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Notizen über Wirtschaft und Finanzsystem

Archive for the ‘Geldanlage’ Category

Tagesgeld – Was tun, wenn die Kontoeröffnung länger dauert?

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Die Eröffnung eines Tagesgeldkontos kann schon mal etwas länger dauern, vor allem dann wenn sich Meldungen über Top-ZInssätze wie ein Lauffeuer im Internet verbreiten. So berichtete prozent-zinsen.de im Juli dieses Jahres über eine erste Erfahrung mit dem Tagesgeldkonto des Top-Anbieters GE Capital (Zinssatz von 2,25 Prozent):

“Stolze 10 Tage hat es gedauert und ist wohl mit dem großen Ansturm auf das Konto zu erklären.”.

Besonders unschön ist es, wenn das Geld bereits auf Konten ohne Verzinsung bereit liegt und der Kunde nicht weiss, ob er schon am nächsten Tag oder erst in fünf Wochen überweisen kann, wie es in der Vergangenheit bei anderen Banken auch schon vorkam. Hier entstehen dem Kapitalanleger herbe Verluste.

Daher sollten Anleger ihre Geldanlage erst auflösen, wenn das neue Konto eröffnet ist. Eine entsprechende Terminplanung hilft dabei. Da gerade Tagesgelder besonders flexibel sind, bieten sie sich als vorübergehende Alternative an. Auch kann der Kunde auf einen anderen Top-Anbieter ausweichen und fährt dabei mit einem geringfügig niedrigeren Zinssatz auf jeden Fall besser, als wenn ihm die Zinsen davon laufen. Hier würde sich das Tagesgeld der Bank of Scotland mit 2,10 Prozent Zinsen plus 30 Euro Startguthaben bis zum 23. August 2010 anbieten. Der Kreativität sind also keine Grenzen gesetzt.

Written by Frank Kerkau

July 30th, 2010 at 7:43 pm

Geldanlage – Sichere 4,6 Prozent mit Hypothekenpfandbriefen

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real estate immobilie mit grundstückDas Rendite-Risiko-Verhältnis von deutschen Hypothekenpfandbriefen bleibt gerade in Zeiten von Wirtschafts- und Finanzkrise konkurrenzlos. Bei doppelter Sicherheit durch Forderungs- und Immobiliendeckung erzielten die fünfjährigen Hypothekenpfandbriefe laut Bundesbankstatistik in den letzten 10 Jahren durchschnittlich rund 4 Prozent Rendite. Bei den 10-jährigen waren es schon 4,6 Prozent.

Wo kaufen?
Hypothekenpfandbriefe kann man ganz einfach bei seiner Bank, noch besser bei einer Hypothekenbank kaufen und sie sich ins Depot legen lassen. Dabei fallen Order- und Depotgebühren an und die Erträge müssen versteuert werden. Zudem muss der Anleger Laufzeiten, Kurse und Zinsentwicklungen überwachen. Aber er ist im Rahmen von Fälligkeit und Börsenzulassung flexibel und kommt relativ schnell an sein Geld.

Risiko
Es gilt das Pfandbriefgesetz. Die herausragende Sicherheit der Hypothekenpfandbriefe basiert auf die Forderungen gegen einen Pool von Schuldnern sowie den als Sicherheit gestellten Immobilien, deren Beleihungswert nur in Höhe von bis zu 60 Prozent zur Pfandbriefdeckung herangezogen werden darf. Wobei der Beleihungswert einen durch unabhängige Gutachter ermittelten langfristig nachhaltig und ohne Zwang am freien Markt erzielbaren Kaufpreis der Immobilie darstellt. Die Bonität der Emittentin von deutschen Hypothekenpfandbriefen spielt für Investoren keine Rolle, da bei einer Insolvenz das Hypothekenbankgeschäft separiert wird.

Foto: respres / CC

Written by Frank Kerkau

July 16th, 2010 at 10:40 pm

Geldanlage – Windenergie-Anleihe mit 6,50 Prozent für Privatanleger

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Die Windreich AG als Deutschlands führender Projektentwickler für Offshore-Windparks bietet nun auch eine Unternehmensanleihe mit einer jährlichen Verzinsung von 6,5 Prozent den Privatanlegern an. Die Mindestanlage beträgt 100.000 Euro bei einer Stückelung von 1.000 Euro. Zudem ist geplant, die Anleihe künftig an der Stuttgarter Börse zu platzieren, was die fünfjährige Laufzeit relativiert.

