Wirtschaftsthemen

Notizen über Wirtschaft und Finanzsystem

Archive for April, 2009

Dividende, Eigenkapital und Bilanz

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Warum schwächen Dividendenzahlungen ein Unternehmen?

Geschäftsberichte enthalten neben wunderschönen Bildern und Grafiken, viel Text und die Gewinn- und Verlust-Rechnung (GuV) sowie die Bilanz.

In der GuV werden vom Umsatz die Kosten abgezogen, noch ein paar Zahlen gedreht und damit das Ergebnis, der Jahresüberschuss oder der Jahresfehlbetrag ermittelt. Dieser fliesst in die Bilanz ein.

Im Folgenden beziehe ich mich auf die Bilanzgliederung nach § 266 HGB. Eine Bilanz erzählt uns vom Vermögen (Aktiva) eines Unternehmens und wie es finanziert ist (Passiva). Sie hätte nicht ihren Namen, wenn nicht beide Seiten (Aktiva / Passiva) unter dem Strich die gleiche Bilanzsumme ausweisen müssten.

Nehmen wir an, unsere Firma erwirtschaftete Gewinn. Den sollten wir auf beiden Seiten sehen können. Zunächst suchen wir in den Aktiva und sollten ihn – wenn vom Unternehmen nicht angelegt – noch unter der Position IV. des Umlaufvermögens “Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks” finden. In den Passiva suchen wir nach Eigenkapital und entdecken dort unseren Jahresüberschuss unter Position V. “Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag”. Vergleichen wir mit dem Vorjahr, so hat sich unser Eigenkapital um genau diesen Betrag erhöht, wenn es keine weiteren Veränderungen in der Bilanz gab. Toll!

Nun werden Geschäftsberichte in der Regel zum Jahresende mit Stichtag 31. Dezember erstellt. Soll der gesamte Unternehmensgewinn als Dividende ausgeschüttet werden, erfolgt dies nach Beschluss der Anteilseigner im darauf folgenden Geschäftsjahr, also nach dem Bilanz-Stichtag. Mit der Ausschüttung verringern sich die Aktiva (Das Geld wird ausgegeben.), also müssen auch die Passiva um genau diesen Betrag kleiner werden. Der “Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag” wird reduziert. Das Eigenkapital sinkt.

Erwirtschaftete unser Unternehmen einen Verlust, so geht der zu Lasten der Aktiva. Seine Kosten muss das Unternehmen ja bezahlen. Damit die Bilanz aber stimmt, wird der Verlust auch vom Eigenkapital abgezogen und darunter ausgewiesen. Das Eigenkapital sinkt.

Soll nun trotzdem Dividende gezahlt werden, muss das Unternehmen tiefer in seine Tasche greifen, Positionen in den Aktiva verkaufen und vom Erlös die Anteilseigner bezahlen. Damit die Bilanz wieder stimmt, müssen in den Passiva Gewinnrücklagen aufgelöst werden. Das Eigenkapital sinkt weiter.

Sind die Gewinnrücklagen aufgebraucht, könnte das Unternehmen Kredit aufnehmen, um sein restliches Vermögen in den Aktiva und das Eigenkapital, welches jetzt nur noch aus dem “gezeichneten Kapital” besteht, in den Passiva zu schonen. Was passiert in der Bilanz? Die Kreditauszahlung wird in den Aktiva an Position IV. des Umlaufvermögens “Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks” gebucht. Auf der Passiv-Seite erscheint sie unter Verbindlichkeiten Position 2. “Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten”. Die Bilanz stimmt. Das Eigenkapital bleibt konstant, aber Vermögen und Verbindlichkeiten wurden aufgebaut.

Werden jetzt die Anteilseigner ausgezahlt, dann verringern sich die Aktiva. Um die Passiva ebenfalls zu reduzieren, muss das Unternehmen gegebenenfalls einen “Nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag” ausweisen. Streng genommen wandert das Eigenkapital als positiver Betrag auf die Seite der Aktiva. Die Verbindlichkeiten sind nun nicht mehr durch Vermögen gedeckt. Eine Unterbilanz ist entstanden.

Überschuldet ist das Unternehmen jedoch nicht. Für die Verbindlichkeiten könnten stille Reserven, die Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen oder der Staat haften.

