Oktober 2006

Bonitätsprüfung vs Online-Shop







by Frank Kerkau on Oktober 31, 2006

Sicherstellung der Qualität von Forderungen im Online-Handel

„Lohnen sich Bonitätsprüfungen?“

Die Qualität von Forderungen ist die eine Seite, die Effizienz und Machbarkeit diese auch durchzusetzen, ist die andere. Wer bei einem Preis EUR 200,00 in einem Online-Shop anfängt die Bonität seiner Kunden prüfen zu wollen, die gegen Rechnung zahlen, der kann seinen Laden dicht machen. Worauf der Verfasser natürlich nicht eingeht, wie soll die Bonitätsprüfung erfolgen, in welcher Tiefe und Qualität?

Dazu fallen mir zwei Wege ein

  • Entweder wird das empirisch an Hand von tatsächlichen Ausfällen ermittelte Risiko eingepreist oder
  • der Händler geht tatsächlich her und verlangt vor Abschluss des Geschäfts die Offenlegung der Vermögensverhältnisse seiner Kunden.

Beides hat Vor- und Nachteile
Die empirische Ermittlung erfordert einen langem Atem, eine aussagekräftige Historie über die Zahlungsmoral der Kunden. Die Ermittlung muss finanziell abgefedert werden. Sie bietet jedoch danach eine gute und sichere Möglichkeit, Ausfallrisiken im Griff zu behalten.

Eine Bonitätsprüfung bezieht sich auf einen Stichtag und sagt nichts über die künftige Entwicklung vom Zahlungsverhalten aus. Sie bietet jedoch eine gute Möglichkeit an Hand der Vermögensverhältnisse des Kunden abzuschätzen, ob er überhaupt in der Lage ist, seine Verpflichtungen zu erfüllen. Eine aussagekräftige Bonitätsprüfung ist jedoch teuer und verlangt Aufwand und Know-how, wie die Einholung und Prüfung von Schufa- und Bankauskünften, Selbstauskunft, Einkommens- und Vermögensverhältnisse und deren Nachweise.

Bei einem Volumen von EUR 200,00 pro Geschäft würde ich die „empirische Ermittlung“ bevorzugen. Bei einem Volumen von mehren EUR 10.000 pro Geschäft ist eine Bonitätsprüfung des einzelnen Kunden schon eher sinnvoll.

Btw. sind natürlich diverse Graustufen zwischen beiden Varianten möglich. Es kommt immer auf das Verhältnis von Nutzen und Aufwand an. 😉

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Prosper: Very High Risk Social Loan Marketplace

Oktober 31, 2006

Zur Erinnerung: Wie funktioniert Kreditgeschäft? Der Anleger kauft ungedeckte/gedeckte Schuldverschreibungen bei der Bank. Diese zahlt einen Zins. Die Bank verleiht das Geld in Form von Krediten adäquater Laufzeit und bekommt dafür einen höheren Zins. Die Zinsdifferenz ist die Marge der Bank. Sie beinhaltet neben üblichen Bearbeitungskosten auch einen Risikoanteil, der zur Deckung von Ausfällen dient. […]

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Managergeschwätz

Oktober 28, 2006

Filialen werden zusammengelegt oder geschlossen: „Wir brauchen jeden guten Mitarbeiter.“ „Entweder Sie sind zwischen Arbeitsorten oder zwischen Arbeitgebern mobil.“ Höhere Lebenshaltungskosten am neuen Arbeitsort: „Betrachten Sie es als Investition in die Zukunft.“ Stellenstreichungen: „Es gibt keine betriebsbedingten Kündigungen. Der Stellenabbau wird durch die natürliche Fluktuation abgedeckt.“ Vorstellungsgespräch bei einer Deutschen Grossbank: „Waren Sie bei der […]

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Geldwäschegesetz und Barzahlung

Oktober 28, 2006

Fragestunde: „habe 60.000 euro möchte was kafen und bar bezahlen,muss ich sagen woher das geld ist“ Nichtamtlicher Text des Geldwäschegesetzes (GWG 12/2003) dazu: „Sonstige Gewerbetreibende, soweit sie in Ausübung ihres Gewerbes handeln und nicht den Pflichten zur Identifizierung nach § 2 unterliegen sowie Personen, die entgeltlich fremdes Vermögen verwalten und nicht der Pflicht zur Identifizierung […]

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Schulden: Mit der Bank verhandeln?

Oktober 28, 2006

Fragestunde: „kann man mit der citibank über seine schulden verhandeln“ Ja, Sie können mit einer Bank, also auch mit der Citibank über Ihre Schulden verhandeln. Wenden Sie sich rechtzeitig an Ihre Bank. Muss sie bei Problemen erst auf Sie zukommen, dann haben Sie schon Minuspunkte, die eine Verhandlung erschweren. Sie können Ihre Kredite/Überziehungen umschulden, stunden, […]

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GEZ: Fernsehsender vs YouTube

Oktober 26, 2006

Es wird immer grotesker. TV-Sender beschweren sich, dass ihr Bildmaterial bei Video-Hostern, wie Youtube, ins Archiv wandert, illegal natürlich. Rechtliche Schritte sind von allen Seiten geplant. Einzig ZDF denkt über eine vernünftige Lösung nach: „Offen gegenüber dem Internet-Piraten YouTube zeigt sich das ZDF. (Berliner Zeitung)“ Nicht YouTube ist der Internetpirat. Offensichtlich haben die TV-Stationen hier […]

