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Ausführlich: Welche Folgen hat ein Bargeldverbot in Deutschland?

Ökonomen aus USA, EU und Deutschland trommeln für ein Verbot des Bargelds. Das sind die dramatischen Folgen für Wirtschaft und Bürger:

Klar scheint inzwischen, das totale Bargeldverbot kommt. Nicht umsonst testet der Wirtschaftsweise Peter Bofinger derzeit hierzulande die Reaktionen bei Wirtschaft und Bürgern auf die Idee eines Verbotes von Bargeld. Die offizielle Begründung: Ohne Bargeld gäbe es keine Drogen, keine Schwarzarbeit und überhaupt hätten es die Notenbanken (EZB, FED) leichter ihre Geldpolitik durchzusetzen. Das sind die dramatischen Folgen des bargeldlosen Zahlungsverkehrs:

Fakt ist zunächst, dass sich Bargeldverkehr jedweder Kontrolle durch Staat und Privatwirtschaft entzieht.

Daher wird es auch gern als “gedruckte Freiheit” bezeichnet. Das jedoch ist den Mächtigen schon lange ein Dorn im Auge. So gibt es nicht nur in Europa sondern auch in den USA bereits Bestrebungen das Bargeld abzuschaffen.

Fakt ist auch: Bargeldloser Zahlungsverkehr bedeutet Totalüberwachung.

Denn alle Buchungen sind künftig einsehbar und nachvollziehbar sowohl für den Staat als auch für die Privatwirtschaft. Wer seinen Kontoauszug in Zukunft als Nachweis einer Behörde überlässt, legt auch gleichzeitig seinen gesamten Lebenslauf offen. Damit wären Demokratie und Freiheit massiv gefährdet.

Mehr noch: Behörden, Banken und Unternehmen erfahren von jedem einzelnen Bürger politische Gesinnung, religiöse Neigungen, Kaufverhalten, Ernährungsgewohnheiten, Krankheitverläufe, Reisevorlieben und vieles andere mehr.

Girokonto, Bankkarte und Kreditkarte als staatliches Gängelband

Wer künftig durch seine Kontobewegungen auffällt, kann auch gleichzeitig durch Staat, Krankenversicherung oder Supermarkt für mutmaßliche Sünden abgestraft werden. So drohen Übergewichtigen der amtliche Fettentzug, Vielfahrern erhöhte Versicherungsprämien und Naschkatzen höhere Krankenversicherungsprämien.

Bargeldloser Zahlungsverkehr behindert auch Tourismus und Einwanderung.

Womit sollen Touristen aus Nicht-EU-Ländern, Asien oder anderswo künftig bezahlen? Wird Kreditkartenzwang eingeführt? Diese Frage sei auch für Asylbewerber und Einwanderer erlaubt. Solange sie kein Konto in Deutschland haben sind sie auf staatliche Zuwendungen angewiesen.

Zudem wird außerhalb unseres westlichen Fleckens auf unserem Globus auch künftig in den meisten Ländern mit Bargeld gezahlt. An Wechselstuben auf ausländischen Bahnhöfen und Flughäfen werden Besucher weiterhin Bargeld gegen Bargeld tauschen müssen. Die meisten Länder wären dann für Reisende aus Euro-Zone und USA tabu, was eine massive Einschränkung der Reisefreiheit bedeuten würde.

Ohne Bargeld gibt’s kein Trinkgeld.

Bei vielen Service- und Dienstleistungen sind Trinkgelder ein fester Bestandteil des Gehalts. Das betrifft sowohl Hotels und Gasstätten als auch Friseur und andere Berufe. Diese Berufsgruppen würden ohne Bargeld sofort unter die Armutsgrenze fallen und wären auf staatliche Hilfen angewiesen. Denn Trinkgelder werden in Deutschland anders als in den USA direkt in die Hand gegeben und nicht mit der Rechnung abkassiert.

Bargeldloser Zahlungsverkehr macht lebensbedrohlich abhängig von Bank, Kreditkarte und Smartphone.

Heutzutage noch kann sicher jeder an einem beliebigen Automaten Bargeld ziehen, es bei seiner Bank abheben und hat die Wahl, ob er Supermarkt mit Karte oder bar zahlt. Ginge es nach Bofinger und anderen Bargeldgegnern, wäre künftig ohne Bankkonto, Bankkarte, Kreditkarte und Smartphone kein Leben in Deutschland mehr möglich.

