Wirtschaftsthemen

Notizen über Wirtschaft und Finanzsystem

Archive for the ‘Finanzen’ Category

Euro kratzt an 1,30 US-Dollar – Entwarnung an den Devisenmärkten?

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Am Freitag kostete der Euro fast 1,30 US-Dollar. Eine Entwicklung, welche die Analysten ob der jüngsten Verwerfungen innerhalb Europas wohl überrascht haben dürfte. Gemäss Medienberichten gehen Währungsexperten nunmehr von einem weiteren Anstieg der Gemeinschaftswährung aus.

Da ist zum einen die relative Ruhe innerhalb des europäischen Währungsraumes. Da sind zum anderen die jüngsten Interventionen der EZB, die auch dem letzten Spekulanten klar gemacht haben dürften, dass gegen den Euro zumindest im Moment nichts geht. Da sind aber auch die schwachen Konjunkturdaten aus den USA und natürlich die Versicherung Chinas dem Euro auch künftig zu vertrauen.

Von Entwarnung kann dennoch keine Rede sein. Es sind nur grad keine Anleihen von EU-Ländern fällig. Sollten Wirtschaft und Solvenz innerhalb der EU sich nicht nachhaltig auf breiter Basis verbessern, dann könnte der jetzige Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar nur vorübergehend sein.

Aktuell spiegelt das Verhältnis nicht die Stärke des Euro sondern die Schwäche des Dollar wider.

Written by Frank Kerkau

July 17th, 2010 at 12:00 am

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Geldanlage – Sichere 4,6 Prozent mit Hypothekenpfandbriefen

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real estate immobilie mit grundstückDas Rendite-Risiko-Verhältnis von deutschen Hypothekenpfandbriefen bleibt gerade in Zeiten von Wirtschafts- und Finanzkrise konkurrenzlos. Bei doppelter Sicherheit durch Forderungs- und Immobiliendeckung erzielten die fünfjährigen Hypothekenpfandbriefe laut Bundesbankstatistik in den letzten 10 Jahren durchschnittlich rund 4 Prozent Rendite. Bei den 10-jährigen waren es schon 4,6 Prozent.

Wo kaufen?
Hypothekenpfandbriefe kann man ganz einfach bei seiner Bank, noch besser bei einer Hypothekenbank kaufen und sie sich ins Depot legen lassen. Dabei fallen Order- und Depotgebühren an und die Erträge müssen versteuert werden. Zudem muss der Anleger Laufzeiten, Kurse und Zinsentwicklungen überwachen. Aber er ist im Rahmen von Fälligkeit und Börsenzulassung flexibel und kommt relativ schnell an sein Geld.

Risiko
Es gilt das Pfandbriefgesetz. Die herausragende Sicherheit der Hypothekenpfandbriefe basiert auf die Forderungen gegen einen Pool von Schuldnern sowie den als Sicherheit gestellten Immobilien, deren Beleihungswert nur in Höhe von bis zu 60 Prozent zur Pfandbriefdeckung herangezogen werden darf. Wobei der Beleihungswert einen durch unabhängige Gutachter ermittelten langfristig nachhaltig und ohne Zwang am freien Markt erzielbaren Kaufpreis der Immobilie darstellt. Die Bonität der Emittentin von deutschen Hypothekenpfandbriefen spielt für Investoren keine Rolle, da bei einer Insolvenz das Hypothekenbankgeschäft separiert wird.

Foto: respres / CC

Written by Frank Kerkau

July 16th, 2010 at 10:40 pm

Geldanlage – Windenergie-Anleihe mit 6,50 Prozent für Privatanleger

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Die Windreich AG als Deutschlands führender Projektentwickler für Offshore-Windparks bietet nun auch eine Unternehmensanleihe mit einer jährlichen Verzinsung von 6,5 Prozent den Privatanlegern an. Die Mindestanlage beträgt 100.000 Euro bei einer Stückelung von 1.000 Euro. Zudem ist geplant, die Anleihe künftig an der Stuttgarter Börse zu platzieren, was die fünfjährige Laufzeit relativiert.

