Wirtschaftsthemen

Notizen über Wirtschaft und Finanzsystem

Archive for the ‘Märkte’ Category

Arbeitsmarkt: Acht Prozent Arbeitslosenquote trotz Aufschwung

one comment

Der Wirtschaftsaufschwung hat dem Arbeitsmarkt wenig geholfen. Die Arbeitslosigkeit liegt noch immer bei 7,6 Prozent, teilt die Bundesagentur für Arbeit mit. In Zahlen waren im August dieses Jahres 3,2 Millionen Erwerbsfähige ohne Arbeit. 4.000 weniger als im Juli. Im Vergleich zum August 2009 sank die Zahl der Arbeitslosen um 283.000. Saisonbereinigt ging die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat um 17.000 zurück.

Erwerbsfähige in Schulungsmassnahmen, Frührentner oder “Stille Reserven” sind in den Zahlen nicht enthalten.

Written by Frank Kerkau

August 31st, 2010 at 2:33 pm

Posted in Märkte

Tagged with

Insolvenzen – 2. Euroforum-Konferenz “Restrukturierung von Krediten”

leave a comment

Der aktuell starke Aufschwung geht an der deutschen Binnenwirtschaft vorbei. Die Insolvenzzahlen bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) vor allem im Dienstleistungsbereich und im Handel bleiben unverändert hoch. Die 2. Euroforum-Konferenz “Restrukturierung von Krediten” am 27. und 28. September dieses Jahres im Hotel Hessischer Hof, Frankfurt/Main wird sich aus diesem Grunde mit den Möglichkeiten der Restrukturierung von Krediten und Sanierung von Unternehmen im Rahmen der Insolvenzordnung beschäftigen.

Dabei werden Experten aus der Kreditwirtschaft an Beispielen Refinanzierungs- und Umschuldungsmöglichkeiten erläutern und Juristen wertvolle Tipps für die Zusammenarbeit mit Gläubigern im Rahmen von Sanierungen geben.

ots

Written by Frank Kerkau

August 18th, 2010 at 5:35 pm

Kreditausfälle – Aufschwung geht am Binnenmarkt vorbei

one comment

werkstattDer Aufschwung der letzten Monate hat noch keine positive Wirkung auf Deutschlands Binnenkonjunktur. Die Insolvenzzahlen bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bleiben unverändert, teilt Euroforum mit. Eine Trendwende sei nicht in Sicht. Auch die Banken sind nach wie vor mit einer Kreditvergabe an KMU vorsichtig. Betroffen sollen vor allem inländische Dienstleister und der Handel sein.

Anders sieht es dagegen bei Grossunternehmen aus. Hier sehen Banken geringere Kreditrisiken. Jedoch blicken Experten auch hier noch mit Sorge in die Zukunft. So werden in den Jahren 2014 und 2015 Kredite von europäischer Unternehmen in Höhe von rund 83 Milliarden Euro fällig und müssen zurückgezahlt werden, wie das Handelsblatt meldet.

ots
Foto: TechShop / CC

Written by Frank Kerkau

August 18th, 2010 at 5:30 pm

Posted in Märkte

Tagged with , ,

Aufschwung: Gewerkschaften fordern mehr Kohle statt Arbeit

leave a comment

Einige Gewerkschaften wollen im Zuge des erwarteten Wirtschaftsaufschwungs in der nächsten Tarifrunde mehr Gehalt für die Beschäftigten fordern, was bei 7 Prozent Arbeitslosigkeit in Deutschland durchaus nachvollziehbar ist. So träumte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) gegenüber Welt Online von Lohnsteigerungen um die 5 Prozent. Auch die IG Bau und die IG Bergbau, Chemie, Energie (BCE) wollen gemäss Sueddeutsche ihre Lohnzurückhaltung aufgeben.

Womit sich für Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger die Frage stellt, auf wessen Seite die Arbeitnehmervertreter eigentlich stehen. Vor allem dann, wenn man berücksichtigt, dass käufliche Betriebsrats- und Gewerkschaftsfunktionäre in unkündbaren Anstellungen von Unternehmen gehätschelt werden, wie Arbeitsrechtsprofessor Volker Rieble, Universität München in 2008 gegenüber FAZ beklagte. Seit Jahrzehnten fördern Gewerkschaften zudem Wettbewerbsverzerrungen am internationalen Arbeitsmarkt und gefährden so den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Folge der ständig steigenden Löhne, sind explodierende Preise und stetiger Arbeitsplatzabbau, was für Rentner, Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger eine ständige existenzielle Bedrohung ist. Führt man sich dann noch vor Augen, dass im Jahre 2009 die Managementgehälter nur 0,5 Prozent der gesamten Personalaufwendungen ausmachten, liegt der Verdacht nahe, dass weniger die Führungskräfte sondern mehr die nach Tarif bezahlten Angestellten hier das Mass nicht kennen.