Anteilseigner, ob Aktionäre, GmbH-Gesellschafter oder andere Teilhaber, erzielen also nur Gewinne, wenn diese ihr Unternehmen auch erwirtschaftet. Andernfalls ziehen sie lediglich Kapital aus der Firma heraus und schwächen ihr eigenes Unternehmen.

Written by Frank Kerkau

April 28th, 2009 at 7:28 pm

Dividende auch in Krisenzeiten?

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Aktionäre sind schon ein seltsames Völkchen. Sie investieren ihr Geld in Unternehmen, die sie nicht kennen, kassieren Dividenden, die nicht erwirtschaftet wurden, zahlen ihren Vorständen Boni, die diese nicht verdienen, wundern sich dann über die Insolvenz und verklagen ihre eigene Firma auf Ersatz eines Schadens, den sie als Anteilseigner selbst verschuldet haben.

Hanno Beck hat für die FAZ einen wunderbaren Artikel geschrieben, warum auch in Krisenzeiten Dividenden zu zahlen sind. Darauf möchte ich mit einem noch wunderbareren Artikel antworten, warum Dividenzahlungen gerade in Krisenzeiten falsch sind. Dabei beziehe ich mich auf Unternehmen, die in der Krise wirtschaftliche Probleme haben. Dass solide geführte Firmen trotz Gewinnausschüttungen sogar in einer Krise nicht in Schieflage geraten, soll es geben – siehe “Deutschlands beste Aktien der letzten 10 Jahre”. Leider sind sie die Ausnahme.

Beck argumentiert, dass Dividenden sein müssen, um den Kapitalmarkt bei Laune zu halten. Aktionäre müssten für ihr eingegangenes Risiko entlohnt werden und überhaupt gibt niemand Geld, ohne dafür Zinsen zu verlangen. Das klingt auf den ersten Blick logisch. Aber Aktien sind in der Regel weder Verbrauchsgüter, noch Junk-Bonds und Investoren müssen schon gar nicht das Risiko eines Totalverlusts eingehen, nur um angemessene Renditen zu erzielen.

Der Sinn eines Investments

  • Warum investieren wir? Um Geld zu verdienen!
  • Wollen wir dabei unser Vermögen verlieren? Nein!
  • Sind Dividendenzahlungen nach Verlusten also richtig? Nein!
  • Warum? Weil sie unsere Firma schwächen!
  • Warum? Weil der Firmenwert sinkt!
  • Weshalb? Weil das Eigenkapital verbraucht wird!

Genauso ist das! Aus Becks Logik würde folgen, je größer die Schieflage unseres Unternehmens, um so höher unser Risiko und um so höher müsste die Dividende sein. Dies würde wiederum unser Risiko erhöhen und eine noch höhere Dividende rechtfertigen. Das ideale Investment wäre also eine Insolvenz.

Die Sache mit der Risiko-Verzinsung

  • Was verlangen Gläubiger bei hohe Risiken? Hohe Zinsen!
  • Wer muss die bezahlen? Wir!
  • Wollen wir das? Nein!
  • Sind Risiken also gut für uns? Nein, nicht gut!
  • Woher stammen unsere Risiken? Weil unser Unternehmen zu wenig Eigenkapital besitzt!
  • Warum? Weil wir trotz Verlusten Dividende kassierten!
  • Wieso? Weil wir Geld verdienen wollten!

Will sich unser in Schieflage geratenes Unternehmen nun Geld beschaffen, könnten wir eine Kapitalerhöhung durchführen. Gemäss Beck wäre das kein Problem, da unsere Firma ja ihre satten Verluste den Aktionären vergütet. Da jedoch unser Aktien-Kurs durch den geringen Unternehmenswert gesunken ist und zudem der Kapitalmarkt in Krisenzeiten eh schlechte Laune hat, macht das wenig Sinn. Wollen wir Kredit aufnehmen, fragen uns die Banken nach unserem Eigenkapital. Wenn die feststellen – und das werden sie -, dass wir unsere Firma verprasst haben, geben auch sie uns kein Geld oder nur zu sehr teuren Konditionen mit strengen Auflagen. Letzte Möglichkeit wäre da noch, eine Anleihe zu platzieren. Aber auch die müssten wir teuer bezahlen.

