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Archive for the ‘Forschung’ Category

Wie wichtig ist die Eroberung des Weltalls?

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Foto: Schwefelvorkommen auf dem Mars (NASA/JPL/Cornell)

H.H. Koelle von der Technischen Universität Berlin, Institut für Luft- und Raumfahrt (ILR) beschreibt in seiner ausführlichen wissenschaftlichen Studie Über den Nutzen der Raumfahrt an der Schwelle des 21. Jahrhunderts, warum die unbemannte und bemannte Raumfahrt für die Menschheit wichtig und sinnvoll ist. Die Studie betrachtet des Weiteren den Aufwand und Nutzen sowie verschiedene Szenarien künftiger Entwicklungen unter Berücksichtigung verschiedener globaler Probleme der Menschheit.

Reiner Klinger hingegen fällt in Das Märchen von der Eroberung des Weltalls anhand hypothetischer und Fehler behafteter Annahmen ein vernichtendes Urteil über die bemannte Raumfahrt. (Reiner, gemäss meiner Astrophysik gilt: 1/10 der Lichtgeschwindigkeit im Vakuum = 30.000 km/s = 1,8 Millionen km/h)

Nur gut, dass der Mensch von Natur aus neugierig und Science Fiction eine wichtige Triebkraft des wissenschaftlich technischen Fortschrittes ist. Andernfalls hätte die Menschheit in ca. 5 Milliarden Jahren ein Problem.

Written by Frank Kerkau

December 9th, 2005 at 7:03 pm

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Carl Zeiss – Meilenstein für neue Chipherstelltechnologie erreicht

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Carl Zeiss SMT liefert erstes Spiegelsystem für EUV-Lithographie

Oberkochen, 07.12.2005.
Carl Zeiss SMT hat heute die erste Projektionsoptik für die sogenannte Extreme Ultra Violet- Lithografie (EUVL) an den niederländischen Partner ASML ausgeliefert. Die EUV-Lithografie
ist ein neuartiges Produktionsverfahren mit dem Mikrochips noch leistungsfähiger gemacht werden können. Die Technologie basiert auf der Belichtung mit extrem kurzwelliger Strahlung von nur 13 Nanometer (nm) Wellenlänge. Dies ermöglicht den Chipherstellern Strukturen mit 32 nm Breite und darunter herzustellen. So kann die Integrationsdichte von Mikrochips, und damit ihre Leistungsfähigkeit, deutlich gesteigert werden.

Im Gegensatz zu klassischen, lichtoptischen Lithographiesystemen besteht die EUVL Projektionsoptik komplett aus Spiegeln, da keine transparenten Materialien für die kurze Wellenlänge vorhanden sind. Die technischen Anforderungen an die Spiegel sind enorm: Die asphärisch, also “nicht-kugelförmig” geformten Flächen müssen mit einer Genauigkeit von wenigen Atomlagen gefertigt werden. Auch die Oberflächenrauigkeit darf wenige Atomlagen nicht übersteigen, um Streulicht zu vermeiden. Das Komplettsystem, bestehend aus sechs präzise zueinander angeordneten Spiegeln, wird im Vakuum betrieben, denn auch geringste Luft- mengen würden die EUV Strahlung absorbieren. Eine ebenfalls entscheidende Rolle spielt die Beschichtung der Spiegel, die erst für die reflektierende Wirkung sorgt. Ausreichend hohe Reflektivität kann nur durch den Aufbau eines Pakets aus über 50 Doppelschichten von Molybdän/Silicium (Mo/Si) erzielt werden, wobei jede einzelne dieser Doppelschichten weniger als 10 nm dick ist.

Der Begriff optische Lithographie bezeichnet die Abbildung der Strukturen eines Chips, wie beispielsweise elektrische Leiterbahnen oder Transistoren, von einer Maske auf das Substrat- material des Chips. Je kleiner diese Strukturen sind, umso dichter können sie auf einen Chip gepackt werden, was beispielsweise höhere Speicherkapazität oder höhere Rechengeschwindigkeit ermöglicht. Die Lithographie hat damit entscheidenden Anteil an der fort- schreitenden Entwicklung der Chipleistung. Die heute in der Serienproduktion von Chips einge- setzten Lichtquellen und optischen Systeme arbeiten im kurzen UV Wellenlängenbereich (248 nm und 193 nm) und erreichen eine Auflösung von bis zu 65 nm – etwa ein Tausendstel des Durchmessers eines menschlichen Haares.
Für noch feinere Auflösungen setzt die Chipindustrie auf die EUV Lithografie, für die Strahlung mit einer Wellenlänge von nur 13 nm eingesetzt wird. Anders als bei lichtoptischen Systemen erfolgt die Abbildung hier nicht über ein Linsensystem, sondern über hoch präzise Spiegel. Der Einsatz der EUV-Lithographie in der Chipherstellung wird gegen Ende des Jahrzehnts erwartet.

