Wirtschaftsthemen

Notizen über Wirtschaft und Finanzsystem

Archive for March, 2009

Droht FC Bayern die Insolvenz?

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Ja, ist denn schon wieder Weihnachten?! Uli Hoeneß fordert Sippenhaft der Deutschen für seinen Profi-Fussball. 2,00 Euro soll jeder der 37 Millionen Haushalte berappen, pro Monat. Der Betrag sei “doch nicht die Welt”, meint der Fussball-Manager, berichtet Bild.

Mit der Zwangsumlage scheint Hoeneß nicht so sehr den deutschen Fussball insgesamt finanzieren zu wollen, sondern mehr seine persönlichen Ambitionen, mit dem FC Bayern München die Champions League zu holen. Gegenüber dem Sport-Informations-Dienst (sid) liess der Macher dann die Katze aus dem Sack. So befürchtet er Gewinneinbussen im Rahmen der Wirtschaftskrise. Wenn Fans kein Geld mehr für Besuche der Stadien haben und sich Pay-TV Premiere nicht leisten können, müsste halt der Staat die Gemeinschaft zwingen, den millionenschweren Vereinen ihre Siege zu erkaufen. So ist es doch Uli, oder?

Er gehört auf Hartz-IV gesetzt. Wollen doch mal sehen, ob 2,00 Euro pro Monat dann immer noch “nicht die Welt” sind.

Written by Frank Kerkau

March 16th, 2009 at 6:54 pm

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HRE: 3,5 Millionen Euro für Georg Funke – Wieso das denn?

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Georg Funke als ehemaliger Vorstandsvorsitzende der Hypo Real Estate (HRE) verlangt sein Recht – 3,5 Millionen Euro, meldet das Handelsblatt. Für so viel Geld muss ein normaler Arbeiter verdammt lange für malochen. Wieso darf Herr Funke so viel Geld haben?

Montag morgen – 8.30 Uhr. Noch etwas schläfrig blinzel ich in meinen PC. Auf meinem Schreibtisch liegen ein paar Fotos und eine Rechnung. 2,7 Millionen Euro sollen bis 11.00 Uhr telegrafisch an eine Baufirma überwiesen sein. 2,7 Millionen, das wäre für die Oma da unten am Schalter ‘ne Menge Holz. Für mich sind es Peanuts. Bankalltag, ich habe mich an solche Beträge längst gewöhnt. Azubis beginnen mit 50 Euro, wenn sie das erste Mal für einen Kunden am Schalter eine Überweisung ausfüllen. Klettern sie auf der Karriereleiter nach oben, steigen auch die Beträge und die Verantwortung. Bei mir sind es nun 2,7 Millionen Euro. Geld welches mir nicht gehört, ja nicht einmal der Bank gehört. Es ist eine Auszahlung eines Bauträgerkredites. Abzeichnen oder erst Mama anrufen? So viel Geld! Der Betreuer hat auf der Rechnung schon sein “ok” gegeben. Jetzt liegt’s an mir, in meiner Macht, in meiner Verantwortung. Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, auch meiner. Wenn ich die Zahlung blockiere, bekommt der Arbeiter auf der Baustelle kein Geld, Lieferanten droht vielleicht die Insolvenz. Zahle ich, dann ist das Geld draussen. Sollte etwas am Bau schief gehen, ist es unser Risiko, mit dem morgen die Boulevard-Presse die öffentliche Stimmung anheizt, gegen die Banken und mich. Ich bin pragmatisch. Emotionen sind hier fehl am Platz. Ordner raus. Was sagt der Kreditvertrag? Nur der zählt. Eigentlich bräuchte ich nicht nachschauen. Ich habe den Kredit genehmigt. Als Risikomanager überwache ich ihn bis zur vollständigen Rückzahlung. Ich kenne jedes Detail, jeden meiner Kunden persönlich und ihre Wehwehchen. Trotzdem, Checkliste! Alles im grünen Bereich. Sicherheiten stehen, Auflagen sind erfüllt. Baufortschritt und Abverkauf passen. Ich war selbst draussen. Der Kunde hat mir alles gezeigt. Die Bauleistung ist erbracht, der Betrag fällig und die Baufirma hat ein Recht auf ihr Geld. Also Haken dran und weg damit. Ich habe noch weitere Kunden, die Geld brauchen. Sekunden später sind die 2,7 Millionen Euro bei der Empfängerbank. Jetzt gibt’s kein zurück und ich kann trotzdem ruhig schlafen.