Windreich hat die Planung von mehr als 1.000 Windkraftanlagen bis zum Jahr 2024 in den Auftragsbüchern. Wie das Unternehmen mitteilt, liegt die Baugenehmigung für 160 solcher Anlagen in den Windparks “Global Tech I” und “MEG I” bereits vor. Deren Bau soll in 2011 starten.

ots
Foto: cbrozinski / CC

Written by Frank Kerkau

July 5th, 2010 at 4:16 pm

Geldanlage – 70 Prozent Rendite mit Rohstoffen?

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Wer vor einem Jahr sein Geld in Palladium anlegte, konnte sich über mehr als 70 Prozent Wertzuwachs freuen. Gold- und Platin-Preise stiegen in den letzten 12 Monaten um rund 30 Prozent. Über ein Investment in Rohstoffe nachzudenken, liegt nahe. Aber wer will schon Tonnen an Kupfer in seinem Keller deponieren oder für seine Goldbestände extra eine Lagerhalle mit Wachschutz mieten? Daher bieten sich dem Anleger verschiedenste Möglichkeiten, an der Preisentwicklung von Rohstoffen zu partizipieren.

Chancen
Die Weltbevölkerung nimmt zu. Die UNO erwartet, dass im Jahre 2050 über 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben werden. Langfristig steigt daher der Bedarf nach Gütern aller Art. Um ihn zu befriedigen, braucht die Industrie dringend Rohstoffe. Durch die stetig steigende Nachfrage hat sich der CRB Index seit 1956 nahezu verdreifacht. Zudem wird Rohstoffen ein gewisser Inflationsschutz nachgesagt, was Anleger gerade dieser Tage zu Goldkäufen bewegt.

Risiken

Marktpreisrisiko
Wenn Palladium in 12 Monaten mehr als 70 Prozent zulegt und der Preis aktuell wieder auf dem Niveau von 2008 liegt, bedeutet das einfach, dass sich die Weltwirtschaft wieder erholt. Die Preisentwicklung von Rohstoffen hängt direkt von der Konjunktur und der sich daraus ergebenen Nachfrage ab. Weiteren Einfluss können Handelsbeschränkungen haben, wie sie aktuell von China durchexerziert werden. Des Weiteren entstehen zunehmend Rohstoffkreisläufe durch Recycling.

Währungsrisiko
Da die meisten Rohstoffe in US-Dollar gehandelt werden, müssen europäische Anleger mit Preisänderungen durch Schwankungen des Euro zum Dollar rechnen. Der Wechselkurs hängt wiederum von der wirtschaftlichen Entwicklung in beiden Währungsräumen und von der Politik der Notenbanken ab.

Emittentenrisiko
Wer Aktien z.B. einer Minen-Gesellschaft kauft, beteiligt sich an einem Unternehmen mit allen damit verbundenen Risiken, natürlich zuzüglich der Marktpreis- und Währungsrisiken. Wirtschaftet die Gesellschaft schlecht, droht unter Umständen sogar Totalverlust. Auch unterliegen Aktien den allgemeinen Schwankungen der Aktienmärkte. Die Verarbeitung gerade von Metallen ist oft sehr energieintensiv, was die Industrie stark von Energiepreisen abhängig macht.

Wer Rohstoff-Zertifikate kauft, muss ebenfalls mit Totalverlust rechnen, wenn die Emittentin insolvent wird. Diese schmerzliche Erfahrung machten Anleger mit Zertifikaten der US-Investmentbank Lehman Brothers.

Länderrisiko
Zudem werden Rohstoffe manchmal in politisch instabilen Regionen gewonnen, was Minen-Gesellschaften zusätzlich belasten kann. So wurde die Bougainville Copper Mine auf Papua Neuguinea (PNG) durch die einheimische Bevölkerung gewaltsam lahm gelegt, als vereinbarte Zahlungen an das Dorf Bougainville nur spärlich ankamen und der Tagebau schwere ökologische Schäden verursachte. Als im März 1989 die Armee von PNG versuchte, die Ordnung wieder herzustellen, eskalierte der Konflikt, die Mine musste aufgegeben werden und es kam zu einem 10-jährigen Bürgerkrieg.