Quelle: Pressemitteilung Carl Zeiss SMT AG
Foto: © Carl Zeiss SMT AG

Written by Frank Kerkau

December 7th, 2005 at 3:12 pm

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Carl Zeiss und Max-Planck-Forscher entwickeln gemeinsam Hochtechnologie für größtes Weltraumteleskop

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Oberkochen, 30.11.2005 – Die Carl Zeiss Optronics GmbH (Oberkochen) und das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg (MPIA) entwickeln gemeinsam das feinmechanisch-optische Herzstück für zwei Instrumente des neuen “James-Webb- Weltraumteleskops” (JWST). Im Auftrag der Weltraumbehörden ESA und NASA wird das JWST mit einem 6,5-Meter-Spiegel als Nachfolger des legendären Hubble-Weltraumteleskops in den kommenden acht Jahren Gestalt annehmen. Gestern wurden die Verträge zwischen Carl Zeiss und dem MPIA über die gemeinsame Arbeit an den Instrumenten MIRI und NIRSpec für das JWST unterzeichnet.

Das Weltraumteleskop “James Webb” wird das Hubble-Weltraumteleskop im nächsten Jahrzehnt als erfolgreichstes astronomisches Beobach- tungsinstrument ablösen. Das wichtigste wissenschaftliche Ziel dieser Mission ist die Entdeckung des “ersten Lichts” im frühen Universum, also der Entstehung der ersten Sterne aus dem langsam abkühlenden Feuerball des “Urknalls”.
Das JWST wird 1,5 Millionen Kilometer außerhalb der Erdbahn stationiert. Weil sich dort die Anziehung von Sonne und Erde addieren, läuft das JWST synchron mit der Erde um die Sonne, und es ist stets von der Sonne abgewandt. Hier kühlen sich das Teleskop und die Instrumente durch den Blick in den kalten Kosmos auf -230°C ab. Die extrem hohe Empfindlichkeit, kombiniert mit der hohen Auflösung des sehr großen Teleskops, wird auch zu ganz neuen Einsichten bei der Entstehung von Sternen und Planeten in unserem eigenen Milchstraßensystem führen.

Eine europäische Ariane5-Trägerrakete soll das JWST im Jahre 2013 an seinen Bestimmungsort auf der L2-Bahn bringen. Diese Vorhaben werden durch die Europäische Weltraum-Agentur ESA, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR und die Max-Planck-Gesellschaft gefördert.

Quelle: Carl Zeiss

Written by Frank Kerkau

November 30th, 2005 at 2:46 pm

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Venus Express’ Inbetriebnahme weiterhin erfolgreich

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Nach ihrem höchst erfolgreichen Start und früher Orbit-Phase haben das Missions-Kontroll-Team vom European Space Operations Centre gemeinsam mit den Wissenschaftlern begonnen, die Instrumente an Bord von “Venus Express” zu überprüfen. Nach den Inflight-Checks der Flug- und Betriebssysteme werden nun die Funktionen der wissenschaftlichen Nutzlast kontrolliert. Die Aktivitäten, welche am 18. November begannen, konzentrierten sich zuerst auf drei Hauptinstrumente: dem Venus Express Magnetometer (MAG), dem Ultraviolet/Visible/Near-Infrared Mapping Spectrometer (VIRTIS) und der Venus Monitoring Camera (VMC).

MAG wird das magnetische Feld der Venus studieren, welches durch den Einfluss der Sonne auf die Venus-Atmosphäre entsteht. VIRTIS erforscht derweil die Zusammensetzung der unteren Schichten der Atmosphäre und VMC – eine Weitwinkel-Multispektral-Kamera – wird Bilder des Planeten in den Bereichen Infrarot, Ultraviolett und des sichtbaren Lichtes aufnehmen.