Wir können uns nun drehen und winden, wie wir wollen und werden einsichtig:
Nicht verdiente Dividenden halten vielleicht kurzfristig die Aktionäre bei Laune. Langfristig wird ein Unternehmen dabei ausgehöhlt, verliert an Wert, das Vermögen der Aktionäre löst sich in Luft auf und das schöne Investment war für die Katz.

Zuletzt noch die Sache mit der Rendite
Rendite kennzeichnet den Erfolg einer Kapitalanlage. Sie setzt sich aus Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen zusammen. Aha! Wenn wir also strategisch entscheiden und unsere Dividende in Krisenzeiten in der Firma belassen, erhalten wir ihren Wert, stützen den Aktien-Kurs, bleiben in der Gunst unserer Gläubiger und schützen uns vor Insolvenz, was wiederum unserem Vermögen gut tut. Nebenbei sichern wir auch noch Arbeitsplätze, was den sozialen Frieden fördert.

Written by Frank Kerkau

April 28th, 2009 at 5:12 pm

DDR-Schulsystem – Ein Exportschlager aus dem Osten!

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Von 1949 bis 1989 flüchteten drei Millionen Bürger aus der ehemaligen DDR in den Westen. Jenseits der Mauer waren die im Osten ausgebildeten Facharbeiter, Ärzte und Ingenieure herzlich willkommen. Ein Blick in die Klassenzimmer der Polytechnischen Oberschulen belegt: Kinder in der DDR mussten hart pauken, erhielten dafür solides Wissen und wurden beim Lernen von Mitschülern, Lehrern und Erziehern tatkräftig unterstützt.

Oliver Michalsky erklärt in seinem Artikel “Vom DDR-Schulsystem lernen?” für WELT ONLINE das Bildungssystem der DDR bar jeder Ideologie. Selber in der DDR aufgewachsen schildert er das leistungsorientierte Lernen von der ersten bis zur 10. Klasse und geht dabei auf gemeinsames Erledigen der Hausaufgaben im Kinderhort, das wettbewerbsfördernde und transparente Benotungssystem, die Disziplin im Unterricht und auch auf die Vorteile eines einheitlichen Schulsystems bei Wohnort- und Schulwechsel ein. Dabei kritisiert er Missstände in heutigen deutschen Lehrplänen, fordert altersgerechten Lernstoff bei klaren Anforderungen an die Kinder und zeigt an Beispielen, wie besseres Lernen möglich ist. Ein lesenswerter Artikel!

Oliver Michalsky ist seit 01. April 2008 stellvertretender Chefredakteur von WELT ONLINE.

Written by Frank Kerkau

April 27th, 2009 at 5:13 am

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Eigenkapitalrendite – Ein Tanz auf dem Vulkan

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Die Deutsche Bank hat nach Aussage ihres Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann im ersten Quartal dieses Jahres wieder ihr langfristiges Ziel von 25 Prozent Eigenkapitalrendite erreicht. Wirtschaftsthemen erklärt das Spiel mit dem Feuer:

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann freut sich wieder einmal über 25 Prozent Eigenkapitalrendite, meldet die Süddeutsche Zeitung. Politiker sind entsetzt und sehen darin ein falsches Signal für die Kreditwirtschaft. Warum ist Ackermanns Strategie für die Deutsche Bank im Besonderen und für Unternehmen allgemein riskant?

Die Formel

Eigenkapitalrentabilität oder auch Eigenkapitalrendite (in %) = Gewinn / Eigenkapital x 100

Aus der Formel ergeben sich zwei simple Wege die Eigenkapitalrendite zu beeinflussen – über den Gewinn und über das Eigenkapital selbst. Die Eigenkapitalrendite steigt mit zunehmenden Überschüssen oder abnehmender Eigenkapitalausstattung, also Schwächung des Unternehmens. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Wichtig ist ebenfalls, wie die Gewinnsteigerung erreicht wurde.

