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Baufinanzierung: Spart frühe Sondertilgung wirklich Zinsen?

Wussten Sie, dass eine 100-Prozent-Baufinanzierung mit Annuitätendarlehen zu 1,0 Prozent Tilgung aktuell die Kosten für ein Haus verdoppelt? Wer dagegen frühzeitig die Möglichkeit der Sondertilgung nutzt, spart zehntausende Euro, aber nicht immer.

Rechnen Sie’s nach! Ein Baudarlehen

  • in Höhe von 200.000 Euro
  • mit einem Zinssatz von nominal 4,0 Prozent p.a. und
  • einer Anfangstilgung von 1,0 Prozent p.a. bei
  • einer Zinsbindung über die gesamte Laufzeit des Darlehens (rund 40,25 Jahre)

kostet gemäss Tilgungsplan 203.030,03 Euro Zinsen.

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Eine Sondertilgung in Höhe von 10.000 Euro nach fünf Jahren Laufzeit würde die gesamte Darlehenslaufzeit um 3,75 Jahre verkürzen und die gesamte Zinsbelastung um 27.986,19 Euro auf 175.043,84 Euro reduzieren.

Wer dagegen erst nach 20 Jahren seine 10.000 Euro für eine Sondertilgung einsetzt, würde die gesamte Darlehenslaufzeit nur um zwei Jahre verkürzen, was die Zinsbelastung lediglich um 11.577,02 Euro auf 191.453,01 Euro senkt.

Aber was passiert, sobald der schlaue Bauherr seine 10.000 Euro zwischen dem 5. und 20. Jahr der Darlehenslaufzeit, also 15 Jahre lang, zu einem Zinssatz von 2,0 Prozent anlegt, um danach die Sondertilgung zu nutzen? Die 10.000 Euro wachsen in dieser Zeit zu einem kleinen Vermögen von rund 13.500 Euro an. Dieses nach 20 Jahren Darlehenslaufzeit als Sondertilgung eingesetzt, würde die Zinsbelastung auf 187.819,79 Euro reduzieren. Oha!

Vor einer Sondertilgung lohnt es sich daher immer, Angebote von seiner Bank einzuholen und verschiedene Szenarien durchzurechnen.

Ganz nebenbei können Sondertilgungen auch leistungsmindernd eingesetzt werden, was die Darlehensrate verringert und bei finanziellen Engpässen durchaus sinnvoll sein kann.

Foto: Andres Rueda / CC


Dieser Artikel ist Teil 21 von 23 der Serie Ratgeber Geld: Haus kaufen und finanzieren



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