Written by Frank Kerkau

July 31st, 2010 at 1:19 pm

Posted in Märkte

Tagged with ,

Arbeitskräfte in Ostdeutschland noch immer billig

leave a comment

So liegen die Arbeitskosten auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern mit 21,09 Euro pro Stunde rund 28 Prozent unter denen der alten Bundesländer (29,25 Euro), teilt das Statistische Bundesamt mit.

Den geringsten Abstand in der tariflichen Bezahlung wiess dabei der öffentliche Dienst im Jahre 2008 mit nur 7,7 Prozent aus. Dagegen klaffte im verarbeitenden Gewerbe eine Ost-West-Lücke von 40 Prozent. Während es 1992 noch 53,4 Prozent waren, schrumpfte der Abstand bis zum Jahr 1996 auf 42,7 Prozent und stagniert seitdem nahezu.

Grosse Unternehmen zahlen besser als kleine. Hier nehmen sich Ost und West nicht viel. Im verarbeitenden Gewerbe lagen die Arbeitskosten von Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern im Jahr 2008 doppelt so hoch wie die von Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten.

Am teuersten sind deutschlandweit die Arbeitskräfte in der Eröl- und Erdgasgewinnung (55,28 Euro) sowie die in der Luftfahrt (53,50 Euro). Die niedrigsten Kosten verursacht eine Arbeitsstunde bei Wach- und Sicherheitsdiensten (13,32 Euro), in der Gastronomie (13,86 Euro) und bei der Gebäudebetreuuung (13,89 Euro).

Erstmals wurden der Auswertung internationale Standards zu Grunde gelegt und die Arbeitskosten von Auszubildenden sowie Lohnsubventionen berücksichtigt.

Written by Frank Kerkau

July 30th, 2010 at 2:12 pm

Posted in Märkte

Tagged with

Geschäftsklima – Deutsche Wirtschaft in “Partylaune”

leave a comment

Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung bescheinigt Deutschlands Wirtschaft für den Juli 2010 den grössten Freudentaumel seit der Wiedervereinigung. Demnach stieg der Geschäftsklimaindex im Juli um 4,4 auf 106,2 Punkte. Hans-Werner Sinn spricht von “Partylaune”.

Die Wirtschaft kündigte gemäss Focus an, nach der Party ein paar Arbeitsplätze schaffen zu wollen.

Hier sollte die Wirtschaft mit “Augenmass” vorgehen und sich auf Ein-Euro-Jobs beschränken, um das “zarte Pflänzchen” des Aufschwungs nicht zu ersticken.

Written by Frank Kerkau

July 23rd, 2010 at 6:44 pm

Posted in Märkte

Tagged with ,

Einfluss der Zinsen auf die Konjunktur

leave a comment

Hat der Greenspan seine Tasche dabei oder nicht? Das war die essenzielle Frage vor jeder Notenbank-Sitzung der FED zwischen 1987 und 2006. Denn sobald Chef-Notenbanker Alan Greenspan ohne seine Tasche aus dem Auto stieg, blieben die Leitzinsen unverändert und die Wall Street brach ein oder feierte, weil je nach Zinsniveau die US-Wirtschaft zu kollabieren oder zu expandieren drohte.

So einfach sind Börsianer gestrickt. Sie richten ihre Aktiennachfrage an einer unschuldigen Tasche aus, weil jeder unter ihnen zu wissen glaubt, dass hohe Zinsen Unternehmen im Besonderen belasten und das Wirtschaftswachstum im Allgemeinen bremsen.

Was Börsianer oft vergessen, Zinsen spielen bei Investitionen zwar eine kalkulatorische Rolle. Sie sind jedoch keineswegs ein Entscheidungskriterium. Sie dürfen es gar nicht sein, weil steigende Zinsen sonst das Aus der Firma bedeuten können. Die kaufmännische Vorsicht gebietet, sicher zu stellen, dass Schulden auch im ungünstigsten Fall, im “worst case”, bezahlbar bleiben. Demnach taugt eine Investition nur dann etwas, wenn sie sich auch bei hohen Zinsen rechnet und die Hütte nicht gleich Feuer fängt, sobald ein Notenbanker zündelt. Niedrige Zinssätze sind ein Gewinn-Bonus. That’s it!

Written by Frank Kerkau

July 19th, 2010 at 11:34 pm

Posted in Märkte

Tagged with , ,

Euro kratzt an 1,30 US-Dollar – Entwarnung an den Devisenmärkten?

leave a comment

Am Freitag kostete der Euro fast 1,30 US-Dollar. Eine Entwicklung, welche die Analysten ob der jüngsten Verwerfungen innerhalb Europas wohl überrascht haben dürfte. Gemäss Medienberichten gehen Währungsexperten nunmehr von einem weiteren Anstieg der Gemeinschaftswährung aus.