Inzwischen lieferte “Venus Express” mit der VMC erste Bilder des Erde-Mond-Systems. Diese Bilder, in verschiedenen Wellenlängen des infraroten, ultravioletten und des sichtbaren Lichtes aufgezeichnet, dienen zum Test und der Kalibrierung der Kamera vor Erreichen der Venus. Pro Umrundung wird die VMC Bilder des Planeten und seiner Oberfläche schiessen sowie die Wolkenbewegungen studieren. Die Kamera wird des Weiteren bei der Identifizierung von Phänomenen assistieren, die von anderen Beobachtungsgeräten entdeckt werden.

Als nächstes soll das Ultraviolet and Infrared Atmospheric Spectrometer (SPICAV) – ein Instrument zur Erforschung der Venus-Atmosphäre – aktiviert werden. Danach werden alle Geräte (MAG, VIRTIS, VMC, SPICAV) für ihre Kalibrierung ausgewählte Ziele simultan beobachten.

“Venus Express” war am 24. November 2005, 20.00 Uhr MEZ vier Millionen Kilometer von der Erde, 146 Millionen Kilometer von der Sonne und 72,5 Millionen Kilometer von der Venus entfernt. Ein Funksignal benötigt für eine Strecke dieser Entfernung zwischen Sonde und Erde schon 13 Sekunden.

Quelle:
ESA – Spacecraft operations Portal

Written by Frank Kerkau

November 30th, 2005 at 2:15 am

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95 Prozent Industrie-Blei in der Arktis

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Deutsche und kanadische Forscher vom Geological Survey of Canada, Ottawa und von der Universität Heidelberg stellten auf Devon Island – einer auf 75 Grad nördlicher Breite, weit jenseits des Polarkreises gelegenen kanadischen Insel fest, dass der Schnee der letzten zehn Jahre im Schnitt 45 Pikogramm Blei pro Gramm enthielt. Die Hauptmasse dieses Bleis scheint in den Wintermonaten abgelagert zu werden, wenn Luftmassen aus Nordeuropa und Nordasien über Devon Island ziehen.
Die Messungen ergaben auch eine schon weit vor der Verwendung verbleiten Benzins umfassende Verschmutzung der Atmosphäre mit Blei.

gefunden bei scienceticker.info

Written by Frank Kerkau

November 29th, 2005 at 10:01 am

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idw – AMBER schaut in die Kinderstube von Planeten

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Internationalen Astronomenteams gelingen mit neuem Infrarot-Interferometer am VLT überraschende Einblicke in kosmische Gas- und Staubscheiben

Zwei internationale Forscherteams, zu denen auch Astronomen des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie gehören, haben mit dem neuen Instrument AMBER des Very Large Telescope Interferometer der Europäischen Südsternwarte (ESO) neue Einblicke über die unmittelbare Umgebung von Sternen gewonnen, in der sich neue Planeten aus Gas und Staub bilden können. Eine Forschergruppe hat die einen jungen Stern umgebende Gas- und Staubscheibe sowie den stellaren Wind untersucht, der von diesem Stern ausgeht. Hierbei sind die Forscher auf bisher unbekannte Eigenschaften dieser innersten Sternumgebung gestoßen. Einer anderen Forschergruppe gelang es erstmals, das Gas- und Staubmaterial in der Umgebung eines ”Überriesen-Sterns” zu analysieren. Beide Beobachtungsergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Written by Frank Kerkau

November 25th, 2005 at 10:49 pm

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Carl Zeiss – Erkundung der Welt der Einzelmoleküle

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Das ConfoCor 3 von Carl Zeiss bietet hohe Präzision, höchste Empfindlichkeit, spektrale Auflösung und komfortable Reproduzierbarkeit. In Kombination mit einem Laser Scanning Mikroskop LSM 510 beziehungs- weise LSM 510 META verbindet es hoch aufgelöste Bildaufnahme mit empfindlicher Fluktuationsanalyse. Mit dem Detektionsmodul ConfoCor 3 können durch die quantitative Analyse der Konzentration, Position, Wechselwirkung und Mobilität von Molekülen neue Einblicke in dynamische Zellvorgänge gewonnen werden. Das Zusammenspiel schneller Detektoren und Online-Datenauswertung ermöglicht die zeitliche Auflösung schneller dynamischer Prozesse.