Wie nun in Rohstoffe anlegen?
Physische Form, Aktien, Fonds oder Zertifikate, der Anleger hat die Wahl.

Physische Form
Ob Barren oder Münzen, Edelmetalle eignen sich durchaus für eine Verwahrung in physischer Form, sofern man einen Tresor zur Hand hat oder die Bank ein entsprechendes Schliessfach bietet.

Gold und Silber sind im Handel erhältlich, wobei hier der Aufpreis erheblich ist. Interessanter sind Münzen der Bundesbank, deren Ausgabepreis nur knapp über dem Materialwert liegt. Leider ist deren Anzahl begrenzt.

Aktien
Kupfer, Eisen, Kohle oder Aluminium in der Wohnung zu horten, macht wenig Sinn. Besser wären da schon Aktien von soliden Unternehmen. Wobei hier nur indirekt von der Preisentwicklung profitiert werden kann.

Fonds
Rohstoff-Fonds eignen sich zur Risikostreuung, was jedoch auf die Rendite drückt. Der BGF World Mining Fund wäre ein Beispiel.

Zertifikate
Mit Zertifikaten kann der Anleger direkt von Preisentwicklungen profitieren. Sie gibt’s in verschiedensten Versionen und auf alle möglichen Indizes oder Rohstoffarten.

Fazit
Letztlich kann man sagen, dass Rohstoffe eine sinnvolle Beimischung zum Depot sind. Es kommt aber auf das Anlageziel an und Risiken sollten beachtet werden. Anleger, die auf Rendite aus sind, brauchen schon mal einen längeren Atem und sollten sich auf den Märkten gut auskennen. Wer hingegen z.B. Edelmetalle als eine Art Sicherheit für alle Fälle betrachtet, kann sich entweder ein paar Barren oder Münzen hinlegen oder Zertifikate kaufen. Die Rendite spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Foto: Jurii / http://images-of-elements.com/palladium.php / CC

Written by Frank Kerkau

July 2nd, 2010 at 3:43 am

Kundenzufriedenheit: MLP auf Platz eins

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Unabhängige Vermögensverwalter belegen in der Kundenzufriedenheit den ersten Platz. Auf Platz zwei verweisen die Anleger klassische Privatbanken. Grossbanken hingegen können bei vermögenden Kunden am wenigsten Punkten. Das ergab eine Studie der privaten Hochschule WHU – Otto Beisheim School of Management, wie Börse Online meldet.

In der Gesamtwertung führt der Finanz- und Vermögensberater MLP. Die Privatbanken Merck Fink und Berenberg Bank belegen den zweiten und dritten Platz.

Wichtigstes Kriterium für die Zufriedenheit ist gemäss der Studie die Wertentwicklung des Depots. Hier haben die Grossbanken die rote Laterne.

Auch auf ciao.de kommt MLP gut weg. Immerhin sprechen 90 Erfahrungsberichte mit überwiegend positiver Bewertung für den Vermittler.

ots
Foto: MLP-Zentrale Wiesloch / © MLP

Written by Frank Kerkau

June 29th, 2010 at 4:04 pm

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Geldanlage Solarenergie – 7,25 Prozent mit Anleihen möglich

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solarfeld novatec biosolUnter der Sonne verdienen, wo Urlauber ihr Geld ausgeben? Das wär doch was! Der Markt für Solarenergie brummt. Gemäss einem Report der European Photovoltaics Industry Association (EPIA) soll sich das europäische Stromangebot durch Solarkraftwerke bis zum Jahre 2014 mehr als verdoppeln. Weitere interessante Märkte für Solarenergie sind USA, Japan und China als einer der künftigen Weltmarktführer. Wer von dem Wachstumsmarkt rund um Solarenergie profitieren will, kann entweder sein Geld in Aktien und Zertifikate anlegen oder aber direkt in risikoärmere Unternehmensanleihen investieren.

