≡ Menu


US-Immobilien-Krise mit globalen Auswirkungen?

Schon vor rund einem Jahr äusserte Markus Koch seine Bedenken, unter anderem weil in den USA die Immobilien- und Mietpreise erstmals seit 1995 sanken und “der Bestand an unverkauften Häusern das höchste Niveau seit 1993 erreicht” hatte. Schon vor 10 Jahren überlegten wir in den Kreditabteilungen, wie weit sich wohl der Konsum auf Pump in den USA ohne negative Folgen für den Markt treiben liesse. Was wir jetzt sehen, ist gerade mal die Spitze des Eisbergs. Seit langen Jahren haben die Verbraucher in den USA auf Pump konsumiert, haben ihre Immobilien bis unters Dach mit Hypotheken belastet. Banken witterten Geschäft und finanzierten dies und das. Jetzt scheint der Punkt erreicht, an dem der Konsum eines der weltweit stärksten Märkte stockt. Kredite können nicht mehr bedient werden, Zwangsversteigerungen drohen und als Folge – nicht als Ursache für die Krise – geraten Kreditinstitute in Schieflage. Da helfen auch keine scheinbar neumodischen “Asset Backed Securities”, ein Wort, das die Milchmädchen an den Aktienmärkten heute gerne liebevoll an ihre Brust drücken, denn mit Fonds aus solchen “Forderungsbesicherten Wertpapieren” wird die Ursache nicht aus der Welt geschafft. Sie wird nur umverteilt und der Verlust von einer grossen auf viele kleinere Schultern platziert. Geld wird verbrannt, es steht weder den Aktien noch dem Konsum zur Verfügung. Was passiert aber, wenn einer weltweit wichtigsten Märkte trotz dem schwachen den US-Export stützenden Dollar wegbricht? Wenn der US-Markt hustet, dann hat Europa einen Schnupfen, soll mal jemand gesagt haben. Wenn also der US-Markt weniger Waren aufnehmen kann, weil die kreditfinanzierte Kapitaldecke schrumpft, dann könnte das negative Auswirkungen zumindest auf Unternehmen haben, welche dorthin exportieren. Eine Kettenreaktion tritt ein. Denn sobald diese vom Export lebenden Unternehmen ihre Waren nicht mehr absetzen können, wären deren Arbeitsplätze ebenfalls gefährdet. Damit gerät der auch der Konsum anderer Märkte unter Druck usw. usf. und umgekehrt. Aber vielleicht hat ja wirklich nur COUNTRYWIDE FINANCIAL riskant gewirtschaftet und alle anderen US-Banken haben ihre Kredit-Portfolien in trockenen Tüchern. Dann wäre alles tatsächlich halb so wild und eine gesunde Korrektur an den Börsen war sowieso überfällig.

Technorati Tags: , , , , ,



{ 0 comments… add one }

Leave a Comment

banner