Eine gefährliche Strategie mit dramatische Folgen

Will der Unternehmer die Eigenkapitalrendite effizient steigern, muss er sein Eigenkapital konstant halten oder senken. Ist er halbwegs vernünftig und hält es konstant, kann der Gewinn zunächst durch Erhöhung der Effektivität (Rationalisierung), also Senkung der Kosten gesteigert werden. Doch Mensch und Produktionsmittel kommen dabei irgendwann an ihre Grenzen. Soll der Gewinn weiter steigen, geht das nur noch durch Geschäftsausweitung (Expansion) mit Hilfe von Fremdkapital. Dabei kommt es zu einem Hebel-Effekt (Leverage-Effekt) ähnlich dem, der schon viele Börsianer mit ihren auf Kredit gekauften Aktien um ihr Geld gebracht hat. Für Unternehmen und Aktionäre ist dieser Effekt in soweit interessant, dass mit geringstem Einsatz an eigenen Mitteln maximale Profite erzielt werden können. Diese Form der Gewinn-Maximierung erfolgt jedoch trotz oder vielmehr gerade durch Dividenden-Ausschüttungen langfristig auf Kosten der Gläubiger und Aktionäre. Denn der Substanzwert des Unternehmens sinkt durch relative Abnahme der Eigenmittel im Verhältnis zu Geschäftsvolumen und Schulden in Verbindung mit Abschreibungen auf die Produktionsmittel. Dem hat das Unternehmen nur noch seinen Ertrag entgegenzusetzen. Sobald jedoch durch Markteinbrüche auch die Gewinne sinken oder gar Verluste erwirtschaftet werden, kehrt sich der Hebel um, weil die Schulden bleiben und Verluste das Eigenkapital reduzieren. Die Talfahrt gewinnt an Dynamik.

Was folgt daraus?

Ein so geschwächtes Unternehmen ist anfällig gegenüber Markteinbrüchen. Dabei verlieren Aktionäre und Gläubiger stetig ihr Vermögen und Geschäftspartner das Vertrauen. Das unternehmerische Risiko wird auf die Fremdkapitalgeber abgewälzt. Ist eine solche Firma mit anderen wirtschaftlich verbunden und verflochten, so breitet sich das einzelne Risiko wie eine Kettenreaktion auf andere aus. Eine einzelne Insolvenz hätte dramatische Folgen. Wir können das gerade sehr schön an den Finanzmärkten beobachten.

Saubere Unternehmensstrategie

Eine Ausrichtung der Geschäftsstrategie auf die Maximierung der Eigenkapitalrendite birgt extrem hohe Risiken für alle Marktteilnehmer. Sie macht zudem abhängig von Gläubigern. Sauber geführte Unternehmen unterstützen ihr Wachstum mit Erhöhung der Einlagen ihrer Anteilseigner und durch Verwendung der Gewinne zur Stärkung der Eigenkapitalausstattung. Denn was nützen hohe Dividenden, wenn im Gegenzug die Aktie ins Bodenlose fällt?

Foto: Pam Roth / SXC

Written by Frank Kerkau

April 26th, 2009 at 9:26 pm

Israel in EU und NATO?

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Das hätte einige Vorteile. Zum Beispiel entfiele die Ausfuhrgenemigung für Waffen und wir könnten im Bündnisfall unbürokratisch und schnell helfen.

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman hatte gegenüber der “Kleinen Zeitung” geäußert, ein EU-Beitritt wäre eine Option. Gemäß einer Umfrage sei die Mehrheit der Israelis für einen Betritt zu EU und NATO.

Written by Frank Kerkau

April 25th, 2009 at 9:23 pm

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Baufinanzierung: Leistungsmindernd oder Laufzeit verkürzend?

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Sind Sie während der Kreditlaufzeit irgendwie zu Geld gekommen (Lotto-Gewinn, Erbschaft, Schenkung, Leistungsbonus, Abfindung) und wollen Ihren Kredit teilweise am besten zum Ende der Festschreibungszeit oder mit einer planmäßigen Sondertilgung zurückführen, dann wird Sie ein seriöser Bankberater fragen: “Leistungsmindernd oder Laufzeit verkürzend?”.

“Leistungsmindernd” bedeutet geringere Darlehensraten. Die Laufzeit und Finanzierungskosten bleiben gleich.

“Laufzeit verkürzend” bedeutet gleiche Darlehensraten, damit gleiche Belastung aber kürzere Laufzeit, schnellere Entschuldung und geringere Finanzierungskosten.

Die Darlehensraten zu senken, macht dabei nur Sinn, wenn es in der Vergangenheit zu Liquiditätsengpässen kam.