Da ist zum einen die relative Ruhe innerhalb des europäischen Währungsraumes. Da sind zum anderen die jüngsten Interventionen der EZB, die auch dem letzten Spekulanten klar gemacht haben dürften, dass gegen den Euro zumindest im Moment nichts geht. Da sind aber auch die schwachen Konjunkturdaten aus den USA und natürlich die Versicherung Chinas dem Euro auch künftig zu vertrauen.

Von Entwarnung kann dennoch keine Rede sein. Es sind nur grad keine Anleihen von EU-Ländern fällig. Sollten Wirtschaft und Solvenz innerhalb der EU sich nicht nachhaltig auf breiter Basis verbessern, dann könnte der jetzige Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar nur vorübergehend sein.

Aktuell spiegelt das Verhältnis nicht die Stärke des Euro sondern die Schwäche des Dollar wider.

Written by Frank Kerkau

July 17th, 2010 at 12:00 am

Posted in Märkte

Tagged with , , , ,

Reallöhne – Höchster Anstieg seit Krisenbeginn 2008

leave a comment

Die Reallöhne in Deutschland sind im ersten Quartal 2010 um 0,8 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2009 gestiegen, meldet das Statistische Bundesamt. Dies sei der kräftigste Anstieg seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Teuerungsrate betrug im selben Zeitraum ebenfalls 0,8 Prozent. Noch im Vorquartal (04/2008) waren die preisbereinigten Verdienste um 0,4 Prozent gefallen.

Den höchsten Anstieg des Bruttomonatsverdiensts verzeichneten die Branchen Information und Kommunikation mit 3,9 Prozent, Erziehung und Unterricht mit 3,7 Prozent sowie Grundstücks- und Wohnungswesen mit 3,1 Prozent. Dagegen sanken die Reallöhne in der Schifffahrt um 5,8 Prozent, in der Energieversorgung um 4,2 Prozent und im Baugewerbe um 1,1 Prozent. Insgesamt gingen die Verdienste nur in vier Branchen zurück.

Die höchsten Durchschnittslöhne pro Monat wurden Anfang dieses Jahres bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern mit 4.224 Euro brutto und im IT-Bereich mit 4.212 Euro brutto bezahlt. Schlusslicht bildete das Gastgewerbe mit einem monatlichen Durchschnittsverdienst von 1.914 Euro brutto.

Written by Frank Kerkau

July 5th, 2010 at 3:09 am

Posted in Märkte

Tagged with

Warum gläserne Banken wichtig sind

leave a comment

deutsche bank tower frankfurtDie EU sollte die Ergebnisse ihrer Stresstest von europäischen Banken nicht länger unter Verschluss halten, weil Wirtschaft und Bürger endlich Klarheit über die Verlässlichkeit der Geldinstitute brauchen und die Finanzmärkte nur so wieder Vertrauen in den Banken-Sektor gewinnen können.

Da wären zum einen die Aktionäre, die sich derzeit auf Bewertungen der Geldhäuser durch umstrittene Ratingagenturen verlassen müssen, weil die Zahlen in den Bank-Bilanzen wenig über die wahren Stärken oder Schwächen der Institute aussagen.

Da sind zum anderen die Anleger, welche ihr Geld bei Banken auf Tages- oder Festgeldkonten in dem guten Glauben parken, die niedrigen Zinssätze spiegelten ähnlich sichere Geldanlagen wider, als würde es sich um deutsche Staatsanleihen handeln.

Da wären auch die Unternehmen, die bei Kreditaufnahme einen zuverlässigen und starken Partner brauchen, der sich aufgrund seiner soliden Bonität das für die Refinanzierung nötige Geld sicher und kostengünstig an den Kapitalmärkten beschaffen kann.

Und nicht zuletzt sind da noch die Anleihe-Gläubiger, die darauf vertrauen, dass ihre Papiere werthaltig bleiben und die Zinsen bezahlt werden.

Nein, eine weitere Geheimhaltung der Stresstests aus der blossen Angst heraus, die Finanzmärkte könnte dieses oder jenes tun, wäre ein schlechter Dienst gegenüber allen, die am Geldkreislauf beteiligt sind. Schwachstellen treten irgendwann sowieso ans Tageslicht und nichts schafft mehr Verunsicherung als eine Schieflage, die sich plötzlich auf die Märkte auswirkt, obwohl niemand damit gerechnet hatte. Kreditkunden müssen vor den Banken ihre Hosen runterlassen. Da ist es nur logisch und fair, wenn die Geldhäuser als Kreditnehmer gegenüber ihren Gläubigern – und sei es die Oma mit ihrem Sparbuch – ebenfalls mehr Transparenz zeigen.

Foto: WireLizard / CC

Written by Frank Kerkau

June 17th, 2010 at 6:50 pm

Posted in Märkte

Tagged with , ,