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Balkon-Gedanken zum schwarzen Börsen-Montag

Für die Börsen soll es ein schwarzer Montag werden. Die Welt wartet darauf – ich auch. Ich sitze mit Notebook und einer Flasche Bier im Liegestuhl auf meinem Balkon.

Die Sonne blendet. Selbst das matte Display kann dem Überangebot an Solar-Strahlung kaum etwas entgegensetzen. Nicht auszudenken, wenn ich mich damals für eines dieser Hochglanz-Laptops entschieden hätte. Dann würde das Internet glatt hinter Heimatstern und blauem Himmel zur Unkenntlichkeit verblassen. Warum die Wirtschaft überhaupt solche Fehlentwicklungen auf den Markt wirft?

Oder nehmen wir diese Plasma-LCD-Fernseher. Im Bildaufbau noch immer viel zu träge. Das bemerkt der TV-Konsument aber erst, wenn sich das Formel-1-Rennen in bunte Streifen auflöst. Die Flachbild-Demos im Supermarkt dagegen zeigen ja nur gemächliche Landschaften und Sonnenuntergänge. Warum wohl? Vielleicht sollte Ecclestone seine Formel 1 besser dieser unsäglichen TV-Technologie anpassen und die Rundenzeiten auf 15 Minuten festlegen. Ich vermisse meine alte Röhre mit ihren klaren Bildern und tollen Farben. Wenn ich Aquarelle bewundern will, gehe ich lieber in eine Kunst-Gallerie.

Kommen wir zu Apple’s iPhone. Was Handy-Kunden sich so für Unsinn aufschwatzen lassen, ist wirklich abenteuerlich. Kein vernünftiger Mensch käme auf die Idee, beim Gemüsehändler einen angebissenen Apfel zu kaufen. Nicht, dass so ein iPhone nicht wirklich schick wäre. Zum Beispiel am Pool sehen diese Dinger schon schau aus – vor allem im mädchenhaften Weiß. Aber was macht man damit? Um meine Freundin anzurufen, nutze ich ein Telefon. Fotos kann meine DSLR viel besser. Videos zeichnet ein Camcorder im Format 16:9 wesentlich komfortabler und sogar bildstabilisiert auf. Und mal ehrlich, wer für eine Taschenlampe tausend Euro hinlegt, die dazu noch einen PC inklusive Internet braucht, um ihren Zweck zu erfüllen, muss wirklich verrückt sein.

Weiter geht’s zum Auto. Erst am Samstag durfte ich wieder feststellen, dass rechts parkende Fahrzeuge in einer schmalen Seitenstraße für weibliche Kraftfahrer ein echtes Problem darstellen, wenn bei Gegenverkehr die Frage zu beantworten ist: Wer darf fahren, wenn links keine Autos parken? Das soll nicht heißen, es wäre im Berufsverkehr für umweltbewusste Radler ungefährlicher. So wird ein ganz normaler Kreisverkehr zur tödlichen Falle, wenn der genervte Gierbanker im dicken Benz rechts abbiegt und seinen Terminkalender über alle Vorfahrtsregeln stellt.

Dabei brauchen Autofahrer nun gar nicht überheblich sein. Denn sie sind nichts weiter als die Müllkutscher der Chemie-Industrie. Wussten Sie das? Ja, ja! Benzin und Diesel sind Abfallprodukte, die entstehen, wenn Chemiker aus Erdöl unsere Plaste und Elaste fabrizieren und Apotheker ihre Pillen drehen. Der Verbrennungsmotor wurde durch die Werbeindustrie nur in den Markt gedrückt, weil Kraftstoffe damals billig zur Verfügung standen.

Wenn solche Fehlentwicklungen dann auch noch auf Pump finanziert werden müssen, weil die Kaufkraft der Masse sich auf eine Hand voll Privatkonten konzentriert, ist es kein Wunder, dass die Weltwirtschaft Probleme durch eine Finanz- und Schuldenkrise bekommt.

So, was machen DAX und DOW jetzt? Ah, es geht abwärts, dass es schon im Magen kribbelt. DAX mit 4,34 Prozent im Minus. DOW mit fast drei Prozent auch im roten Bereich. Aber immerhin leuchten da noch einsam zwei grüne Zahlen. Gold springt über die Marke von 1700 US-Dollar je Feinunze und Silber läuft Richtung 40 US-Dollar. Das bleibt spannend. Prost!



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