Windreich hat die Planung von mehr als 1.000 Windkraftanlagen bis zum Jahr 2024 in den Auftragsbüchern. Wie das Unternehmen mitteilt, liegt die Baugenehmigung für 160 solcher Anlagen in den Windparks “Global Tech I” und “MEG I” bereits vor. Deren Bau soll in 2011 starten.

ots
Foto: cbrozinski / CC

Written by Frank Kerkau

July 5th, 2010 at 4:16 pm

Reallöhne – Höchster Anstieg seit Krisenbeginn 2008

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Die Reallöhne in Deutschland sind im ersten Quartal 2010 um 0,8 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2009 gestiegen, meldet das Statistische Bundesamt. Dies sei der kräftigste Anstieg seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Teuerungsrate betrug im selben Zeitraum ebenfalls 0,8 Prozent. Noch im Vorquartal (04/2008) waren die preisbereinigten Verdienste um 0,4 Prozent gefallen.

Den höchsten Anstieg des Bruttomonatsverdiensts verzeichneten die Branchen Information und Kommunikation mit 3,9 Prozent, Erziehung und Unterricht mit 3,7 Prozent sowie Grundstücks- und Wohnungswesen mit 3,1 Prozent. Dagegen sanken die Reallöhne in der Schifffahrt um 5,8 Prozent, in der Energieversorgung um 4,2 Prozent und im Baugewerbe um 1,1 Prozent. Insgesamt gingen die Verdienste nur in vier Branchen zurück.

Die höchsten Durchschnittslöhne pro Monat wurden Anfang dieses Jahres bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern mit 4.224 Euro brutto und im IT-Bereich mit 4.212 Euro brutto bezahlt. Schlusslicht bildete das Gastgewerbe mit einem monatlichen Durchschnittsverdienst von 1.914 Euro brutto.

Written by Frank Kerkau

July 5th, 2010 at 3:09 am

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Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung weiter gestiegen

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Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Arzneimittel sind im Jahre 2009 um 1,5 Milliarden Euro oder 5,3 Prozent auf 30,7 Milliarden Euro gestiegen. Damit setzt sich der Preisanstieg der letzten Jahre fort. Das belegt der Arzneimittel-Atlas 2010 herausgegeben von IGES. Dabei entfallen rund 1,1 Milliarden Euro auf den Verbrauchsanstieg durch die alternde Gesellschaft. Rund 400 Millionen Euro der Mehrausgaben sind dem Einsatz neuer Wirkstoffe geschuldet. Wobei nicht nachgewiesen werden konnte, dass Spezialtherapien mit neuen Medikamenten, z.B. Krebsbehandlung, den finanziellen Rahmen der Krankenkassen übermässig belasten würden. Der Verordnung von Generika brachte 2009 nur eine Einsparung von 300 Millionen Euro.

Gemäss IGES liegt der Hauptgrund für die Kostensteigerungen im Versagen der Steuerungsinstrumente am Arzneimittelmarkt. So würden die Ausgaben der Ärzte zwar durch Vereinbarungen zwischen Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassenverbänden begrenzt. Diese Grenzen werden jedoch bundesweit nicht eingehalten.

Der Arzneimittel-Atlas als jährliche Analyse des Verbrauchs der GKV erscheint am 31. August. Das IGES Institut Berlin erstellt ihn im Auftrage der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa).

Foto: e-MagineArt.com / CC

Written by Frank Kerkau

July 4th, 2010 at 4:23 pm

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Geldanlage – 70 Prozent Rendite mit Rohstoffen?

