Übernahmen werden auch alle gesetzlich meldepflichtigen Anteile einbezogen, welche sich die übernehmende Gesellschaft gesichert hat.
Die Deutsche Börse wird künftig zeitnah auf Verknappungen von handelbaren Aktien zum Schutze der Anleger und Investoren reagieren.
Insolvenz nach dem Frühstück
Haus weg, Auto weg – wegen ein paar Brötchen
Wenn ein Unternehmer (Bäcker, Mezger, Gastwirt) einen Teil seiner produzierten und zum Verkauf bestimmte Ware selbst verwendet, dann heisst es oft “kostet mich billig, krieg ich zum Einkaufspreis”. Aber geht die Rechnung auf?
Eigenverbrauch zum Einkaufspreis
Ein Bäckermeister und seine Familie gönnen sich jeden Morgen sechs Brötchen aus hauseigener Produktion. Um die Kalkulation zu verschärfen, stellen wir unserem Bäcker zwei Verkäuferinnen ein. Die Personalkosten verteilt der Meister zu gleichen Teilen, also jeder in der Bäckerei bekommt ein Drittel.
Kosten umgelegt pro Brötchen:
- Wareneinkauf: 0,10 Euro
- Herstellung (Energie, Wartung der Produktionsmittel) 0,10 Euro
- Personal: 0,10 Euro
In Summe beträgt der Einstand für ein Brötchen 0,30 Euro. Im Verkauf würde ein Brötchen 0,39 Euro erzielen. Unser Bäckermeister spart sich durch Eigenverbrauch die Gewinnmarge und da er sowieso Brötchen bäckt, spart er sich auch seine eigenen Personal- und extra die Herstellungskosten. Damit wendet er für seine sechs Frühstücksbrötchen nur insgesamt 0,60 Euro (Einkaufspreis) statt den 2,34 Euro auf, die er für Brötchen bei einem Wettbewerber zu zahlen hätte. Der Bäckermeister spart sich also jeden Tag 1,74 Euro?
Gegenrechnung
Unser Bäcker produziert täglich 100 Brötchen. Die Kosten betragen für
- Wareneinkauf 10,00 Euro
- Herstellung (Energie, Wartung der Produktionsmittel): 10,00 Euro
- Personal: 10,00 Euro
Der Gewinn wäre 9,00 Euro. Verkauft er alle Brötchen, nimmt er also (inklusive Gewinn) 39 Euro ein. Unser Bäckermeister entnimmt der Kasse jeden Tag seine ihm zustehenden 3,33 Euro plus seinen Gewinn in Höhe von 9,00 Euro und bezahlt seine Verkäuferinnen mit 6,66 Euro. Am Ende des Monats – wir rechnen mal mit 30 Tagen – müssten sich in der Kasse für
Wareneinkauf 300 Euro + Herstellung 300 Euro = 600 Euro
befinden. Tatsächlich sind es jedoch nur
600 Euro ./. 52,20 Euro = 547,80 Euro.
Am Monatsende wollen nun Waren- sowie Energielieferanten und der Wartungsservice der Produktionsmittel bezahlt werden. Der Bäckermeister muss sich mit 52,20 Euro verschulden. Da der Bäcker seine Buchhaltung etwas vernachlässigt, betragen nach einem Jahr die Schulden schon 626,40 Euro.
Jetzt wollen die Geschäftspartner ihr Geld. Da unser Bäckermeister sich von Einkommen und Gewinn ein Haus baute und eine neues Auto kaufte, ist er nicht zahlungsfähig. Die Gläubiger setzen bei Gericht einen Titel durch und vollstrecken. Der Bäcker verliert sein Haus und sein Auto und alles wegen ein paar Brötchen.
Milliarden-Klagen gegen Porsche, weil Niedersachsen störrisch bleibt
Hedge-Fonds wollen gegen Porsche klagen, weil der Sportwagenhersteller 75 Prozent der VW-Aktien hält und die Anteile dadurch derart knapp sind, dass die Fonds nur zu stark gestiegenden Kursen ihre hochspekulativen Verpflichtungen erfüllen konnten. Dabei wäre die VW-Übernahme längst über die Bühne gegangen und die VW-Aktie vom Markt, wenn das Land Niedersachsen seinen 20-Prozent-Anteil aufgegeben hätte.