So emittierte zum Beispiel die NOVATEC BIOSOL AG in diesem Jahr eine Anleihe mit 7,25 Prozent Zinsen und einer Laufzeit von fünf Jahren. Der Mindesteinsatz beträgt 1.000 Euro. Einen Ausgabeaufschlag soll es dabei nicht geben. Die Emission wird durch Umweltfinanz begleitet. Der Anleger investiert bei NOVATEC in ein Unternehmen, das seine Technologien gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) entwickelte. Die solaren Dampferzeuger sind international gefragt und werden zum Beispiel für umweltfreundliche Versorgung von Industrieanlagen mit Strom und Wärme eingesetzt. Kühlung und Meerwasserentsalzung zur Trinkwassergewinnung sind weitere Anwendungsgebiete. So ging im März 2009 das NOVATEC-Kraftwerk PE1 als weltweit erstes Fresnel-Solarkraftwerk in Süd-Spanien ans Netz.

Risikoarme Kapitalanlage
Die Anleihe ist eine Inhaberschuldverschreibung und zählt zu den festverzinslichen Wertpapieren. Sie steht und fällt mit der Bonität des Unternehmens, die von mehreren Faktoren abhängt. Neben dem Marktpreisrisiko können Währungsrisiken oder Forderungsausfälle die Bonität der Emittentin beeinflussen. Eine Insolvenz des Unternehmens kann Totalverlust bedeuten, muss aber nicht. Denn die gute Nachricht ist, dass Anleihe-Gläubiger vor Aktionären und Banken bedient werden. Daher sind solche Papiere bei vorsichtigen Kapitalanlegern beliebt. Wer seine Anleihen vor ihrer Fälligkeit verkaufen will, sollte in Abhängigkeit von Angebot und Nachfrage mit Kursänderungen rechnen. Im ungünstigsten Fall muss er seine Anleihen bis zur Fälligkeit halten. Daher gilt auch hier das Prinzip der Diversifikation (Risiko-Streuung). Also nicht alles auf eine Karte setzen, sondern sein Geld in verschiedene Unternehmen und Branchen investieren.

Foto: © NOVATEC BIOSOL AG

Written by Frank Kerkau

June 14th, 2010 at 8:18 pm

Geldanlage Windpark – 10 Prozent Zinsen mit welchem Risiko?

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PROKON Windpark LM 2Deutschland fördert erneuerbare Energien. Der Markt wächst rasant und trotzt der Finanzkrise. Schaut man sich Energiemix und den künftigen Energiebedarf an, ist noch lange kein Ende dieser Story in Sicht. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erwartet gemäß seiner Studie einen Anstieg des Anteils an erneuerbaren Energien von aktuell 15 Prozent auf 30 Prozent im Jahre 2020 und sogar auf 50 Prozent im Jahre 2030. Dabei misst das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) der Windenergie die grösste Bedeutung bei. Aber wie daran verdienen?

In Itzehoe, im Südwesten Schleswig-Holsteins, sitzt die Firma PROKON, der Marktführer für Kapitalanlagen in erneuerbare Energien. Per heute haben hier über 21.000 Anleger fast 400 Millionen Euro investiert. PROKON bietet Investoren Genussrechte. Die Mindesteinlage beträgt 100 Euro bei einer Laufzeit ab 3 Jahren. Erwirtschafte Gewinne werden gesplittet. Die Grundverzinsung beträgt 6 Prozent plus Überschussbeteiligung. Der Inflationsschutz besteht aus Substanzwert der Kraftwerksanlagen und Rücklagen aus Gewinnen. In den Jahren 2003 bis 2005 wies Prokon eine Verzinsung 7,25 Prozent pro Jahr aus. Im Jahre 2006 waren es nach Unternehmensangaben schon 8 Prozent. Die Abnahme des durch Windkraftanlagen erzeugten Stroms ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Die Strompreise sind demnach auf 15 bis 20 Jahre garantiert und Netzbetreiber müssen den Strom vorrangig abnehmen. Dieses deutsche Fördermodell wurde bereits von 47 weiteren Staaten übernommen.