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Wer vor einem Jahr sein Geld in Palladium anlegte, konnte sich über mehr als 70 Prozent Wertzuwachs freuen. Gold- und Platin-Preise stiegen in den letzten 12 Monaten um rund 30 Prozent. Über ein Investment in Rohstoffe nachzudenken, liegt nahe. Aber wer will schon Tonnen an Kupfer in seinem Keller deponieren oder für seine Goldbestände extra eine Lagerhalle mit Wachschutz mieten? Daher bieten sich dem Anleger verschiedenste Möglichkeiten, an der Preisentwicklung von Rohstoffen zu partizipieren.

Chancen
Die Weltbevölkerung nimmt zu. Die UNO erwartet, dass im Jahre 2050 über 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben werden. Langfristig steigt daher der Bedarf nach Gütern aller Art. Um ihn zu befriedigen, braucht die Industrie dringend Rohstoffe. Durch die stetig steigende Nachfrage hat sich der CRB Index seit 1956 nahezu verdreifacht. Zudem wird Rohstoffen ein gewisser Inflationsschutz nachgesagt, was Anleger gerade dieser Tage zu Goldkäufen bewegt.

Risiken

Marktpreisrisiko
Wenn Palladium in 12 Monaten mehr als 70 Prozent zulegt und der Preis aktuell wieder auf dem Niveau von 2008 liegt, bedeutet das einfach, dass sich die Weltwirtschaft wieder erholt. Die Preisentwicklung von Rohstoffen hängt direkt von der Konjunktur und der sich daraus ergebenen Nachfrage ab. Weiteren Einfluss können Handelsbeschränkungen haben, wie sie aktuell von China durchexerziert werden. Des Weiteren entstehen zunehmend Rohstoffkreisläufe durch Recycling.

Währungsrisiko
Da die meisten Rohstoffe in US-Dollar gehandelt werden, müssen europäische Anleger mit Preisänderungen durch Schwankungen des Euro zum Dollar rechnen. Der Wechselkurs hängt wiederum von der wirtschaftlichen Entwicklung in beiden Währungsräumen und von der Politik der Notenbanken ab.

Emittentenrisiko
Wer Aktien z.B. einer Minen-Gesellschaft kauft, beteiligt sich an einem Unternehmen mit allen damit verbundenen Risiken, natürlich zuzüglich der Marktpreis- und Währungsrisiken. Wirtschaftet die Gesellschaft schlecht, droht unter Umständen sogar Totalverlust. Auch unterliegen Aktien den allgemeinen Schwankungen der Aktienmärkte. Die Verarbeitung gerade von Metallen ist oft sehr energieintensiv, was die Industrie stark von Energiepreisen abhängig macht.

Wer Rohstoff-Zertifikate kauft, muss ebenfalls mit Totalverlust rechnen, wenn die Emittentin insolvent wird. Diese schmerzliche Erfahrung machten Anleger mit Zertifikaten der US-Investmentbank Lehman Brothers.

Länderrisiko
Zudem werden Rohstoffe manchmal in politisch instabilen Regionen gewonnen, was Minen-Gesellschaften zusätzlich belasten kann. So wurde die Bougainville Copper Mine auf Papua Neuguinea (PNG) durch die einheimische Bevölkerung gewaltsam lahm gelegt, als vereinbarte Zahlungen an das Dorf Bougainville nur spärlich ankamen und der Tagebau schwere ökologische Schäden verursachte. Als im März 1989 die Armee von PNG versuchte, die Ordnung wieder herzustellen, eskalierte der Konflikt, die Mine musste aufgegeben werden und es kam zu einem 10-jährigen Bürgerkrieg.

Wie nun in Rohstoffe anlegen?
Physische Form, Aktien, Fonds oder Zertifikate, der Anleger hat die Wahl.

Physische Form
Ob Barren oder Münzen, Edelmetalle eignen sich durchaus für eine Verwahrung in physischer Form, sofern man einen Tresor zur Hand hat oder die Bank ein entsprechendes Schliessfach bietet.

Gold und Silber sind im Handel erhältlich, wobei hier der Aufpreis erheblich ist. Interessanter sind Münzen der Bundesbank, deren Ausgabepreis nur knapp über dem Materialwert liegt. Leider ist deren Anzahl begrenzt.

