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Kredit – Warum ein teures Vergnügen?

gefunden bei Abendblatt.de:
Bei Anbietern mit bonitätsabhängigen Konditionen wie der Norisbank, Credit Plus Bank oder der BHW-Bank ist schwer ersichtlich, wer warum welchen Zinssatz zahlen muß. “Details verraten wir nicht, denn wir sehen in unserem System einen Wettbewerbsvorsprung”, sagt Thomas Tjiang .

Ganz klar, sie wissen es nicht! Der Zinssatz den der Kreditkunde zahlen muss, richtet sich nach seinem Rating. D.h. die Bank schaut die verschiedenen Faktoren der Bonität des Kunden an, wichtet und bewertet diese und bildet eine Ratingklasse (RKL) auf Basis einer Skala von 1 bis 10 (Zehnstufiges Rating). Diese Ratingklasse spiegelt das Kreditausfallrisiko wider, wobei Rating 1 eine geringe Ausfallwahrscheinlichkeit und Rating 10 schon tatsächlicher Ausfall bedeutet. Je höher dieses Risiko für die Bank, desto höher die Risikokosten und damit der Risikoaufschlag auf die Marge. Dadurch erhöht sich der Zinssatz, den der schlechtere Kunde zu zahlen hat. Banken mit gesundem Kreditverständnis und Erfahrung wählen die selben kreditrelevanten Bewertungskriterien nach international üblichen Standards und sind dadurch untereinander vergleichbar. Vorausgesetzt sie wenden den selben Ratingansatz gemäss Basel II an. D.h. ein Kunde mit Ratingklasse 3 wird bei anderen professionellen Kreditinstituten ebenfalls die Ratingklasse 3 erhalten und kreditwürdig sein.
Institute mit weniger Know-How im Kreditgeschäft – wie z.B. die Sächsische Aufbaubank – stricken sich oft ihre individuellen Kriterien und gehen damit ein erhöhtes Risiko ein. So werden z.B. Rentner in ein und derselben Kreditstrategie einerseits als Top-Kreditkunden propagiert, da Rentner über ein festes sicheres Einkommen verfügen. Schon im nächsten Abschnitt dieser Kreditrichtlinien lernt jedoch der Kreditsachbearbeiter, dass Renter ein hohes biologisches Ausfallrisiko darstellen und daher lieber doch gar keinen Kredit bekommen sollten. Bei solchen Youngsters im Kreditgeschäft wird es immer Abweichungen zum üblichen Markt geben, weil zu dem Vorgenannten auch die notwendige Historie an statistischen Daten für eine vernünftige Preisbildung (DB5-Rechnung) fehlt. Des Weiteren wirkt sich bei kleineren Instituten die geringere Finanzkraft für Investitionen in notwendige EDV-Lösungen, wie z.B. Rating-, Reporting- und Frühwarnsysteme, negativ auf die Konditionen aus.

Grundsätzlich gilt jedoch immer, Schulden muss man sich leisten können. Eine Kreditaufnahme zur Aufbesserung der Urlaubskasse ist der schlechteste Weg.



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