Das ist Bankalltag. Der Arbeiter im Maschinenbau oder der Flugzeugbauer hat mit ähnlichen Werten zu tun. Nur, meist weiss er es nicht. Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben und mit ihnen seine Verantwortung. Mit der Verantwortung steigt das Gehalt. Angebot und Nachfrage. Wer gute Leute haben will, muss zahlen. Wie viel bestimmt der Markt. Wie viel steht auch im Arbeitsvertrag, beim Azubi wie beim Bankvorstand. Mag sein, dass der Azubi sein Geld dringender braucht als der Chef. Aber der Arbeitsvertrag bestimmt die Regeln. Wann wird wie viel an wen gezahlt? Mit der Vergütung ist es wie mit der Verantwortung. Die Karriereleiter rauf und beides steigt. Der Markt regelt das. Für Vorstände gibt’s keine Gewerkschaft, keinen Tarifvertrag, keine Stechuhr und kein Wochenende. Oh ja, schicke Villa, toller Schlitten! Millionenschwere Geschäftspartner überzeugt man eben nicht in einer Wohnung im Plattenbau und im Anzug aus dem Discounter. Die Kosten laufen, wie beim Azubi auch, nur halt auf höherem Level.

Kein Arbeiter, kein Angestellter käme auf die Idee auf seinen Leistungsbonus oder seine Gehaltserhöhung freiwillig zu verzichten, nur weil vielleicht ein Verwandter oder ein Kollege weniger erhält oder der Chef gerade mal wenig Arbeit hat. Warum dann Bankvorstände? Nur weil es der Boulevard-Presse gerade in den Kram passt? Nö, ‘nen Teufel würd ich tun. Und guckt in den Spiegel! Ich möchte den Samariter sehen, der freiwillig auf 3,5 Mille verzichtet.

Written by Frank Kerkau

March 16th, 2009 at 3:58 am

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Künftig weniger Zinsen auf Bausparguthaben oder höhere Zinsen für Bauspardarlehen?

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Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen fordert, die Bauspakassen sollen Vermittlungsprovisionen für Bausparverträge aus der Zinsmarge bezahlen, statt Abschlussgebühren für Bausparverträge zu erheben. Ein Vertragsabschluss sei keine Dienstleistung. Die Bausparkassen verweisen auf ihre durch die BaFin genehmigten Bausparbedingungen und bislang haben sie die Justiz auf ihrer Seite (Landgericht Heilbronn, AZ.: 6 O 341/08). Kämen die Verbraucherschützer mit ihrer Forderung durch, dann müssten künftig die Bausparkassen, um ihr Neugeschäft zu erhalten, die Zinsmarge um die Abschlussgebühr erhöhen. Letztlich würde der Bausparkunde trotzdem die Kosten tragen, sie aber nicht mehr nachvollziehen können. Ist das weise?

Written by Frank Kerkau

March 13th, 2009 at 10:01 am

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“Neutral und unabhängig” – ARD als Partner der Deutschen Bank?

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Die ARD verlinkt das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) in ihrem Plusminus-Artikel “Wie Riester-Berater reihenweise durchfallen” gemeinsam mit dem Bundesfinanzministerium und dem Hessischen Finanzministerium. Ein deutsches Institut also, das suggeriert dem ahnungslosen Aussenstehenden eine wissenschaftliche und unabhängige durch öffentliche Gelder geförderte Forschungseinrichtung. Auch das DIA verspricht auf seiner Website Neutralität und Unabhängkeit “von den Marketing- und Verkaufsaktivitäten seiner Gesellschafter”. Ist das glaubhaft?