Was ist das überhaupt für ein Kapitalismus, in dem jeder irgendwen verklagen kann, nur weil sein eigenes Geschäftsmodell geplatzt ist?
Fonds: Rendite egal, Hauptsache sicher und billig
Über zwei Drittel der Fondsanleger setzen auf geringe Kosten. Fast drei Viertel wollen für ihre Fonds Sicherheit. Das ergab eine Studie von TNS Infratest im Auftrage der Deutschen Börse. Demnach spielten für 63 Prozent der Anleger gute Wachstumaussichten und für nur 49 Prozent gute historische Wertentwicklung eine sehr grosse Rolle. Mehr als die Hälfte der Befragten bevorzugen Investmentfonds mit Rabatt oder ohne Ausgabeaufschlag. Nur sechs Prozent achten darauf nicht.
Beim Handel über die Deutsche Börse könnten Anleger bis zu 70 Prozent der Kosten sparen, teilt das Unternehmen mit. Bei mehr als 3.300 Fonds entfällt der Ausgabeaufschlag. Ab dem 01. Dezember wird der Fondshandel noch günstiger. Die Börse stellt ihn auf Xetra um. Damit entfällt die Maklercourtage und die Spreads schrumpfen.
An der Frankfurter Börse wurden in den ersten drei Quartalen des Jahres 2008 Fondanteile in Höhe von rund 3,8 Milliarden Euro gehandelt.
Im Rahmen der Studie befragte TNS Infratest im November über 500 deutsche Anleger.
Billigkredit – Aber nur für Besserverdienende
Was Verbraucher bei Billigkrediten beachten sollten
Banken locken zu Weihnachten mit günstigen Krediten. Die Citibank zum Beispiel wirbt auf ihrer Website mit einem effektiven Jahreszins von nur 3,99 Prozent. Eine Fussnote klärt auf. Der günstige Zinsatz ist von Laufzeit, Bonität und dem Zeitpunkt der ersten Rate abhängig. Wenn man dem Citi-Online-Rechner glauben darf, dann muss der Kunde seinen Kredit unter folgenden Mindestvoraussetzungen beantragen, um die 3,99 Prozent eff. Zins zu bekommen:
- Kreditlaufzeit: maximal 12 Monate
- Netto-Einkommen: monatlich 4.000 Euro oder höher
- Zahlung der erste Rate: nach 89 Tagen
- keine Zusatzkosten, wie z.B. Restschuldversicherung.
Gemäss Finanztest ist das jedoch noch nicht alles. So müsste der Kunde zudem einen festen Arbeitsplatz haben und in guter Lage wohnen.
Wobei der Effektivzins allein nicht als Entscheidungshilfe dienen sollte. Die monatliche Rate muss für den Kreditkunden tragbar sein und kann über eine längere Kreditaufzeit reduziert werden. Das erhöht natürlich den Gesamtbetrag, welchen der Kreditnehmer zurückzahlen muss. Und hier heisst es aufpassen. Die Zinssätze steigen nicht kontinuierlich mit der Laufzeit. Sie schwanken. Daher sollten sich Verbraucher immer mehrere Berechnungsbeispiele mit verschiedenen Laufzeiten ansehen und dann zwischen dem Gesamtrückzahlungsbetrag und ihrer monatlichen Belastung abwägen.
Timesharing: Mehr Schutz für Urlauber
Verbraucher erhalten künftig mehr Schutz beim Kauf, Tausch und Wiederverkauf von Ferienwohnrechten. Die im Oktober durch die Europäische Kommission neu verabschiedete Timesharing-Richtline erweitert die schon für Ferien-Immobilien geltenden Regelungen auch auf andere Urlaubsprodukte.
Timesharing ist ein Nutzungsrecht an einer Immobilie. Der Kunde erhält damit das Recht zum Beispiel eine Ferienwohnung pro Jahr während eines bestimmten Zeitraumes (mehrere Wochen) zu nutzen. Innerhalb eines Timesharing-Pools oder zwischen Partnern kann dieses Nutzungsrecht getauscht werden, so dass die Urlauber Erholungszeit und -ort flexibel wählen können. Timesharing ist ein Wachstumsmarkt und in vielen Ländern Europas sehr beliebt.