Ganz ohne Risiko geht es nicht. Wer in für Tagesgeld fast zinslosen Zeiten nach attraktiver Rendite sucht, muss sich nicht nur ein wenig umschauen sondern auch Risiken eingehen. Genussrechte, wie PROKON sie anbietet, sind ein sinnvolles Instrument der Unternehmensfinanzierung. Sie verbriefen Investoren das Recht direkt von Gewinnen einer Gesellschaft zu partizipieren, schließen jedoch das Stimmrecht aus. Zudem zählen Inhaber von Genussrechten zu den Nachranggläubigern, das heisst, im Falle einer Insolvenz erhalten sie ihr investiertes Geld erst nach Auszahlung aller anderen Gläubiger. Ein Totalverlust ist demnach möglich. Im Gegenzug winken den Geldgebern überdurchschnittliche Renditen. Anleger sollten sich daher genau über Unternehmen, Marktumfeld und Förderungen durch den Gesetzgeber informieren, um mögliche Verlustrisiken zu erkennen und zu minimieren.

Foto: © PROKON / Windpark Lambsborn-Martinshöhe

Written by Frank Kerkau

June 5th, 2010 at 10:54 pm

Kapitalanlage, Investment oder Spekulation – Alles Eins, oder?

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In den meisten Erklärungen wird Kapitalanlage pauschal als Investition angesehen. Besser noch gilt oft sogar die Spekulation als kurzfristiges Investment. Sind solche Auffassungen noch zeitgemäss oder müssen die Begriffe krisenbedingt neu definiert werden?

Was ist ein Investment?
Ein Unternehmer nimmt Geld in die Hand und kauft eine Maschine, die dann durch Steigerung der Produktion seinen Umsatz erhöht, was dem Unternehmen, den Angestellten und der Region zu Gute kommt. Dabei kann der Aktionär als Unternehmer gelten, wenn er frische Aktien bei einer Kapitalerhöhung oder einem Börsengang erwirbt und auf Dividende hofft. Eine Investition liegt also immer dann vor, wenn der Geldgeber echte Wertschöpfung, Wachstum oder Effektivitätssteigerung finanziert, der Wirtschaft Liquidität verschafft und im Gegenzug hoffentlich eine Rendite erhält. Ein Investment dient somit beiden, dem Investor und der Wirtschaft.

Was könnte eine Kapitalanlage sein?
Eine Kapitalanlage sollte als Mindestanforderung den Werterhalt des Vermögens darstellen. Sie ist nicht an eine Rendite gebunden. Das Eigenheim, die Yacht, die Münzsammlung oder der Schmuck zählen darunter. Also Sachen, die im Wert zwar schwanken, aber grundsätzlich langfristig jederzeit wieder in Geld umgewandelt werden können. Indirekt kann auch das Tagesgeld bei einer Bank als Kapitalanlage gelten, sofern die Bank damit private Kredite refinanziert. Reicht die Bank das Geld ihrer Anleger in Form von Krediten an Firmen weiter, wäre das eine indirekte Investition. Eine Kapitalanlage dient dem Selbstzweck.

Wie ist das mit der Spekulation?
Schon wer Aktien mit der Erwartung kauft, daraus Kursgewinne zu erzielen, spekuliert. Deutlicher wird es beim Handel mit Derivaten. Zertifikate, Optionsscheine, Swaps oder Futures dienen nur einem Zweck: “Ich wette, dass der Preis des Underlyings irgendwas tut, woran Du nicht glaubst.” Ein Spekulant gewinnt nur dann, wenn andere verlieren. Die Spekulation dient somit dem Selbstzweck auf Kosten anderer. Der Wirtschaft hilft sie nicht, es sei denn, ein Unternehmen bedient sich derartiger Finanzinstrumente, um sich gegen allfällige Risiken (z.B. Zins-, Währungs- oder Preisänderungsrisiko) abzusichern.