Über der Unabhängigkeitserklärung des DIA sind die Gesellschafter des Instituts aufgeführt und verlinkt:

  • Deutsche Bank AG
  • Deutsche Bank Bauspar AG,
  • DWS Investment GmbH und
  • Deutscher Herold AG.

Dass die Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG “nur” Kooperationspartner ist, spielt dabei nur noch eine untergeordnete Rolle.

Unter der Unabhängigkeitserklärung des DIA liest man unter anderem die Namen zweier wichtiger Akteure des Institutes und ihre Funktionen. Die privatwirtschaftlichen Verbindungen fehlen:

Werner Janzen, DIA-Geschäftsführer, war zumindest bis Mai 2008 noch Produktmanager der Deutschen Bank Privat- und Geschäftskunden AG.

Bernd Katzenstein, Sprecher der Gesellschaft, ist in seiner “Freizeit” als Chefredakteur vom MLP-Forum tätig, der Kundenzeitschrift des Finanzdienstleisters MLP AG.

Im DIA-Impressum stösst man dann noch auf Geschäftsführer Karl-Heinz Buchholz – mindestens bis Juli 2007 Vertriebsleiter der Deutschen Bank AG.

Ob das alles der Plusminus-Redaktion bekannt ist?

Written by Frank Kerkau

March 13th, 2009 at 8:09 am

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RTL mahnt DSDS-News ab

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Nach drei Jahren Duldung geht RTL gegen die inoffizielle SEO-Fan-Seite “DSDS-News” vor und will auch gleich deren Domain übernehmen. So eine Frechheit aber auch. Hätte der Sender doch gleich sagen können, dass er die Rechte besitzt und sie gerne selbst vermarkten möchte.

Dabei hat RTL eigentlich nichts gegen private Fan-Seiten, wie der Sender gegenüber Basic Thinking mitteilte. Wobei die Betonung auf “privat” liegt. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack. Bisher hatte RTL im Web 2.0 vermutlich wenig Glück. Clipfish.de scheint ebenso wenig rund zu laufen, wie das DSDS-Angebot auf der hauseigenen Website. Offenbar hat der einst grösste Unterhaltungssender Europas – Oder ist er das noch? – seine Zielgruppe im Internet vernachlässigt. Nun will er vermutlich aggressiv seinen Markt zurück, wie die gegenüber “DSDS-News” gesetzte Frist von nur zwei Werktagen für Erfüllung der Auflagen vermuten lässt.

Mit RTL bin schon länger nicht mehr zufrieden. In den 70er und 80er Jahren ging auf deren “vier fröhlichen Wellen” richtig die Post ab. Heutzutage wirkt das Programm, egal ob TV oder Radio, eher langweilig. Also da ist wieder Steigerungspotenzial vorhanden.

Written by Frank Kerkau

March 12th, 2009 at 11:41 am

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HRE: Staatsbürgschaften ohne Steuergelder?

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Gerade in Rahmen der Rettung der Hypo Real Estate (HRE) versichern Politiker immer wieder, dass der Staat zwar bürgt, jedoch keinesfalls Steuergelder fliessen. Was ist wirklich dran?

Eine Bürgschaft ist eine sogenannte Eventualverbindlichkeit. Sie ist streng akzessorisch, also an ein Grundgeschäft gebunden. Und sie ist, wenn der Begünstigte (Gläubiger) nicht ganz blauäugig war, selbstschuldnerisch (Verzicht auf Einreden), unwiderruflich, unbefristet und gilt auf erstes Anfordern. Der Bürge kommt aus seiner Bürgschaft nur dann wieder heraus, wenn

