Karriere

Fachkräftemangel: Personaler mächtig inkompetent







by Frank Kerkau on Juni 18, 2012

job interview - Bewerbungsgespräch - Vorstellungsgespräch

Alltag in deutschen Personal-Stuben: Die meisten Fach- und Führungskräfte werden am Chef vorbei abgelehnt.

Christian B. (Name geändert) sucht seit Monaten Verstärkung für seine Mannschaft – vergeblich. Dabei ist die Auftragslage in seiner kleinen Reparaturwerkstatt in Thüringen so gut, dass gleich mehrere Techniker eingestellt werden könnten.

Was der promovierte Ingenieur aber an Bewerbungen auf seinen Tisch bekommt, ist nicht nur von der Menge her äußerst dünn. Auch die Bewerber-Profile entsprechen kaum seinen Wunschvorstellungen.

Schuld daran sei die Personal-Abteilung. Dort geht pro Stellenausschreibung zwar eine Flut an E-Mails und Bewerbungsmappen ein. Aber die Kolleginnen tun sich mit der fachlichen Bewertung schwer. Wie soll das auch gehen, wenn sogar die neue Chefin mit ihren 34 Jahren die eigene zudem noch fachfremde Ausbildung gerade eben erst beendet hat, stöhnt der 47-jährige.

Nur eine Bewerbung von 100 wird überhaupt fachlich bewertet

Wie im thüringischen Reparaturbetrieb sieht es in vielen deutschen Unternehmen aus. Pro Stellenanzeige können sich schon mal bis zu 1000 Bewerber melden, heißt es aus der Branche. Davon gelangen aber oft nur zehn Bewerbungen in die suchende Fachabteilung. Der künftige Vorgesetzte weiß daher gar nicht, welche Kenntnisse und Erfahrungen den auf sogenannte Schlüsselqualifikationen getrimmten Feinfiltern der Personaler bereits zum Opfer fielen.

Denn junge, meist unerfahrene Personal-Mitarbeiterinnen ohne fachliche und soziale Kompetenz sollen Bewerber-Profile den meist sehr speziellen Stellenbeschreibungen zuordnen, deren Anforderungen sie nicht verstehen. Während echtes Know-how bei deutschen Human Ressources Managern auf der Strecke bleibt, landen typisch glattgelutschte Bachelor-Lebensläufe auf den Tischen künftiger Chefs. Aber wie sollen die zwischen Bewerbern auswählen, deren Profile sich in Schlüsselqualifikationen ergießen, wie ein Ei dem anderen ähneln und darüber hinaus kaum mehr zu bieten haben? Von echter praktischer Erfahrung ganz zu schweigen.

Human Ressource Manager – mächtig ungelernt branchenfremd

Soziale Netzwerke wie Xing belegen inzwischen, dass viele Personal-Angestellte weder fachliche Erfahrungen in der Branche ihres Unternehmens haben noch in Menschenkenntnis geschult sind. So tummeln sich sogar in Führungspositionen deutscher Personalabteilungen Diplom-Kaufleute und Bürokauffrauen mit lückenhaften Lebensläufen, die ihre eigene Ausbildung selbst erst Mitte 30 abgeschlossen haben und ihre Vier-Wochen-Praktika zu jahrelanger Berufserfahrung aufaddieren.

Personalvermittler – Der Gipfel einer Branche im Selbstzweck

Noch schlimmer ist die Situation in sogenannten Personalvermittlern. Das sind Unternehmen, die sich ganz dem Handel mit Arbeitnehmern widmen. Diese Spezies ist der traurige Gipfel einer ganzen Branche, die nur noch ihrer eigenen Existenz aber nicht mehr der deutschen Wirtschaft dient. Sobald ein neues Bewerber-Profil in einem der inzwischen unzähligen Stellenmärkte auftaucht, sind Headhunter, Personal-Händler und Arbeitnehmer-Verleiher zur Stelle und bieten trickreich ihre Dienste an.

Daher ist es keine Seltenheit, dass Jobsuchende mit Anfragen bombardiert werden, die weder ihrem Berufsziel noch ihrem Know-how entsprechen.

Wenn ein Techniker nur 24 Stunden nach Veröffentlichung seines Lebenslaufs von einer sogenannten “Personalberatung” kontaktiert wird, die ihn als Zeitschriftenhändler verheizen will, ist das reiner Selbstzweck. Wenn eine frischgebackene Absolventin Mitte 30 ohne praktische Erfahrung Kraft ihrer neuen Führungsposition als Personal-Chefin ungesehen über die künftige Lernfähigkeit gestandener Manager spekuliert, läuft im deutschen Arbeitsmarkt etwas ganz gefährlich schief.

Foto: bpsufs / CC

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