Written by Frank Kerkau

May 21st, 2010 at 8:08 pm

Geldanlage Teakholz – Chancen und Risiken

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TeakbaumTeakholz gehört zu den Edelhölzern. Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften wächst die weltweite Nachfrage ständig. Da der Teakbaum nur in wenigen Regionen gedeiht, bleibt das Angebot knapp. Ein Investment liegt daher nahe. Bis vor wenigen Jahren war eine Investition in Teak nur Grossinvestoren vorbehalten. Heutzutage drängen auch immer mehr Angebote für Privatanleger auf den Markt. Aber lohnt sich Teak als Geldanlage und was sollte der Anleger dabei beachten?

Warum ist Teak so begehrt?
Das Kernholz ist relativ resistent gegen Wasser, Schädlingsbefall und Feuer. Diese Eigenschaften machen das Holz wertvoll für Wasserbauten, Schiffsbau oder Gartenmöbel. Es lässt sich gut verarbeiten. Seine hohen Stämme sind weitgehend astfrei. Zudem trocknet Teak ohne zu reissen. Eine Nachbehandlung zum Schutze der Oberfläche ist in den meisten Fällen nicht nötig.

Warum ist Teak ein knapper Rohstoff?
Der Teakbaum wächst nur in den Tropen. Die Aufforstungsfläche wird auf rund 1,1 Millionen Hektar weltweit geschätzt. Die wilde Abholzung der natürlichen Teakbaum-Bestände ist durch Umweltinitiativen rückläufig. Der Zeitraum zwischen Aufforstung und Abholzung in Plantagen beträgt rund 80 Jahre.

Wie entsteht der Wertzuwachs?
Der Teakbaum gewinnt durch sein Wachstum von der Aufforstung bis zur Abholzung substanziell an Wert.

Welche Rendite ist möglich?
Will man den Plantagen-Betreibern glauben, so soll Teak eine jährliche Rendite von 10 Prozent oder mehr abwerfen.

Chancen
- Wachstumsmarkt
- überdurchschnittliche Rendite (Teakholz verteuerte sich seit 1970 um durchschnittlich 7,5 % p.a.)
- ökologisch saubere Geldanlage
- interessantes Ertrags-Risiko-Verhältnis (riskanter aber höhere Rendite-Chancen als Staatsanleihen oder Immobilien; sicherer als internationale Aktien)
- Schutz vor Inflation
- von Börsenschwankungen unabhängig

Risiken
- mittel bis langfristige Kapitalbindung je nach Anlageform und Produkt
- keine Rendite-Garantie
- Feuer, Klimaänderungen, Schädlingsbefall o.ä. während des Wachstums
- Marktpreisrisiko durch Preisschwankungen bei Holzprodukten
- Investition in Schwellen- und Entwicklungsländer (wirtschaftliche, finanzielle, politische und rechtliche Unsicherheit)
- Währungsrisiko (Investition erfolgt ausserhalb der Euro-Raumes)
- Totalverlust möglich

Möglichkeiten eines Investments in Teak
Will der Anleger von diesem Wachstumsmarkt profitieren, so kann er die gesamte Palette von Anlageprodukten vom einzeln definierten Baum bis zur Fondsbeimischung nutzen. Nur um einige Beispiele zu nennen:

Life Forestry Group
Schweizer Gesellschaft; Geldanlage ab 5.000 Euro

Sharewood
Schweizer Gesellschaft; Geldanlage ab 2.200 Euro

Forest Finance
Hauptsitz in Panama; deutsche Tochter sitzt in Bonn; Teak-Investment ab 24.000 Euro; weitere Wald-Finanz-Produnkte ab 30 Euro monatlich

Für Mischwald-Fans der DWS Global Timber
Geschlossener Wald-Fonds der DWS mit Mindesteinlage 10.000 US-Dollar plus 5% Agio und globaler Ausrichtung.

Fazit
Mag man Anbietern und Medien glauben, so stellen Edelhölzer eine attraktive Beimischung zum Depot dar. Der Anleger sollte sich jedoch bewusst sein, dass er nur indirekt in den Rohstoff investiert. Die meisten dieser Anlageprodukte sind Firmenbeteiligungen mit allen damit verbundenen Chancen und Risiken. Hinzu kommt, dass solche Investments aufgrund ihrer mittel und langfristigen Kapitalbindung nicht mal eben so nebenbei getestet werden können. Aber gut, wer sich mit dem Gedanken trägt, den Schutz des Regenwaldes zu sponsern, kann auch in eine Holz-Plantage investieren und hat dabei eine Chance auf Rendite.