  • das Grundgeschäft entfällt, also der Vertrag erfüllt wurde,
  • die Bürgschaft befristet war (In der Regel wird die Bürgschaft dann jedoch vor Ablauf gezogen, auch wenn der Schaden noch nicht eingetreten ist, sich aber schon abzeichnet.),
  • der Bürge zahlt oder
  • die Höhe des verbürgten Betrages sittenwidrig wäre, also ein Vielfaches des Vermögens des Bürgen beträgt

und der Bürge seine Bürgschaftsurkunde zurück erhält. Das riskante für den Bürgen ist, dass er auf die Geschicke des Hauptschuldners keinen Einfluss hat, wenn es sich nicht gerade um Gesellschafter/Geschäftsführer und seine Firma handelt.

Beispiel
Bank A soll Bank B einen Kredit gewähren. Bank A zweifelt jedoch an der Bonität von Bank B und verlangt eine staatliche Garantie (Bürgschaft). Der Staat springt ein und bürgt für Bank B. Da Bank A als Gläubigerin keine Bedingungen akzeptiert, die Bürgschaft unwiderruflich ausgestellt und unbefristet sein soll, ist der Staat nur noch Passagier. Er muss darauf vertrauen, dass Bank B als Hauptschuldnerin ihren Verpflichtungen nachkommt. Kann sie das nicht, dann wird Bank A den Kredit fällig stellen, die Zwangsvollstreckung betreiben und für eventuelle Restforderungen die Bürgschaft ziehen. Der Staat muss zahlen. Punkt!

In der Regel gibt der Staat sogenannte Ausfallbürgschaften und haftet für lediglich den tatsächlich entstandenen Schaden.

Letztlich bliebe der Politik nur die Hoffnung, dass bei der HRE alles gut geht. Das scheint jedoch niemand mehr zu glauben, denn sonst gäbe es keine Bestrebungen die Bank unter staatliche Kontrolle zu bringen. Wobei sich dadurch noch nichts an der Situation ändern würde. Als Aktiengesellschaft haftet die HRE nur mit ihrem Grundkapital. Die Staatsgarantien müssten bestehen bleiben und irgendwer sollte den Verein wieder marktfähig machen, was die eigentliche Herausforderung darstellt.

Written by Frank Kerkau

March 11th, 2009 at 1:41 pm

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Wolfram Alpha vs Google?

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Wird Google ab Mai 2009 seinen Meister gefunden haben? Dann nämlich soll Wolfram Apha zum Leben erweckt werden. Online ist das Ding schon und kein geringerer als Physiker Stephen Wolfram hat’s erfunden, ein – ja was eigentlich? – man könnte “Es” als Online-Computer mit Wissensdatenbank, der Fragen präzise und ausführlich beantwortet, bezeichnen. Wobei die Datenbank durch Wolframs Team mit geprüften Informationen aus zuverlässigen Quellen gefüttert wurde. Relativ trivial dürfte die Frage “Was ist was?” ausfallen. Definitionen von Begriffen – Wer hatte eigentlich den Unsinn “Begrifflichkeiten” erfunden? – können andere Datenbanken auch beantworten, ohne eine Frage formulieren zu müssen. Interessanter wäre da schon, zu fragen: “Worin besteht der Sinn des Lebens?” Ob Wolfram Alpha auch die berühmte Antwort “42″ ermittelt? An eine direkt Konkurrenz zur Suchmaschine Google glaube ich nicht. Zum einen, weil Google automatisch das gesamte Web crawlt und somit aktueller sein dürfte. Zum anderen will der Nutzer bei Suchabfragen oft nicht nur EINE oder DIE erschöpfende Antwort, sondern auch weitere Meinungen und Veröffentlichungen haben. Denn Wissenschaft ist ständig in Bewegung. In meinen Augen ist Wolfram Alpha zunächst nur eine – wenn vielleicht auch geniale – Spielerei. Ernst würde es, wenn ein Computer beginnt, aus den Daten des Internets neues Wissen zu generieren, Daten abzugleichen, zu korrigieren und die ersten Fertigungsaufträge – für was auch immer – an Firmen zu erteilen. Wenn ein Computer also eine Art Eigenleben entwickelt und Antworten auf Fragen sucht, die der Mensch sich noch nicht einmal gestellt hat. Aber warten wir’s ab. Mal sehen was das “Ding” wirklich kann.