Die neuen experimentellen Möglichkeiten des ConfoCor 3 kommen u.a. bei der Untersuchung von Molekülverteilungen in Zellen, von Diffusions- vorgängen mit Fluoreszenz-Korrelations- Spektroskopie, von Proteinkomplexbildungen sowie dem Nachweis gemeinsamer Bewegungen und die Quantifizierung von Rezeptor-Ligand-Wechselwirkungen zum Tragen.

Foto: © Carl Zeiss

Written by Frank Kerkau

November 23rd, 2005 at 10:38 am

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idw – Ein Marsjahr unterwegs mit Mainzer Spektrometern

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Das hätte keiner gedacht. Da baut man zwei Instrumente für die Doppelmission zum Mars, testet sie auf Herz und Nieren und hofft, dass sie drei Monate funktionieren. Jetzt sind fast zwei irdische Jahre vorbei und die beiden Alpha-Röntgen-Spektrometer (APXS) arbeiten immer noch wie am ersten Tag. Manchmal reiben sich die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie die Augen, ob sie nicht träumen: ein ganzes Marsjahr (687 Tage) ist vergangen und es gibt immer noch neue, wissenschaftlich hochinteressante Entdeckungen. Aufgrund der aufschlussreichen APXS-Daten über die chemische Zusammensetzung des Roten Planeten hat die NASA beschlossen, das Gerät auch bei der nächsten Rovermission 2009 wieder mit auf die Reise zu nehmen.

Mitte 2003 wurden die beiden Spektrometer mit je einem Erkundungs-Rover, Spirit und Opportunity, zum Mars geschickt. Beide Rover und alle Instrumente an Bord überlebten die starken Vibrationen beim Start der Raketen. Etwa sieben Monate später im Januar 2004 erfolgten die holprigen Landungen auf dem Mars. Mehr als zwanzig Mal hüpften die Landegeräte, die von riesigen Airbags umgeben waren, auf der Marsoberfläche hoch und nieder bis sie schließlich zur Ruhe kamen. Großes Aufatmen bei allen beteiligten Technikern und Wissenschaftlern. Jetzt konnte es losgehen auf dem Mars!

Die Handteller großen Alpha-Röntgen-Spektrometer wurden in der Abteilung Kosmochmie des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz unter der Leitung von Dr. Rudolf Rieder gebaut. Die Geräte mussten viele Tests über sich ergehen lassen, bevor die NASA-Techniker des Jet Propulsion Laboratory in Kalifornien sie für die große Reise akzeptierten.

Wissenschaftler hatten viele Jahre lang die Marsoberfläche mit Bildern aus dem Orbit studiert, um zwei Landestellen zu finden, die Hinweise auf ehemalige Aktivitäten von Wasser geben sollten. Die Rover sind für diese Aufgabe wie Feldgeologen ausgerüstet: mehrere Stereo-Kameras (USA), eine Mikroskop-Kamera (USA), ein APXS zur Bestimmung der chemischen Zusammensetzung (Max-Planck-Institut für Chemie), ein Mössbauer-Spektrometer zur Identifizierung eisenhaltiger Minerale (Johannes Gutenberg-Universität Mainz), und ein Gesteinsschleifer (USA). Erst das Zusammenspiel der verschiedenen Instrumente erlaubte eine eingehende Erforschung der unbekannten Marsoberfläche.

