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Wirtschaftskrieg: DAX kann auf 8000 Punkte fallen – Russland – EU – USA – Ukraine

Nach neuen Wirtschaftssanktionen gegen Russland: DAX rettet sich mit knapp über 9000 Punkten ins Wochenende. Entwarnung gibt es dennoch nicht.

Russlands entschlossene Antwort auf die Sanktionen des Westens hat die Anleger offenbar überrascht. Der DAX rutsche heute Vormittag unter die 9000-Punkte-Marke und auf den tiefsten Stand seit Oktober 2013. Mit einem Schlussstand von 9009,32 Punkten rettete sich der Leitindex ins Wochenende.

DAX 30 Chart 08.08.13 - 08.08.14

Info-Grafik: FK – Daten: finanzen.net

Der Jahres-Chart zeigt, dass eine Kurskorrektur längst überfällig ist. Die letzten Tage haben die weltweiten Krisenherde im Irak, in Gaza aber vor allem der vom Westen angestiftete Wirtschaftskrieg gegen Russland einen grösseren Kursrückgang eingeleitet. Dass der Index wenn auch nur knapp über der wichtigen Marke 9000 geschlossen hat, ist positiv. Jetzt kommt es darauf an, wie sich die Beziehungen zu Russland entwickeln und ob USA, EU und Ukraine noch weitere Wirtschaftssanktionen erlassen.

Im Moment sind Finanzsektor, Rüstungsexporte, Agrarprodukte, europäische Fluggesellschaften und der Energiesektor betroffen. Russland hat dabei nicht nur geantwortet, sondern hat mit seinen Sanktionen die Palette quasi ergänzt und die betroffenen Branchen ausgeweitet. Die Ukraine hat heute noch einmal nachgelegt und ihrerseits den Energiesektor hinzugefügt. Das ist eine Menge Holz, das die Anleger zu verarbeiten haben.

Ob indirekte Auswirkungen der gegenseitigen Sanktionen wie der zu erwartende Kaufkrafteinbruch durch Preisanstieg bei Obst und Gemüse infolge Verknappung mit Anstieg der Fixkosten oder Auswirkung von Exportbeschränkungen für Finalproduzenten auf die Zulieferer im Mittelstand bereits eingepreist sind, wage ich zu bezweifeln. Sorge macht auch, dass Russland auf die auf drei Monate befristeten Sanktionen des Westens mit einer Frist von 12 Monaten geantwortet hat. (Eine ausführliche Analyse gibt’s hier.)

Der langfristige DAX-Chart steht auf wackeligen Beinen. Eine Gegenbewegung ist denkbar. Der Markt ist überverkauft. Aber gut möglich, dass es auch noch weiter nach unten geht und alte Widerstände in Richtung 8000 Punkte getestet werden. Eine Börsenweisheit sagt: “Greif nie in ein fallendes Messer.” Privatanleger sollten daher erst einmal vorsichtig sein und beobachten, ob der Widerstand bei 9000 Punkten hält.



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