Soll die Rückzahlung während der Zinsfestschreibung erfolgen, dann wäre eine mögliche Vorfälligkeitsentschädigung mit zu kalkulieren.

Steht eine Konditionenanpassung (Zinsanpassung) ins Haus, dann sollte eine mögliche Zinsersparnis in Tilgung umgewandelt werden, was ebenfalls die Darlehenslaufzeit verkürzt, die Finanzierungskosten senkt und somit bares Geld spart.

Written by Frank Kerkau

April 24th, 2009 at 4:05 am

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Baufinanzierung: Tilgungsdarlehen oder Annuitätendarlehen?

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Bei einem Tilgungsdarlehen zahlt der Kunde einen konstanten Tilgungsanteil und mit abnehmender Restschuld sinkt der Zinsanteil. Beim Annuitätendarlehen bleibt die Darlehensrate während der Festschreibungszeit konstant. Der Tilgungsanteil steigt stetig durch den sinkenden Zinsanteil. Welche Darlehensart ist unser Favorit?
 

Was bietet uns das Tilgungsdarlehen?

  • sinkende Belastung
  • steigender finanzieller Freiraum
  • langsame Entschuldung
  • langsamer Netto-Vermögensaufbau
  • längere Kreditlaufzeit
  • hohe Finanzierungskosten

Was bietet uns das Annuitätendarlehen?

  • langfristige Kostensicherheit
  • konstante Belastung
  • schnellere Entschuldung
  • schnellerer Netto-Vermögensaufbau
  • kürzere Kreditlaufzeit
  • niedrige Finanzierungskosten

Die Vorteile des Annuitätendarlehens liegen auf der Hand. Einzig der zunehmende finanzielle Freiraum beim Tilgungsdarlehen wäre zu diskutieren. Wenn wir unser so Erspartes anderweitig ausgeben, dann bekommen wir ein Problem, sobald die Zinsen steigen oder unser Arbeitsplatz in Gefahr ist. Legen wir das Geld an, erhalten wir weniger Zinsen als wir für die Baufinanzierung bezahlen und mit der Zinsdifferenz füttern wir nur die Bank. Also auch keine gute Lösung. Die einzig sinnvolle Variante wäre, das Ersparte zur Tilgung unserer Baufinanzierung einzusetzen. Aber wann? Natürlich am liebsten sofort, denn wir wollen Finanzierungskosten sparen und schnell von den Schulden runter. Womit wir wieder beim Annuitätendarlehen wären.

Written by Frank Kerkau

April 24th, 2009 at 3:26 am

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Finanzkrise: Wie US-Banken sich reich bilanzieren

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Goldman Sachs schreibt im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008/2009 ein Netto-Gewinn von 1,66 Milliarden US-Dollar. JPMorgan Chase verdiente im ersten Quartal dieses Jahres 2,1 Milliarden US-Dollar. Die Citigroup weist im selben Zeitraum zwar immer noch einen Verlust in Höhe von 966 Millionen US-Dollar aus. Der ist jedoch geringer, als von Analysten erwartet. Auch die Bank of America glänzt mit einem Quartals-Gewinn von 2,8 Milliarden US-Dollar.

Grund sind die neuen Bilanzierungsregeln, welche es den US-Banken erlauben, ihre toxischen Papiere nach eigenem Gustus am Markt vorbei zu bewerten. Das Financial Accounting Standards Board (FASB) hatte auf eine Lockerung gedrängt, da sonst die Milliarden-Abschreibungen – oder besser Wertberichtigungen – kein Ende nehmen. Dabei weiss jeder vernünftige Kaufmann: Was am Markt nicht verkaufbar ist, hat allenfalls einen ideellen jedoch keinen realen Marktwert. Der Wunsch, dass vielleicht irgendwann in ferner Zukunft wieder ein Markt für diese Papiere entstehen möge, ist dabei reine Spekulation. Die neuen Regeln haben zwei nette Effekte. Zum einen stellen die Papiere nun wieder Vermögen dar, was sich in einer Bilanz immer positiv auswirkt. Zum anderen entfallen GuV-wirksame Abschreibungen, was – wie wir gerade sehen – positiv für das Ergebnis ist. Das Risiko aber bleibt und zum Super-Gau kommt es spätestens dann, wenn die Papiere fällig werden.