Der Rover Spirit war im großen Gusev-Krater gelandet (Durchmesser 130 Kilometer). Genau auf der anderen Seite des Mars, in der Ebene Meridiani, war der Rover Opportunity in einem ganz kleinen Krater zur Ruhe gekommen (Durchmesser nur 20 Meter). Jedoch entpuppte sich dieses “Golfloch” als ein Glücksfall. Genau vor der Nase, sprich dem Instrumentenarm des Rovers lag helles, anstehendes Gestein. Schon die ersten Messungen mit dem Alpha-Röntgen-Spektrometer zeigten, das hier keine “normalen” Steine vorlagen – man hatte nur einfache Basalte erwartet – sondern ein Material, das aus einer Mischung von Schwefelsalzen in hoher Konzentration und Mars-Staub besteht. Der Gesteinsschleifer enthüllte, dass das Material relativ fest ist. Die Bilder zeigten viele Schichtungen. Es handelt sich also um ein richtiges Sediment, das durch Ablagerung in Wasser entstanden ist. Rover Opportunity entdeckte auf seiner zweijährigen Reise noch viele Hinweise auf ehemaliges Wasser, das jedoch seit langer Zeit verschwunden ist. Heute ist die Marsoberfläche knochentrocken und wegen der sehr dünnen Atmosphäre auch nicht imstande, flüssiges Wasser zu halten, denn es verdunstet sofort – nur auf den sehr kalten Marspolen gibt es Wassereis. Doch der Nachweis war erbracht, dass einst, vor vielen hundert Millionen oder gar ein, zwei Milliarden Jahren, Wasser vorhanden war. Meridiani war also früher ein Land der vielen Seen oder eines kleinen Ozeans gewesen. Wann genau Wasser auf dem Mars geflossen ist und ob sich darin Leben entwickelt haben könnte, ist noch unbekannt. Dies soll mit den nächsten Mars-Missionen, etwa dem MSL-Rover 2009, näher untersucht werden.

Auf der anderen Seite des Mars hatte Rover Spirit anfangs Probleme, Spuren von Wasser zu finden. Obwohl ein großes Flusstal in den Krater-Gusev mündet, ist die Landestelle jetzt eine typisch trockene Marswüste: rotbrauner Staub und verstreute Gesteinsbrocken. Eine chemische Analyse der Steine mit dem Alpha-Röntgen-Spektrometer ergab erstaunlicherweise eine basaltische Zusammensetzung. Einzig die unerwartete Entdeckung des APXS, dass in einem der Steine eine hohe Konzentration des Elements Brom vorliegt, deutete auf die Einwirkung von Feuchtigkeit hin, weil Bromsalze in Wasser sehr leicht löslich sind. Da weitere Anzeichen für Wasser in der Umgebung fehlten, beschloss das NASA-Wissenschaftsteam, den Rover in Richtung einer Hügelkette zu steuern, die immerhin mehr als zwei Kilometer entfernt lag. Beide Rover einschließlich ihrer Instrumente waren nach sechs Monaten immer noch in extrem guter Form, und so bestand berechtigte Hoffnung, dass Spirit eine lange Reise gut überstehen würde. Die Hügelkette hat er schon Mitte letzten Jahres mühelos erreicht und mehr als sechs Kilometer zurückgelegt, obwohl er nur für eine maximale Fahrtstrecke von eineinhalb Kilometern konstruiert worden war.

In den Hügeln, die zur Erinnerung an das verunglückte Space Shuttle “Columbia Hills” getauft wurden, entdeckte Spirit Steine, die total anders sind als alle vorher auf dem Mars gefundenen, einschließlich der Sedimente von Meridiani. Ihr hoher Anteil an flüchtigen Elementen wie Schwefel und Chlor lässt darauf schließen, dass einst Asche von einem nahe liegenden Vulkan in den Gusev-Krater herunter regnete. Heute ragen die Columbia Hills über die Gusev-Ebene auf, doch früher waren sie mit Wasser in Kontakt, vielleicht eingetaucht in einem einst gefüllten Kratersee. Die chemische und mineralogische Zusammensetzung der Steine sowie sulfatreiche Staubschichten in einem Graben deuten darauf hin, dass hier einst Wasser mit vulkanischer Asche reagiert hat.

Immer wieder sind die Daten des APXS für Überraschungen gut. Kürzlich wurde an drei verschiedenen Stellen in den Columbia Hills ein helles, zerklüftetes Grundgestein mit außergewöhnlich niedrigen Eisen- und hohen Aluminium-Konzentrationen entdeckt. Die Eisengehalte sind zwei- bis dreimal niedriger im Vergleich zu allen anderen Gesteinen auf dem Mars und den vom Mars stammenden Meteoriten. Der Hauptbestandteil dieser neu entdeckten Sedimente könnte ein aluminiumreiches Tonmineral sein, das durch Einwirkung von säurehaltigem Wasser auf vulkanische Asche entstehen kann.