Written by Frank Kerkau

March 11th, 2009 at 11:12 am

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Künftig mit Karte und Kompass durch den Finanzdschungel?

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Bei der Finanzberatung ging es bisher um Bedürfnisse, die der Kunde (noch) nicht hat, um Verschweigen von Informationen, die den Vertrieb erschweren und um knallharten Verkauf von Produkten, die der Kunde nicht braucht. Jetzt sollen Checkliste, Finanz-Routenplaner und Protokolle die Beratungsqualität steigern und Anlegern die Richtung weisen. Die Bundesregierung als Pfadfinder für Kunden, die nicht wissen, was sie wollen?

Beratungsprotokolle sind nichts neues. Finanzberater kalkulieren zudem schon immer Steuervorteile oder staatliche Subventionen aufgrund kompliziertester Gesetze, die kein normaler Mensch versteht. Renommierte Finanzvertriebe nutzen dies schon länger als Marketinginstrument. Zunächst werden Ziele und Wünsche geweckt und die finanzielle Situation aufgenommen. Eine kostenpflichtige “Analyse” wirft dann jedoch immer dieselben Produkte aus – Lebensversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung und Unfallversicherung. Alle samt auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten. Die Analyse suggeriert Seriosität. Durch den kleinen Obolus dafür, sitzt der Kunde schon im Boot. Wer steigt gerne aus, wenn er schon Geld investiert hat? Letztlich sind Kundenwünsche und -ziele nur wichtig, um eine gewisse Begierde zu wecken. Der Weg dahin ist egal. Ein guter Verkäufer – und Finanzberater sind in der Regel Spitzenverkäufer – wird immer Argumente finden, um sein Produkt seinem Kunden schmackhaft zu machen. Dabei geht es um Verkaufstaktiken und Dialektik – die Kunst jemanden übers Ohr zu hauen.

Beispiel Kapitallebensversicherung
Viele glauben, dass eine kapitalbildende Lebensversicherung (LV) nur eine langfristige renditearme Geldanlage ist. Der clevere Finanzberater wird dem Kunden jedoch die Augen öffnen. Eine LV kann viel mehr und ist dabei noch unglaublich flexibel. Mit der Kapitallebensversicherung bekommt der Kunde ein rundum Sorglos-Paket:

  • sichere Geldanlage, vorrangig in Pfandbriefen
  • starke Rendite durch Gewinnbeteiligung und Beitragsdynamik
  • Top-Altersvorsorge
  • täglich verfügbar durch ihre Beleihungsfähigkeit
  • Einsatz als Eigenkapital oder Tilgung für eine Baufinanzierung
  • Steuervorteil
  • Absicherung der Familie.

Ist das nicht toll? Die Standardlebensversicherung als “Eier legende Wollmilchsau”. Wer hätte das gedacht? Sobald der Berater nach Vertragsabschluss wieder in seine Luxuskarosse steigt, lässt er einen rundherum glücklichen Kunden zurück, der nun alle seine Wünsche im Leben in Erfüllung gehen sieht. Was dem Kunden verborgen bleibt:

  • Prämien der ersten beiden Jahre wandern in die Taschen von Versicherer und Vermittler.
  • Die Beleihung kostet zusätzlich Zinsen.
  • Lebensversicherung als Tilgungsersatz, belastet Liquidität und füttert die Bank mit Zinsen.
  • Die starke Rendite finanziert der Kunde durch jährlich steigende Beiträge, was dem Vermittler zusätzlich Folgeprovisionen bringt.

