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Aktien-Analyse: Der Schwindel des CAPM-Models

Capital Asset Pricing Model (CAPM) ist ein Modell, das die Beziehung zwischen Risiko und Ertrag bei Aktien und Wertpapieren bewerten soll. Die Idee ist, dass ein Investor ein linear höheres Risiko eingehen muss, wenn er einen höheren Ertrag erzielen will. Inzwischen wird das CAPM-Modell von vielen Analysten angewandt und an Universitäten gelehrt. Es gilt so ziemlich als das Allheilmittel. Jetzt weiss ich auch, warum die meisten Analysten mit ihrer Meinung falsch liegen und selbst Harry M. Markowitz, der mit seiner Portfoliotheorie einst den Grundstein legte, zweifelt heute und meint CAPM ist wie ein Studium “the motions of objects on Earth under the assumption that the Earth has no air”. Da ist etwas Wahres dran. Ein Modell, das nur das “Ideale Gas” betrachtet, wird auch nur Gesetze des “Idealen Gases” erkennen. Denn zu behaupten, dass Ertragssteigerung immer mit einer Risikosteigerung einhergeht, ist zu einfach. Das widerspricht jeder erfolgreichen Portfoliosteuerung, in der Risiken erkannt, bewertet, gehandelt und damit minimiert werden, ohne dass Abschläge am Ertrag hingenommen werden müssen. Ich behaupte sogar, dass ein erhöhtes nicht beachtetes Risiko die Chance auf Gewinn verliert und den Ertrag minimiert. Ja ja, wir sahen es Ende der 90iger als der Immobilien-Markt in Ost-Deutschland zusammenbrach, weil die Risiken zwar bekannt, jedoch unbeachtet blieben. Viele verlustreiche Zwangsversteigerungen hätten vermieden werden können, wenn die Banken bei ihren notleidenden Krediten rechtzeitig gehandelt hätten. Genauso ist es am Wertpapiermarkt. Risiko-Minimierung durch aktive Risiko-Steuerung, um damit einem scheinbar riskanten Geschäft den Schrecken zu nehmen. Wie riskant eine Geldanlage in Wertpapieren ist, entscheiden das Know-how des Investors, die Börsianer mit ihrer Psychologie und das Papier selbst mit seinen fundamentalen Daten. Hab ich was vergessen? Es spielen also immer wieder unbekannte Faktoren, wie das Verhalten der Anleger, eine Rolle, die bei der Nutzung des CAPM-Modells nicht bekannt sein können und daher nicht in eine Bewertung einfliessen. James Montier, Analyst bei der Dresdner Kleinwort dazu:”The CAPM is, in actual fact, Completely Redundant Asset Pricing (CRAP)”. Das kann man so stehen lassen.

via Financial Times

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