Aktien
Kupfer, Eisen, Kohle oder Aluminium in der Wohnung zu horten, macht wenig Sinn. Besser wären da schon Aktien von soliden Unternehmen. Wobei hier nur indirekt von der Preisentwicklung profitiert werden kann.

Fonds
Rohstoff-Fonds eignen sich zur Risikostreuung, was jedoch auf die Rendite drückt. Der BGF World Mining Fund wäre ein Beispiel.

Zertifikate
Mit Zertifikaten kann der Anleger direkt von Preisentwicklungen profitieren. Sie gibt’s in verschiedensten Versionen und auf alle möglichen Indizes oder Rohstoffarten.

Fazit
Letztlich kann man sagen, dass Rohstoffe eine sinnvolle Beimischung zum Depot sind. Es kommt aber auf das Anlageziel an und Risiken sollten beachtet werden. Anleger, die auf Rendite aus sind, brauchen schon mal einen längeren Atem und sollten sich auf den Märkten gut auskennen. Wer hingegen z.B. Edelmetalle als eine Art Sicherheit für alle Fälle betrachtet, kann sich entweder ein paar Barren oder Münzen hinlegen oder Zertifikate kaufen. Die Rendite spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Foto: Jurii / http://images-of-elements.com/palladium.php / CC

Written by Frank Kerkau

July 2nd, 2010 at 3:43 am

Kundenzufriedenheit: MLP auf Platz eins

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Unabhängige Vermögensverwalter belegen in der Kundenzufriedenheit den ersten Platz. Auf Platz zwei verweisen die Anleger klassische Privatbanken. Grossbanken hingegen können bei vermögenden Kunden am wenigsten Punkten. Das ergab eine Studie der privaten Hochschule WHU – Otto Beisheim School of Management, wie Börse Online meldet.

In der Gesamtwertung führt der Finanz- und Vermögensberater MLP. Die Privatbanken Merck Fink und Berenberg Bank belegen den zweiten und dritten Platz.

Wichtigstes Kriterium für die Zufriedenheit ist gemäss der Studie die Wertentwicklung des Depots. Hier haben die Grossbanken die rote Laterne.

Auch auf ciao.de kommt MLP gut weg. Immerhin sprechen 90 Erfahrungsberichte mit überwiegend positiver Bewertung für den Vermittler.

ots
Foto: MLP-Zentrale Wiesloch / © MLP

Written by Frank Kerkau

June 29th, 2010 at 4:04 pm

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Steueroase Deutschland – Die Tricks der Unternehmer

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Deutschland ist ein Steuerparadies für Reiche. Sie rechnen sich legal arm oder kassieren Spekulationsgewinne steuerfrei.

Gemäss dem deutschen Steuerrecht entfaltet der Spitzensteuersatz der Einkommensteuer – die neben der Mehrwertsteuer immerhin der grösste Posten der Staatseinnahmen ist – nur bei Arbeitnehmern seine volle Wirkung. Ein Selbständiger hingegen braucht die aktuellen 45 Prozent nicht zu fürchten, weil er seine Betriebsgewinne kleinrechnen kann – teilweise sogar mit privaten Ausgaben.

Immobilien-Spekulation steuerfrei
Nehmen wir den Immobilien-Spekulanten. Der braucht sein Haus nur 10 Jahre im Eigentum zu halten, damit der Veräusserungsgewinn, der pro Objekt schon mal in die Millionen gehen kann, steuerfrei bleibt. Handelt es sich dabei um eine Gewerbeimmobilie, hat der Eigentümer über diese 10 Jahre seine Mieteinnahmen natürlich ebenfalls kaum versteuert, weil Kosten für Bewirtschaftung und Finanzierung dagegen stehen.