Das ist Vertrieb. Wichtig ist der Nutzen für den Kunden, nicht die Kosten. Ich halte einen Finanz-Routenplaner grundsätzlich für sinnvoll. Er kann dem Anleger sicher seine Gedanken ordnen. Der Routenplaner wird jedoch in dem Moment wirkungslos, sobald der erste Vertriebsprofi an der Haustür klingelt, ein Asset-Manager beginnt, durch Financial Engineering diverse Finanzinstrumente zu kombinieren oder der Bankberater einen Vertriebsauftrag für ein bestimmtes Produkt hat. Sie alle werden immer eine Versorgungslücke beim Kunden erwecken, Ängste schüren oder die Gefahr eines drohenden Totalverlusts herunter schwatzen, um genau ihr Produkt zu platzieren. Auch wird der Routenplaner dem Kunden keinesfalls seine Gier nehmen und durch Gier wird die Rendite selbst zum Anlageziel, auch wenn Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) es gerne anders hätte. Und das faszinierende an Dialektik ist, dass der über den Tisch gezogene, es erst merkt, wenn es längst zu spät ist.

Aber warten wir mal auf die Checkliste. Ich bin gespannt!

Written by Frank Kerkau

March 11th, 2009 at 9:38 am

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Opel-Rettung kostet sechsfachen GM-Börsenwert!

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Am Freitag war der gesamte Konzernverbund von General Motors (GM) mit Mann und Maus den Anlegern ganze 702 Millionen Euro wert (Marktkapitalisierung). Für die Rettung der Tochter Opel verlangen die GM-Manager inzwischen mal eben 4 Milliarden Euro. Die Patente liegen gemäss Spiegel beim US-Finanzministerium und – wie Focus meldet – hatte Opel in Deutschland nie Steuern gezahlt, denn die Gewinne flossen in die USA. Jetzt soll der deutsche Steuerzahler nach Willen von Roland Koch (CDU) und Kurt Beck (SPD) diese leere Betriebsgesellschaft mit dem Sechsfachen des gesamten Konzernwertes finanzieren? Was wollen die für Sicherheiten bieten?

Dann gebt lieber jedem der 26.000 Opelaner in Deutschland 150.000 Euro in die Hand. Dann bleibt das Geld bei uns und ist nutzbringender angelegt.

Written by Frank Kerkau

March 8th, 2009 at 5:39 am

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HRE-Aktionäre – Recht auf Schadensersatz?

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Im Bericht der Hypo Real Estate über das 2. Quartal 2008 finden sich Aussagen bezüglich Liquiditätssteuerung und Refinanzierung, die offenbar nicht der finanziellen Situation der HRE und der Depfa zum Berichtszeitpunkt entsprechen. Die Prüfer der BaFin wiesen schon im ersten Quartal 2008 auf riskante kurzfristige Refinanzierungen bei der Depfa hin.

Von der Auswertung der BaFin konnten die Aktionäre nichts wissen. Was sie aber sehr wohl wussten, ist, dass ihr Unternehmen über Jahre hinweg mit einer Eigenkapitalquote von nur 2 Prozent wirtschaftete und dass diese mit der Depfa-Übernahme trotz Kapitalerhöhung sogar auf nur noch 1,5 Prozent sank. Da können Vorstand und Wirtschaftsprüfer im Lagebericht schreiben, was sie wollen. Bei solch niedrigem Eigenkapital stellt sich mir die Frage, ob die HRE-Aktie nicht eher eine Spekulation als ein vernünftiges Investment war. Hinzu kommt, dass die Aktionäre durch Dividenausschüttungen die Stärkung ihres Unternehmens verhinderten. Sich jetzt hinzustellen und irgendwen auf Schadensersatz für Kursverluste verklagen zu wollen, halte ich für sehr mutig. Bezeichnend ist, dass die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) selbst in Krisenzeiten von Dividendenverzicht nichts wissen will und Kapitalerhöhungen kritisch betrachtet, wie FTD berichtet.

Written by Frank Kerkau

March 7th, 2009 at 5:31 pm

Posted in Börse

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