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Leerverkäufe vs Moral

Sind Leerverkäufe moralisch bedenklich?

Ein interessanter Ansatz. Dabei stellt sich mir sofort die Frage, ob Geld aus Geld ohne irgendeine Wertschöpfung an der Börse zu verdienen, überhaupt moralisch richtig ist. Aber so einfach ist das nicht. Zunächst tragen die Anleger durch ihre Investitionen ein Risiko, schaffen Arbeitsplätze und ermöglichen die Entwicklung von Unternehmen. Daher sollen sie ruhig etwas am Erfolg der Firma, die ihnen nun mal gehört, teilhaben. Wenn die Frage nach der Moral gestellt wird, dann eher in dem Zusammenhang, wenn Altaktionäre und Firmengründer durch Börsengänge Kasse machen, sich lediglich die eigenen Taschen zu Lasten der Investoren füllen oder durch Kapitalerhöhungen versuchen eine Firma zu retten, die am Markt keine Chance mehr hat. Bei Leerverkäufen setzt der Spekulant an der Börse auf sinkende Kurse. Übertrieben könnte man sagen, dass er Gewinn machen will, wenn es einem Unternehmen schlecht geht und Arbeitsplätze vernichtet werden. Hat der Trader, der auf fallende Kurse setzt, das Unternehmen an die Wand gefahren oder eher das Management? Aber auch das wäre zu kurz betrachtet. Gerade in diesen Tagen fallen die Aktien-Kurse vieler gesunder Firmen. Durch Leerverkäufe können Anleger teilweise die psychologische Situation, die Panik und Fehler der anderen für sich nutzen und gegebenenfalls ihre Gewinne absichern. Warum nicht? Auch könnten Anleger, die auf steigende Kurse setzen, von Leerverkäufen profitieren. Nämlich genau dann, wenn die sogenannten Shorties sich verspekulieren, die Kurse entgegen deren Erwartungen steigen und sie sich nach Leerverkäufen wieder eindecken müssen. Dann gibt’s an der Börse nochmal einen Boost. Ich würde daher im Zusammenhang mit Leerverkäufen nicht die Frage nach der Moral stellen.

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