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Baufinanzierung: Mit niedrigen Zinsen bares Geld sparen

Die Zinsen sind immer noch niedrig, auch die für Hypothekendarlehen. Das verleitet Häuslebauer, sich finanzielle Freiräume offen zu halten und ihr Geld für andere Dinge auszugeben oder gar überhaupt an einen Baukredit zu denken. Banken tun ihr Übriges und bieten oft Konditionen mit nur 1,00 Prozent Tilgung. Das hilft den Banken, denn je weniger Tilgung, desto länger verschuldet und umso mehr Zinseinnahmen.

Ein existenzielles Risiko für Kreditnehmer
Wie sich die Zinsen in den nächsten 25 Jahren entwickeln werden, weiss niemand. Im schlimmsten Fall, Banker nennen ihn “worst case”, steigen sie und mit der nächsten Anschlussfinanzierung kann sich der Hausbesitzer seine Finanzierung nicht mehr leisten. Daher sollte die Verschuldung möglichst klein gehalten und sich möglichst schnell entschuldet werden. Damit wird der Kredit insgesamt billiger und das Risiko, sein Haus zu verlieren, reduziert.

Eigenmittel
Kunden tendieren oft dazu, ihr Bares im Trockenen zu halten und es stattdessen der Bank als sogenannte Zusatzsicherheit anzubieten, was die Finanzierung unnütz in die Höhe treibt. Ist die Bonität des Kreditnehmers gut und die Immobilie genügend werthaltig, wird die Bank sogar darauf eingehen. Bei beliehenen Eigenmitteln gewinnt die Bank doppelt. Sie verdient an der höheren Finanzierung und zudem an der Geldanlage. Ist das weise?

Tilgung und Sondertilgung
Hier gehört alles Geld rein, was der Kreditnehmer aktuell und künftig entbehren kann, also unregelmässige Einnahmen ebenso. Auch hier gilt: Sparen und finanzieren verlängert unnütz die Darlehenslaufzeit und kostet nur. Kommt es zum Treffen, muss das nebenher Ersparte sowieso eingesetzt werden.

Schnelle Entschuldung

  • spart Zinsen,
  • reduziert den Risikoaufschlag,
  • macht schneller unabhängig,
  • sichert das Eigentum am Haus bei finanziellen Engpässen und
  • schafft zudem Verhandlungsspielraum für die nächste Anschlussfinanzierung.

Niedrige Zinsen clever nutzen

Faustregel:
(Zinshoch 1990 ./. aktueller Zins) / 2 + 1 Prozent Tilgung ./. aktueller Zins = aktuelle Tilgungsrate

1990 lagen die Hypothekenzinsen bei 9 Prozent, aktuell pendeln sie um 4 Prozent. Der Zinsdurchschnitt liegt derzeit also bei 6,5 Prozent. Plus mindestens 1 Prozent Tilgung ergibt eine historisch durchschnittliche Darlehensrate von 7,5 Prozent. Eine aktuelle Finanzierung mit 4 Prozent Zinsen und 3,5 Prozent Tilgung hätte dieselbe durchschnittliche Belastung von 7,5 Prozent bei wesentlich kürzerer Darlehenslaufzeit und schnellerer Entschuldung.


Dieser Artikel ist Teil 15 von 23 der Serie Ratgeber Geld: Haus kaufen und finanzieren



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