Written by Frank Kerkau

November 18th, 2005 at 11:04 pm

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idw – Theoretische Physik: Schütteln ersetzt Photonen

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Zu einem der weltweit “heißesten”‘ Forschungsgebiete der Physik haben Wissenschaftler der Universität Oldenburg um Prof. Dr. Martin Holthaus jetzt eine wichtige Arbeit vorgelegt. In der Ausgabe vom 11. November 2005 der renommierten Fachzeitschrift Physical Review Letters berichten sie von ihren Erkenntnissen aus dem Bereich der Quantenphysik (PRL 95, 200401, 2005).

Hintergrund ist der Umstand, dass Quantenobjekte Barrieren durchdringen können, die für klassische Teilchen unüberwindbar sind. In der Physik ist dafür der Ausdruck “Tunneln” geläufig. Dieses Tunneln geschieht häufig mithilfe von Photonen (Lichtquanten).

Aufgrund quantenmechanischer Berechnungen konnten die Oldenburger nun nachweisen, dass ein ähnliches Phänomen auch bei so genannten Bose-Einstein-Kondensaten auftritt. Dabei handelt es sich um sehr viele, ultrakalte Atome, die eine einzige Materiewelle ausbilden. Ein Bose-Einstein-Kondensat verhält sich zu normaler Materie ähnlich wie das Licht eines Lasers zum Licht einer Glühbirne. Während eine Glühbirne “spaghettiförmig” strahlt, strahlen die Wellenzüge eines Lasers im Gleichtakt.

Um den Tunneleffekt dieser Materiewelle gezielt zu steuern, benötigt man aber keine Photonen, sondern das Kondensat muss auf elektronischem Wege mit Frequenzen im Kilohertz-Bereich “geschüttelt” werden. Eine Bestätigung dieser Berechnungen durch Laborversuche – wofür allerdings nur wenige Labors auf der Welt ausgerüstet sind – ist jetzt der nächste Schritt.

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Written by Frank Kerkau

November 18th, 2005 at 10:44 pm

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idw – Physical Review Letters: RUB-Chemiker fangen NO-Molekül im Nanotröpfchen

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In einem fünf Nanometer kleinen Ball aus supraflüssigem Helium haben Bochumer Chemiker um Prof. Dr. Martina Havenith-Newen (Lehrstuhl für physikalische Chemie II) bei -272,78°C – nur 0,37°C über dem absoluten Nullpunkt – ein Stickstoffoxid(NO)-Molekül eingefangen. Mittels eines hochauflösenden Infrarotlasers, der einen charakteristischen chemischen Fingerabdruck liefert, konnten die Forscher erstmals Informationen über die Wechselwirkung zwischen dem NO-Molekül und seiner Umgebung herausfinden. Über ihre Ergebnisse berichten sie in der aktuellen Ausgabe von Physical Review Letters.

Radikal trifft Quantenflüssigkeit: Eine unterkühlte Begegnung
NO im Heliumnanotröpfchen beobachtet
RUB-Chemiker berichten in Physical Review Letters

Nanotröpfchen beeinflusst Einzelelektron fast nicht

Das sog. Heliumnanotröpfchen besitzt bei ultrakalten Temperaturen seltsame Eigenschaften: Es ist supraflüssig, d.h. es hat keine Reibung. “Ein Molekül kann daher reibungslos in dem Heliumnanotröpfchen rotieren”, erklärt Prof. Havenith-Newen, “und das konnten wir beim NO direkt beobachten.” Während in normalen Molekülen nur gepaarte Elektronen auftreten, handelt es sich beim NO um ein “Radikal”: Es hat ein einzelnes ungepaartes Elektron, was typisch ist für besonders reaktive Moleküle. Erstmals konnten die Chemiker detailliert untersuchen, wie das Heliumnanotröpfchen die Elektronen beeinflusst – nämlich fast gar nicht: Der infrarote Fingerabdruck des NO im Heliumnanotröpfchen ist fast identisch mit dem Fingerabdruck des NO Moleküls im Vakuum.

Nanolabor für die Zukunft

Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten für die Zukunft: “Supraflüssige Heliumnanotröpfchen sind Erfolg versprechende Nanolaboratorien, womit man chemische Reaktionen bei ultrakalten Temperaturen untersuchen kann”, so Prof. Havenith-Newen. Außerdem zeigte das Infrarotspektrum die seltsame Quantennatur des supraflüssigen Heliumnanotröpfchens.

Written by Frank Kerkau

November 18th, 2005 at 10:20 pm

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