Geldwäsche leicht gemacht
Banken interessieren sich zwar im Auftrage der Behörden für die Herkunft von Überweisungen. Handwerkern und Baummärkten sind Barzahlungen jedoch egal. Wer mit Schwarzgeld Bauleistungen und Material scheibchenweise vorfinanziert, kann die Rechnungen für den Hausbau legal seiner Bank präsentieren, die dann den Kredit auf das Privatkonto auszahlt. Am Ende stehen Haus und Kredit. Die Schulden werden legal aus Mieteinnahmen getilgt. Wird das Objekt nach 10 Jahren verkauft, fliesst auch der Kaufpreis legal und steuerfrei.

Das süsse Leben auf Staatskosten
Der Würstchenfabrikant finanziert seinen Wohlstand ebenfalls über das Finanzamt. Alles, was dem Geschäft dienlich ist, schmälert Gewinn und Steuerschuld. Zu den steuermindernden Ausgaben zählen dabei unter anderem der Firmen-Mercedes, die Geschäftsessen mit Kunden, Flüge im Firmen-Jet und die Wertminderung (Abschreibung) des Fabrikgebäudes – auch dessen Grundsteuer ist eine Betriebsausgabe.

Dass sich im Geschäftsleben das Schöne mit dem Nützlichen verbinden lässt, versteht sich dabei von selbst. So können Unternehmer gerne die Kosten ihres privaten Fitness-Trainers dem Finanzamt als Firmenausgaben unterjubeln, sofern sie die Dienstleistung den Steuerbehörden als Coaching verkaufen.

Wer zudem in seinen eigenen vier Wänden mindestens 10 Prozent der Fläche geschäftlich nutzt, darf auch den privaten Bereich dem Firmenvermögen zuordnen und sich die bereits an Bauunternehmen gezahlte Umsatzsteuer vom Fiskus zurückholen. Danach muss er aber über einem Zeitraum von 10 Jahren diesen zinslosen “Förderkredit” im Rahmen der Versteuerung der Nutzung seiner privaten Wohnfläche an das Finanzamt zurückzuzahlen.

Betriebsaufspaltung als Steuersparmodell
Betriebsaufspaltung gilt als hohe Schule für steuersparende Unternehmer. Ihr Sinn und Zweck ist ursprünglich, das Vermögen der Eigentümer vor den Augen gieriger Gläubiger zu verstecken. Wenn ein Unternehmer jedoch Gewerbesteuern sparen will, könnte er seine Firma in mehrere Personengesellschaften teilen, so dass jede vom Freibetrag profitiert.

Selbst die Pendlerpauschale rechnet sich für Steuersparer
Selbständige und gewerbliche Arbeitnehmer können von der Pendlerpauschale profitieren, sofern sie in Mathe nicht völlig geschlafen haben. Pendler dürfen pro Entfernungskilometer und Arbeitstag pauschal 0,30 Euro und maximal 4.500 Euro im Jahr ansetzen. Die Strecke zwischen Leipzig und Dresden beträgt 117 Kilometer. Rechnen Sie’s nach! Bei 220 Arbeitstagen pro Jahr wäre die Erstattung in maximaler Höhe fällig. Wer dabei auf das Auto verzichtet und mit einem Jahresabo der Bahn angenehm im ICE pendelt, zahlt aktuell nur 2.679 Euro. Die Differenz in Höhe von 1.821 Euro ist der Gewinn des Steuerzahlers, weil das Finanzamt in der Regel nur die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsort aber nicht das Verkehrsmittel prüft. Da ist noch mehr drin! Die Entfernung zwischen Dresden und Chemnitz beträgt 85 Kilometer. Wer hier statt Auto die Regionalbahn nutzt, zahlt für das Jahresabo aktuell nur knapp 2.099 Euro. Das Finanzamt akzeptiert aber die vollen 4.500 Euro. Der Gewinn beträgt also satte 2.401 Euro.