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Finanzmathematik: Mehrwertsteuererhöhung leicht gemacht

Oktober 21, 2006

Ich weiss ja, dass Finanzmathematik nicht jedermanns Sache ist und Volkswirten fällt es besonders schwer, aus simplen Textaufgaben die Problemstellung zu extrahieren und mathematisch richtig in eine Formel zu packen. Deshalb werde ich hier nochmal darauf eingehen, wie man die Mehrwertsteuererhöhung korrekt einpreist und hoffe, dass nun auch dem letzen Ökonom geholfen ist: Ein Produkt […]

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Google kauft Youtube für USD 1,6 Mrd?

Oktober 7, 2006

Na ja, wenn man die in den Raum geworfenen Einnahmen von Youtube, also die USD 7,5 Mio./Monat jetzt auf 12 Jahre hochrechnet und mit 4 Prozent abzinst, dann braucht man nicht lange, um raus zu bekommen, dass $1,6 Mrd. viel zu teuer ist. Vorausgesetzt, die Zahlen stimmen. 😉 Aber wo ist der Sinn? Google hat […]

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Trend Euro-Dollar-Kurs

Oktober 7, 2006

Markus Koch lässt durchblicken, dass – im Gegensatz zum Glauben der Masse an Investoren – der Euro schwächeln wird. Gründe dafür: Trotz Schwarzmalerei bei den Defiziten läuft die amerikanische Konjunktur besser als die europäische. Sinkende Benzinpreise stärken die Kaufkraft der amerikanischen Konsumenten. Die Korrektur des Immobilienmarktes in den USA wurde durch den Anstieg der Aktien […]

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Hypothekendarlehen: Sondertilgung ohne Vorfälligkeitsentschädigung?

Oktober 7, 2006
This entry is part 3 of 23 in the series Ratgeber Geld: Haus kaufen und finanzieren

Sie können es drehen und wenden, wie Sie wollen. Sondertilgungen bei Hypothekendarlehen mit festem Zinssatz kosten Geld. Dabei ist es egal, ob eine Vorfälligkeitsentschädigung als Einmalzahlung anfällt oder in der Marge berücksichtigt ist, wie Experten bestätigen: „Der Zins für diese flexiblen Hypotheken liegt bei der Hannoversche Leben derzeit um 0,45 Prozentpunkte über dem Zins für […]

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Hauskauf: Notarieller Kaufvertrag

Oktober 5, 2006

Fragestunde: „hauskauf kaufvertrag käufer nur einfache kopie“ Ist beim Kauf einer Immobilie ein Grundstück mit dabei, dann wird der Kaufvertrag durch einen Notar beurkundet. Dies erfolgt zum Zwecke der späteren Eigentumsumschreibung im Grundbuch. Der Verkäufer sollte vom Notar eine vollstreckbare Ausfertigung und der Käufer eine notariell beglaubigte Abschrift erhalten. Technorati Tags: Immobilie, Kaufvertrag, Notar, Ausfertigungen

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BFH: Rückabwicklung eines Kaufvertrages ist nicht steuerpflichtig

Oktober 4, 2006

Der Bunderfinanzhof (BFH) entschied mit Urteil vom 27.06.2006 (IX R 47/04): „Die Steuerpflichtigen hatten von einem Bauträger eine Eigentumswohnung erworben und vermietet. Wegen Insolvenz des Bauträgers wurden sie jedoch nicht im Grundbuch eingetragen. Der Bürge des Bauträgers, eine Bank, leistete daraufhin Schadensersatz in Höhe des Kaufpreises Zug um Zug gegen Herausgabe der Wohnung. Das Finanzamt […]

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Hehler-Schnäppchen bei NRW-Justiz-Auktion

Oktober 4, 2006

Unter justiz-auktion.de bringt das NRW-Justizministerium beschlagnahmtes Diebesgut unter den Hammer. Einfach mal reinschauen, vor allem Elektronik- und Schmuckartikel sind interessant. Technorati Tags: Schnäppchen, Auktion, NRW, Justizministerium, Diebesgut, Hehler

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Effektivzins oder (Abschnitts-)Gesamtbetrag?

Oktober 4, 2006

Vom Effektivzins halte ich nichts. Weil die eine Bank dieses und die andere jenes und die Verbraucherzentrale wieder etwas anderes hinein rechnet. Und nun? Lassen Sie sich von verschiedenen Banken je drei Angebote machen (zum Beispiel für drei, fünf und zehn Jahre Zinsbindung) und lassen sich den jeweiligen Gesamtbetrag (nicht nur den Abschnittsgesamtbetrag!) geben und […]

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Kreditangebote vergleichen oder verhandeln?

Oktober 4, 2006

boerse.ARD.de hat einen schönen Artikel darüber verfasst, was eine Bank alles wo hinein rechnet oder was ausserhalb des Effektivzinses passiert. Es gibt natürlich die Möglichkeit verschiedene Angebote zu vergleichen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, mit der Bank zu verhandeln, selbst im simplen „Standardgeschäft“. So können Sie sich ruhig über den Berechnungsbeginn der Bereitstellungszinsen, die […]

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