Die Richtlinie von 1994 schützte bislang nur Timesharing-Kunden durch
- Anspruch auf schriftliche Informationen vor Vertragsabschluss
- ein mindestens 10-tägiges Rücktrittsrecht
- Verbot der Entgegennahme von Anzahlungen und Kautionen innerhalb der Widerrufsfrist.
Die neue Richtline vereinfacht nun die Rahmenbestimmungen und regelt künftig den
- Kauf
- Wiederverkauf
- Tausch
von Timesharing sowie weiterer längerfristiger Urlaubsangebote. So schliesst die neue EU-Vorschrift auch:
- Veträge mit einer Laufzeit von weniger als drei Jahren
- Mobilien (z.B. Hausboot, Kreuzfahrtschiff)
- Verbot irreführender Preisnachlässe und Einmalvorauszahlungen bei langfristigen Urlaubsprodukten (z.B. Discout Holiday Clubs)
- Gebühren bei Wiederverkauf von Teilnutzungsrechten
- Gebühren bei Timesharing-Tauschbörsen
- Informationspflichten
mit ein.
Somit gewährt die EU-Kommossion gleiches Recht für alle und legt hoffentlich den schwarzen Schafen der Branche endlich das Handwerk.
Foto: Steve Woods / SXC
Kaupthing Edge: Deutsche Einlagen sind sicher
Eine gute Nachricht:
“Die deutschen Kunden werden ihre Einlagen vollständig zurückerhalten.”
meldet das Bundesfinanzministerium. Wann die betroffenen Sparer ihr Geld kommen ist jedoch zunächst unklar.
Die Kaupthing Bank Deutschland als unselbständige Niederlassung unterliegt der Finanzaufsicht und der Einlagensicherung Islands. Was bedeutet, dass die Garantie der Bundesregierung vom 05. Oktober 2008 für die Guthaben deutscher Kunden bei der Kaupthing-Bank zunächst nicht gilt. Jedoch werden Bundesregierung und internationale Partner Island mit einem Kredit zu Hilfe eilen, um seine Einlagensicherung auch für deutsche Kunden zu gewährleisten.
(BMF)
GM: Faste oder Du fliegst!
Jeder zehnte Opel-Mitarbeiter könnte gehen
Der insolvenznahe US-Autobauer General Motors (GM) fordert von Opel die Senkung der Arbeitskosten um mindestens 10 Prozent, meldet Welt Online. Mit anderen Worten: Die Belegschaft hat die Wahl. Entweder sie verzichtet auf 10 Prozent ihres Gehalts oder jeder zehnte Opel-Mitarbeiter wird entlassen.
Eine bittere Pille, die noch nicht einmal Wirkung verspricht. Denn GM hat ausser Sparen kein Sanierungskonzept, wie der peinliche Auftritt von Chef Wagoner – angereist im Firmenjet – vor dem US-Senat zeigte. Für die Angestellten von Opel bedeutet ein Gehaltsverzicht aber auch, bei Insolvenz die Veringerung ihres Arbeitslosengeldes. Dies für einen Arbeitgeber ohne tragfähiges Geschäftsmodell zu riskieren, verlangt sehr viel Optimismus.
Foto: Sakb Jasowki / SXC
Rezession: Inflation im freien Fall
Die Verbraucherpreise purzeln. Für den November 2008 erwartet das Statistische Bundesamt (Destatis) einen Preisanstieg um 1,4 Prozent gegenüber November 2007. Im Oktober waren es noch 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Grund sind die stark rückläufigen Kosten für Mineralölprodukte. In einigen Ländern fielen die Kraftstoffpreise innehalb von nur vier Wochen um bis zu 10 Prozent. Noch dramatischer ist der Preisverfall bei Heizöl. Hier gab es Preisrückgänge um bis zu 13 Prozent gegenüber Oktober 2008.
Die endgültigen Zahlen für November 2008 sollen am 17. Dezember vorliegen.
(ots)