Wäre das elektronische Zahlungsmittel beschädigt, verloren oder gestohlen, kann der Betroffene künftig nicht mehr mal eben bei seiner Bank neues Geld abheben oder seine Verwandten, Nachbarn und Kollegen im Hilfe bitten, um den Engpass zu überbrücken. Er müsste künftig 14 Tage auf seine neue Bankkarte oder Kreditkarte warten, bevor er sich wieder am Leben beteiligen kann, wenn er es dann noch kann.

Elektronischer Zahlungsverkehr spielt Hackern, Räubern und Dieben in die Hände.

Bargeldloser Zahlungsverkehr bleibt unsicher. Handys und Computer werden gehackt, Bankkarten heimlich ausgelesen und sogar ganze Identitäten werden geklaut. Je mehr Kreditkarten und Smartphones in der Öffentlichkeit beim Bezahlen eingesetzt werden und dabei sogar durch mehrere Hände gehen, umso mehr höher ist das Risiko, dass Daten und Guthaben in falsche Hände gelangen.

Adé Taschengeld und Omas Sparbüchse

Vielleicht bin ich ja altmodisch. Früher sagte meine Oma immer zu mir, dass sie in ihrer Sparbüchse für mich spart und wenn ich sie besuchen komme, gibt sie mir Taschengeld. Das wird es so für künftige Enkel nicht mehr geben. Denn ohne Bargeld, keine Sparbüchse und ohne Sparbüchse kein Taschengeld.
Kinder und Jugendliche bleiben ausgeschlossen und lernen nicht mehr mit Geld umzugehen.

Bislang konnten Eltern ihre Kleinen mit Taschengeld in bar oder einem Taschengeldkonto an den Umgang mit Geld gewöhnen. Wollen auch unsere Jüngsten künftig bargeldlos zahlen, benötigen sie ein Girokonto, das auch für das elektronische Lastschriftverfahren geeignet ist. Das gibt es jedoch erst bei voller Geschäftsfähigkeit ab einem Alter von 18 Jahren.

Vor allem Kindern und Jugendlichen droht die Schuldenfalle.

Das Schöne am Bargeld ist, das es gut zu portionieren geht. Man kann sich für den laufenden Monat einen festen Betrag von der Bank holen und damit wirtschaften ohne sein Konto anzutasten. Dagegen wird bei bargeldlosem Zahlungsverkehr einerseits das Geldausgeben sehr erleichtert und andererseits die Haushaltskontrolle massiv erschwert. Das hat dramatische Folgen im Konsumalltag. Menschen lassen sich zu Käufen verführen und belasten ihr Konto, denn sie müssen ja ihren gesamten Geldbestand immer bei sich tragen.

Eine besondere Risikogruppe sind dabei Kinder und Jugendliche, die im Umgang mit Geld noch nicht gefestigt sind. Gemäß Schuldner-Atlas der Creditreform sind in Deutschland bereits knapp 200 000 Jugendliche unter einem Alter von 20 Jahren verschuldet und zahlungsunfähig. Offiziell hat mindestens jeder zehnte Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren ein Schuldenproblem.

Während Jugendgirokonten und Taschengeldkonten nur auf Guthabenbasis geführt werden, bei denen also eine Überziehung nicht möglich ist, kann ein Girokonto im elektronischen Lastschriftverfahren sehr wohl überzogen werden. Das könnte schnell in der berühmten Schuldenfalle enden mit dramatischen Konsequenzen für das weitere Leben.

Bargeldverbot fördert Schwarzmarkt und Kriminalität.

Was passiert, wenn eine Währung marode ist und die Menschen ihren Glauben an das Geld verlieren, haben wir während der Weltwirtschaftskrise und nach dem Krieg gesehen. Der Schwarzmarkt boomte. Es wurde mit Zigaretten, Schnaps und anderen Waren gehandelt.

Das wird wieder geschehen, würde Bargeld abgeschafft. Die Menschen suchen sich dann alternative Zahlungsmittel und zahlen für übliche kleine Gefälligkeiten mit dem, was dann eben gerade gebraucht wird. Nur können Zahlungsmittel wie Zigaretten, Alkohol oder Gold nicht kontrolliert werden.

Eine Hyperinflation wäre die direkte Folge der Bargeldabschaffung.

Denn sobald Waren wieder zum Zahlungsmittel würden, könnte sie faktisch jeder produzieren und in den Umlauf bringen. Den Markt würden dann nicht mehr die Zentralbanken kontrollieren, sondern Fabrikanten und Großbauern mit den größten Produktionskapazitäten.



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