Keine Anlage-Empfehlung!

Foto: Forest & Kim Starr

Written by Frank Kerkau

March 19th, 2010 at 2:41 pm

Sparplan – Der grosse Schwindel mit dem Cost-Average-Effekt

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Unglaublich, da kauft man brav 24 Monate lang an jedem Monatsersten für genau 50,00 Euro Fonds-Anteile, wie es zum Beispiel die Webseiten von Postbank oder FAZ-Börsenlexikon empfehlen, und dann liegt der Kurs im 24. Monat um 45 Prozent niedriger als im ersten Monat. Wenn ich das Geld während dieser Zeit in einen Banksparplan investiert hätte, dann betrüge mein Kontostand jetzt 1.200 Euro plus Zinsen und Zinseszinsen und nicht nur 784 Euro nach Kursverlusten und Ausgabeaufschlag. Der schmerzliche Verlust: 416 Euro oder 35 Prozent.

Vermögen und Kurse im fallenden Markt

Dabei waren die für den viel gepriesenen Cost-Average-Effekt notwendigen Kursschwankungen durchaus vorhanden. Ich hätte eigentlich reich sein müssen!

So toll scheint also der Cost-Average-Effekt nicht zu funktionieren. Man kann damit durchaus ein erhebliches Vermögen verlieren. Nicht auszudenken, wenn ich monatlich 500,00 Euro investiert hätte.

Was aber, wenn die Kurse über die Ansparzeit gestiegen wären? Hätten wir dann einen “günstigen” Durchschnittspreis und eine fette Rendite erzielt? Ok, wir drehen den Spiess um und lassen die Kurse steigen. Jetzt haben wir zwar trotz der 5% Ausgabeaufschlag einen Gewinn von 214 Euro oder 18 Prozent erzielt, der Kurs der Anteile ist jedoch um sage und schreibe 80 Prozent gestiegen.

Vermögen und Kurse im steigenden Markt

Mit einer Einmalanlage im ersten Monat wären demnach aus meinen 1.200 Euro satte 2.200 Euro geworden. Auch hier versagt der Cost-Average-Effekt, weil steigende Kurse den Durchschnittspreis anheben.

Offenbar haben Wissenschaftler doch Recht (vgl. Cost Average-Effekt: Fakt oder Mythos?), wenn sie eine vernünftig investierte Einmalanlage einem Sparplan in volatile Finanzprodukte (Aktien, Investmentfonds) vorziehen.

Wie ist es bei sich seitwärts entwickelnden Kursen? Gegenfrage: Würden Sie ein riskantes Finanzprodukt kaufen ohne Aussicht auf Rendite?

Letztendlich bleibt noch das Risiko (Value-at-Risk), welches bei einer Einmalanlage höher sein soll als bei einem volatilen Sparplan mit Kauf zum Durchschnittspreis, wie Wissenschaftler meinen. Womit sich die Frage stellt: Wo beginnt das Risikomanagement? Beginnt es bei der Spekulation, auf dass es der Cost-Average-Effekt schon richten möge, oder beginnt es bei der Auswahl des geeigneten Investments unter Betrachtung der fundamentalen Daten?

Fazit
Der Cost-Average-Effekt minimiert in fallenden Märkten die Verluste, wobei diese Geldanlage dann eine Fehlinvestition war. In steigenden Märkten wäre eine Einmalanlage die bessere Wahl, denn sonst laufen die Kurse dem Anleger davon und er verschenkt Geld.

Daraus folgt: Wer sich sicher ist, dass die Kurse während des Anlagezeitraumes steigen werden, nimmt sein Geld und entscheidet sich für die Einmalanlage. Muss erst angespart werden, bleibt der Durchschnittspreis bei geringer Rendite ein notwendiges Übel. Wer sich nicht sicher ist, wie sich die Kurse entwickeln, investiert sein Geld lieber in ein Produkt, welches er versteht und das er einschätzen kann.

Written by Frank Kerkau

February 28th, 2010 at 9:42 pm

Posted in Geldanlage

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