Foto: Zoom Zoom / CC

Written by Frank Kerkau

June 27th, 2010 at 5:10 am

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Kostenloses Giro-Konto – DKB-Cash gewinnt auch Online-Umfrage

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DKB-Cash ist das kostenlose Giro-Konto der Deutschen Kreditbank (DKB). Gemäss einer Online-Umfrage auf kostenloses-giro-konto.com würde sich ein Drittel der bislang 1.740 Teilnehmer für das DKB-Internet-Konto entscheiden. Zum Vergleich stehen insgesamt fünf Angebote.

Ein attraktives Rundumpaket
Zu ihrem kostenlosen Online-Konto bietet die DKB eine VISA-Kreditkarte mit Partnerkarte zum Nulltarif bei aktuell 1,65 Prozent Guthabenverzinsung. Die Karte ist eine Kombination aus Debit- und Kreditkarte und kann per Überweisung oder Dauerauftrag von einem beliebigen Konto aufgeladen werden. Ihr Verfügungsrahmen setzt sich aus Guthaben und Kreditrahmen zusammen. Zudem gewährt die DKB auf dem Giro-Konto aktuell variable 0,5 Prozent Zinsen. Ebenfalls zum Nulltarif gibt’s die ec-Karte (Maestro) plus Partnerkarte. Seine Kontoauszüge verwaltet der Kunde online. Porto entfällt. Kopien wichtiger Dokumente, wie Personalausweis oder Versicherungspolicen, können im Online-Tresor der Bank verwahrt werden. Die Dispo- und Überziehungszinsen liegen im Moment mit moderaten 7,9 und 12 Prozent weit unter dem Branchen-Durchschnitt.

Testsieger
Im diesjährigen Test von Focus-Money belegte das DKB-Internet-Konto den ersten Platz unter 59 Angeboten von Online- und Filialbanken.

Gemäss Angaben der Bank wird DKB-Cash derzeit von 1,9 Millionen Kunden genutzt.

Screenshot: © DKB

Written by Frank Kerkau

June 26th, 2010 at 8:52 pm

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Eine transparente Krankenversicherung muss her

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Deutschlands Gesundheitssystem ist eine Katastrophe. Über verdeckte Zahlungsströme finanzieren jüngere Patienten die Behandlung der älteren, Privatpatienten die der Kassenpatienten und alle gemeinsam spenden an gierige Versicherungen und Pharma-Unternehmen. Eine umfassende Vereinfachung der Krankenversicherung ist daher längst überfällig.

Undurchsichtig – Die ärztliche Honorarabrechnung seit 01. Januar 2009
Ärzte rechnen ihre Leistungen für Kassenpatienten über Punkte ab. Ein Punkt entspricht dabei bundesweit 3,5 Cent (bis auf wenige Ausnahmen). Die Punkte meldet der Arzt an die Krankenkasse, die wiederum an die Kassenärztliche Vereinigung und je nach Anzahl der gemeldeten Punkte erhält der Arzt von dort dann sein Geld. Aber er hat pro Quartal und Behandlungsfall ein Budget – durch die Politik als Regelleistungsvolumen verklausuliert. Überschreitet der Arzt in einem Quartal oder in einem Fall sein Limit, dann verringert sich die Vergütung stufenweise. Gestaltet sich eine Behandlung einfacher als die Regelung vorgibt, dann könnte der Arzt trotzdem die volle Punktzahl abrechnen und mit dem zu erwartenden finanziellen Überschuss die Behandlung von Patienten fortsetzen, deren Punkte bereits aufgebraucht sind. Der Kassenpatient erfährt über die Abrechnung seiner Behandlung nichts.

Für Privatpatienten schreibt der Arzt eine Rechnung, die innerhalb von 14 Tagen bezahlt werden muss. Der Patient kann sich das Geld von seiner Privaten Krankenversicherung zurückholen. Die Abrechnung der Leistungen erfolgt dabei auf Basis der Gebührenordnung und je nach Schwierigkeit der Behandlung kann zum Beispiel der Zahnarzt den Betrag für eine Leistung mit einem Faktor von bis zu 2,3 multiplizieren. Die Höhe des Faktors muss zwar begründet sein, aber Mediziner sind in ihrer Argumentation gegenüber unkundigen Versicherungsangestellten sehr findig. Die Kontrolle liegt hier beim Patienten. Bietet seine Versicherung ein Bonussystem, kann er auf Erstattung eines Teils seiner gezahlten Prämien hoffen, wenn er das jährliche Limit für eingereichte Rechnungen unterbietet.

