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Erbschulden – ausschlagen oder annehmen?

Wer ein Erbe antritt, übernimmt alle Rechte und Pflichten der Erbschaft und haftet auch für bekannte und noch unbekannte Schulden des Erblassers. Während Forderungen eines Versandhauses noch überschaubar bleiben, sieht das bei belastetem Immobilienvermögen, Bürgschaften oder Unternehmen mit Krediten ganz anders aus. In solchen Fällen hilft neben Rechts- auch Schuldnerberatung und die Zusammenarbeit mit Gläubigern, da es sich um wirtschaftliche Kriterien handelt, die über Vermögenszuwachs oder Insolvenz des Erben entscheiden.

Welche Fragen sollte der Erbe für sich klären?

  • Existiert ein Vermächtnis (Testament)?
  • Welche Rechte und Pflichten sind darin geregelt?
  • Verbleibt nach Abzug aller Verbindlichkeiten ein Netto-Vermögen?
  • Existiert nach Abzug aller Zahlungsverpflichtungen ein hinreichender Überschuss (auch für Unvorhersehbares)?
  • Kann der Erbe Kredite übernehmen und bedienen oder durch Verkauf von Vermögensteilen (Immobilien) zurückführen?
  • Lohnt es sich und hat der Erbe selbst Zeit und Know-How eine verschuldete Firma weiterzuführen?
  • Kann die Firma verkauft oder durch Einsatz eines Geschäftsführers fortgeführt werden?
  • Könnte eine Rückabwicklung oder Kündigung von Verträgen erfolgen?

Erst wenn diese Punkte behandelt sind, sollte über Annahme oder Ausschlagung einer Erbschaft entschieden werden.

Eine Erbschaft kann innerhalb sechs Wochen nach Kenntnis angenommen oder beim Nachlassgericht oder einem Notar ausgeschlagen werden. Auch nach Ablauf dieser Frist oder bei irrtümlicher Entscheidung über Annahme oder Ausschlagung ist noch eine Korrektur durch Anfechtung des Erbfalles möglich. Ein Rechtsanwalt sollte hier immer zu Rate gezogen werden.



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