Giroguthaben, Festgeld, Tagesgeld, Termingeld oder Sparbuch – sie alle gehören zu den sogenannten Bankeinlagen, für die eine Bank mit ihrer Bonität gerade steht. Der Kunde konnte in der Vergangenheit darauf vertrauen, dass sein Geld bei einer Bank sicher und gut aufgehoben war. Seit der Finanzkrise ist das anders. Am besten ist, wir helfen uns selbst.
Die Finanzkrise hat die Bankenlandschaft in zwei Lager gespalten – das der gewissenlosen Global Player (Grossbanken) und das Lager der solide wirtschaftenden Institute (Sparkassen, Volksbanken).
Dabei sind viele Grossbanken nicht etwa allein durch Krise, Verflechtung, miserables Risikomanagement oder mangelnde Bankenaufsicht in Schieflage geraten bzw. Pleite gegangen, sondern nicht zuletzt auch durch ihre äusserst geringe Eigenkapitaldecke, die mit jedem neuen operativen Verlust in Verbindung mit horrenden Bonuszahlungen und Dividenden-Ausschüttungen weiter schrumpft. Die meisten angeschlagenen Banken werden so nur noch durch Kapitalflüsse von Staat und Zentralbanken künstlich am Leben gehalten. Einen echten Substanzwert als Sicherheit für Sparer gibt es nicht. Den Schutz der Guthaben soll zwar die Einlagensicherung übernehmen, jedoch liegt dem wiederum das haftende Eigenkapital zugrunde. Gemäss Bankenverband sollten bis zu 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals pro Anleger als Sicherheit dienen. Sollte das wirtschaftliche Eigenkapital jedoch ins Negative kippen, ist diese Sicherung keinen Pfifferling wert. Die Sicherungsgrenze für Privatanleger, Personengesellschaften und kleine Kapitalgesellschaften liegt bei 50.000 Euro. Guthaben darüber hinaus sind nicht gesichert.
Dagegen hilft auch nicht die mündliche medienwirksame Zusicherung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), denn eine Rechtsgrundlage hat die derzeitige Bundesregierung bis dato nicht geschaffen. Am 27. September sind Wahlen. Dass die nachfolgende Regierung zu Merkels Aussage steht, kann man nur hoffen. Sicher ist auch das nicht.
MaRisk für Sparer und Anleger
Wie sollten sich Sparer und Anleger nun verhalten? Wer Guthaben über 50.000 Euro bei einer Grossbank hält, kommt künftig nicht umhin, wie ein Investor zu agieren. Er muss Geschäftsberichte und Bank-Bilanzen lesen und sein Vermögen zwecks Risiko-Streuung verteilen (Diversifikation). Er muss sich sogenannte Banken-Limits setzen, wie es Geldinstitute untereinander auch tun. Wobei das Guthaben pro Konzernverbund einen Betrag von 50.000 Euro nicht überschreiten sollte. Zudem stellen Banken mit globaler Abhängigkeit von internationalen Finanzmärkten und ausgeprägter Vorliebe für Investmentbanking für uns ein erhöhtes Risiko dar.
Beispiel
Wir wollen 150.000 Euro als Festgeld anlegen.
Falsch!
50.000 Euro bei Deutsche Bank, 50.000 Euro bei Postbank und 50.000 Euro bei Deutsche Bank 24. Sie gehören alle zu einem Konzernverbund und sind wirtschaftlich voneinander abhängig.
Richtig!
50.000 Euro bei Deutsche Bank, 50.000 Euro bei Hypovereinsbank, 50.000 Euro bei Commerzbank. Hier handelt es sich um drei verschiedene wirtschaftlich voneinander unabhängige Unternehmen.
Sparkassen und Volksbanken als solide Anlage-Alternative
Sparkassen waren nicht am grossen Finanz-Casino beteiligt. Ihre Einlagensicherung umfasst drei Stufen:
- Regionale Stützungsfonds der Sparkassen
- Sicherungsreserve der Landesbanken
- Überregionaler Ausgleich.
Diese drei Stufen sichern – anders als die Einlagensicherung der Grossbanken – 100 Prozent unseres Guthabens.
Volksbanken hielten sich ebenfalls aus dem Wall Street-Casino raus und bieten wie die Sparkassen 100-prozentigen Schutz für unser Geld ohne betragliche Begrenzung.
Ausländische Banken
Wer sein Geld einer ausländischen Bank anvertrauen möchte, sollte sich zuvor genau ihre Zahlen, ihre Sicherungssysteme und die des entsprechenden Staates anschauen. Kaupthing-Kunden hatten Glück. Das muss aber nicht immer so sein. Auch hier gilt das Prinzip der Risiko-Streuung.
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