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Mauschelei auf der HRE-Hauptversammlung? SoFFin setzt sich trotz 47 Prozent durch!

Skandalöse Hauptversammlung der Hypo-Real-Estate-Aktionäre: Staatsfonds SoFFin gewann mit nur 47 Prozent der Stimmrechte 74 Prozent der Stimmen aller Aktionäre für eine Kapitalerhöhung – gegen deren Willen! Wirtschaftsthemen erklärt, wie so etwas möglich ist:

Am Dienstag verstaatlichte der Bund in einer geheimen Hauptversammlung die quasi insolvente Hypo Real Estate (HRE). Obwohl der Bankenrettungsfonds SoFFin nur 47 Prozent der Stimmrechte an der HRE hält und die Aktionäre doch gar keine Verstaatlichung wünschen, setzte sich der Bund mit überwältigender Mehrheit von 74 Prozent durch. Jetzt wollen Kleinaktionäre klagen. Aber wer hat Schuld?

Aktien werden gewöhnlich per Girosammelverwahrung gehalten. Der Aktionär erhält eine Auflistung in seinen Depotauszug. Effektive Stücke besitzt er jedoch nicht. Mit einer Einladung für die Hauptversammlung bekommt der Aktionär seinen Stimmzettel und einen Stimmvorschlag und hätte dann mehrere Möglichkeiten:

  1. persönlich die Hauptversammlung besuchen und selbst stimmen,
  2. seine depotführende Bank beauftragen, in seinem Interesse zu stimmen,
  3. gar nichts tun, dann stimmt seine depotführende Bank gemäss dem Vorschlag des Managements.

Wie Bund, Banken und HRE-Management zur Verstaatlichung stehen, wissen wir. Wenn jetzt einige – sagen wir mal 27 Prozent – der Aktionäre und Spekulanten, die zudem vielleicht nur eine Handvoll Aktien halten, die Ausführung der Stimmrechte ihren depotführenden Bank überliessen, dann spielten diese Aktionäre natürlich dem Bund bewusst oder unbewusst in die Hände. Damit hätten wir die Mehrheit von 74 Prozent für die Verstaatlichung der HRE.

Entweder sind die Aktionäre selbst schuld oder es gab tatsächlich einige unter ihnen, die sich freiwillig ausquetschen (squeeze out) lassen wollen.


Dieser Artikel ist Teil 22 von 37 der Serie Hypo Real Estate - HRE - pbb Deutsche Pfandbriefbank



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