Nun würde ein vernünftiger Kaufmann hergehen und die Gewinne im Unternehmen halten, die Eigenkapitalbasis stärken und Risikovorsorge treffen. Was aber machen unsere US-Banken? Sie schütten Dividenden an Aktionäre aus und wollen ihre Schulden beim Staat auf einen Schlag zurückzahlen. Ist das Weise?

Written by Frank Kerkau

April 23rd, 2009 at 6:11 pm

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Zigarettenpreise steigen – So viel Tabaksteuer verdient der Staat am Raucher

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Das Gerücht geisterte schon seit Wochen durch die Medien. Jetzt ist es amtlich: Die Zigarettenpreise steigen und zwar ab Juni um 20 Cent je Packung, meldet n-tv. Künftig kostet also ein Päckchen Marlboro 4,20 Euro oder ein Päckchen West 4,00 Euro.

Daran verdient der Staat kräftig mit. Obwohl die Anzahl der Raucher ständig sinkt, explodierten die Steuereinnhamen aus Tabakkonsum seit 1990 von 8,9 Milliarden Euro auf 14 Milliarden im Jahre 2008. Rund 77 Prozent des Preises einer Zigarette entfällt auf die Tabaksteuer. Die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent kommt noch oben drauf. Während 2006 noch 4,2 Milliarden Euro aus der Tabaksteuer – wie unter Rot-Grün geplant – an die Krankenkassen flossen, gehen die Einnahmen unter Schwarz-Rot mittlerweile komplett an den Bund, der damit allerlei Zeuch finanziert, wie zum Beispiel landwirtschaftliche Brennereien, Eurofighter oder den Afghanistan-Einsatz.

n-tv/bund/rauchfrei.de

Written by Frank Kerkau

April 22nd, 2009 at 6:01 pm

Posted in Steuern

Steuer-Tricks – So will die SPD uns schröpfen!

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In ihrem Wahlprogramm plant die SPD die Senkung des Eingangssteuersatzes von 14 Prozent auf 10 Prozent und die Erhöhung des Spitzensteuersatzes von 45 Prozent auf 47 Prozent bei einer Einkommensgrenze in Höhe von 125,000 Euro. Die Berechnung des Bundes der Steuerzahler belegt: Geringverdiener haben davon nichts. Krisengeplagte Unternehmer jedoch müssen blechen.

Nach Berücksichtigung der Pauschbeträge (Werbungskosten, Vorsorgeaufwendungen und Sonderausgaben) und ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer würde demnach ein lediger Arbeitnehmer bei einem Jahres-Brutto-Gehalt von 13.000 Euro lediglich um 4,50 Euro pro Monat entlastet. Bei einem Jahres-Brutto in Höhe von 25.000 Euro beträgt die Entlastung gerade einmal 9,00 Euro pro Monat.

Der Skandal: Ledige Alleinerziehende trifft es am schlimmsten. So müsste eine alleinerziehende Mutter mit 30.000 Euro Brutto mindestens 5.000 Euro im Jahr mehr verdienen, um auf genau dieselbe Entlastung von 9,00 Euro pro Monat zu kommen, wie ihr lediger Kollege ohne Kinder.

Eine Familie mit zwei Kindern, in der beide Eltern zu gleichen Teilen jeweils 20.000 Euro Brutto im Jahr verdienen, erhält nach Wunsch der SPD mit 18,00 Euro pro Monat genauso viel, als hätte sie keine Kinder. Ist das Sozial?

Eine Unternehmerfamilie, die Arbeitsplätze schafft, mit ihrem Privatvermögen für Investitionen haftet, ohne Kinder ist und in der ein Partner 300.000 Euro Brutto und der andere 200.000 Euro Brutto im Jahr verdient, zahlt heute schon 188.106 Euro Steuern. Aber der SPD genügt das nicht. Die Familie soll künftig weitere 11.618 Euro drauflegen und trotzdem Arbeitsplätze sichern und investieren. Der weniger Verdienende würde also ausschliesslich für den Staat arbeiten. Wie lange wird der das tun?

BdSt

Written by Frank Kerkau

April 22nd, 2009 at 12:31 am

Posted in Deutschland

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