April 2009

Dividende, Eigenkapital und Bilanz







by Frank Kerkau on April 28, 2009

Warum schwächen Dividendenzahlungen ein Unternehmen?

Geschäftsberichte enthalten neben wunderschönen Bildern und Grafiken, viel Text und die Gewinn- und Verlust-Rechnung (GuV) sowie die Bilanz.

In der GuV werden vom Umsatz die Kosten abgezogen, noch ein paar Zahlen gedreht und damit das Ergebnis, der Jahresüberschuss oder der Jahresfehlbetrag ermittelt. Dieser fliesst in die Bilanz ein.

Im Folgenden beziehe ich mich auf die Bilanzgliederung nach § 266 HGB. Eine Bilanz erzählt uns vom Vermögen (Aktiva) eines Unternehmens und wie es finanziert ist (Passiva). Sie hätte nicht ihren Namen, wenn nicht beide Seiten (Aktiva / Passiva) unter dem Strich die gleiche Bilanzsumme ausweisen müssten.

Nehmen wir an, unsere Firma erwirtschaftete Gewinn. Den sollten wir auf beiden Seiten sehen können. Zunächst suchen wir in den Aktiva und sollten ihn – wenn vom Unternehmen nicht angelegt – noch unter der Position IV. des Umlaufvermögens „Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks“ finden. In den Passiva suchen wir nach Eigenkapital und entdecken dort unseren Jahresüberschuss unter Position V. „Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag“. Vergleichen wir mit dem Vorjahr, so hat sich unser Eigenkapital um genau diesen Betrag erhöht, wenn es keine weiteren Veränderungen in der Bilanz gab. Toll!

Nun werden Geschäftsberichte in der Regel zum Jahresende mit Stichtag 31. Dezember erstellt. Soll der gesamte Unternehmensgewinn als Dividende ausgeschüttet werden, erfolgt dies nach Beschluss der Anteilseigner im darauf folgenden Geschäftsjahr, also nach dem Bilanz-Stichtag. Mit der Ausschüttung verringern sich die Aktiva (Das Geld wird ausgegeben.), also müssen auch die Passiva um genau diesen Betrag kleiner werden. Der „Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag“ wird reduziert. Das Eigenkapital sinkt.

Erwirtschaftete unser Unternehmen einen Verlust, so geht der zu Lasten der Aktiva. Seine Kosten muss das Unternehmen ja bezahlen. Damit die Bilanz aber stimmt, wird der Verlust auch vom Eigenkapital abgezogen und darunter ausgewiesen. Das Eigenkapital sinkt.

Soll nun trotzdem Dividende gezahlt werden, muss das Unternehmen tiefer in seine Tasche greifen, Positionen in den Aktiva verkaufen und vom Erlös die Anteilseigner bezahlen. Damit die Bilanz wieder stimmt, müssen in den Passiva Gewinnrücklagen aufgelöst werden. Das Eigenkapital sinkt weiter.

Sind die Gewinnrücklagen aufgebraucht, könnte das Unternehmen Kredit aufnehmen, um sein restliches Vermögen in den Aktiva und das Eigenkapital, welches jetzt nur noch aus dem „gezeichneten Kapital“ besteht, in den Passiva zu schonen. Was passiert in der Bilanz? Die Kreditauszahlung wird in den Aktiva an Position IV. des Umlaufvermögens „Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks“ gebucht. Auf der Passiv-Seite erscheint sie unter Verbindlichkeiten Position 2. „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“. Die Bilanz stimmt. Das Eigenkapital bleibt konstant, aber Vermögen und Verbindlichkeiten wurden aufgebaut.

Werden jetzt die Anteilseigner ausgezahlt, dann verringern sich die Aktiva. Um die Passiva ebenfalls zu reduzieren, muss das Unternehmen gegebenenfalls einen „Nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag“ ausweisen. Streng genommen wandert das Eigenkapital als positiver Betrag auf die Seite der Aktiva. Die Verbindlichkeiten sind nun nicht mehr durch Vermögen gedeckt. Eine Unterbilanz ist entstanden.

Überschuldet ist das Unternehmen jedoch nicht. Für die Verbindlichkeiten könnten stille Reserven, die Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen oder der Staat haften.

Anteilseigner, ob Aktionäre, GmbH-Gesellschafter oder andere Teilhaber, erzielen also nur Gewinne, wenn diese ihr Unternehmen auch erwirtschaftet. Andernfalls ziehen sie lediglich Kapital aus der Firma heraus und schwächen ihr eigenes Unternehmen.

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