Folgen in der täglichen Arztpraxis
Aus den Vergütungsregeln ergeben sich Spielräume. Wenn ein Arzt für seinen Hausbesuch bei einem Kassenpatienten zum Beispiel 400 Punkte abrechnen kann, dann bedeutet das nicht, dass alle Hausbesuche gleich verlaufen müssen. Ebenso kann ein Zahnarzt bei einem Privatpatienten den Berechnungsfaktor in voller Höhe ansetzen, obwohl die Behandlung ohne die als Begründung angeführten Probleme verlief. Wer will das nachprüfen?

Und so ist es möglich, dass freie Spitzen im Budget der Kassenpatienten oder die Freizügigkeit von Privatpatienten zur Subvention von schwierigen Krankheitsfällen herangezogen werden, deren Kosten den üblichen Rahmen sprengen würden.

Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass zudem der Abrechnungsspielraum bei Privatpatienten manche Ärzte geradezu verleitet, eigennützig Preise am oberen Ende zu berechnen, was sich letztlich in höheren Tarifen für alle Versicherten niederschlägt.

Diese Honorarregeln begünstigen also nicht nur illegale Mauschelei. Auch werden die Aufgaben der Aktuare (Versicherungsmathematiker) auf die Mediziner abgewälzt.

Dramatische Verzerrungen
Schaut man sich die aktuellen Abrechnungsregeln an, so kann die Behandlung von schwerkranken Kassenpatienten zu Lasten von geschröpften Privatpatienten, gesünderen Kassenpatienten oder natürlich durch Steuergelder finanziert sein. Daran ist grundsätzlich nichts Verwerfliches. Der Skandal dabei ist, dass die solidarische Verteilung der Gelder, deren Gedanke jeder Versicherung zu Grunde liegt, auf den Schultern der Ärzte ruht und niemand dabei einen Überblick hat, wie hoch die Kosten unseres Gesundheitssystems wirklich sind und wie hoch sie nach professioneller Kontrolle sein würden.

Grundversorgung auf Gegenseitigkeit für alle und mit allen wäre eine Lösung
Wenn aber Privatpatienten, Gesündere und Steuerzahler jetzt schon die Behandlung schwerkranker Kassenpatienten direkt oder indirekt über Schattenhaushalte mitfinanzieren, wäre es dann nicht klüger, die alten Strukturen endlich aufzubrechen und eine für alle Bürger einheitliche sich selbst tragende Krankenversicherung als Grundversorgung zu schaffen? Die Vorteile sprechen dafür. So wäre diese neue Versicherung aufgrund ihrer Monopolstellung ein starker Verhandlungspartner auf Augenhöhe gegenüber der Pharma-Lobby. Die Medikamenten-Preise gingen in den Keller. Auf einer Grundsicherung würden erweiterte und qualitativ höhere Versicherungsleistungen modulartig aufbauen und den Bürgern die Freiheit geben, selbst zu entscheiden. Die Abrechnung könnte über Rechnungslegung und Bonussystem ähnlich wie bei der Privaten Krankenversicherung erfolgen, so dass alle Patienten die sonst nur den privaten vorbehaltene Kontrollfunktion ausüben und von Beitragsrückerstattungen profitieren würden. Die Qualität der Behandlung der Rentner wäre nicht mehr von der Anzahl der Privatpatienten einer Arztpraxis abhängig. Nicht zuletzt wäre eine solche Krankenversicherung transparent und berechenbar.

Foto: diekatrin / CC

Written by Frank Kerkau

June 20th, 2010 at 12:34 am

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