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Scoring: Unvollkommene Rasterfahndung der Kreditinstitute

Nein, nein, nein! Es geht beim Einsatz von Scoring nicht um Vorteile für den Kunden oder Verbraucher. Es geht allein um Geschwindigkeit, Arbeitskräfteabbau bzw. deren Verbilligung durch geringere Anforderungen, um Automatisierung von Geschäftsprozessen, also letztlich um Kosteneinsparungen.

Neben dem Datenwust, der auf den Festplatten von Kreditinstituten und Auskunfteien schlummert und der kreditinstitutionellen Rasterfandung, hat der Einsatz von Scores noch einen weiteren Nachteil. Die Kreditentscheidung wird auf das Zwei-Augen-Prinzip und Schwarz und Weiss reduziert, in den Vertrieb verlagert oder gar durch die EDV übernommen. Regelungen des Gesetzgebers werden auf diese Art ausgehebelt, z.B. die vorgeschriebene Trennung von Kreditentscheidung und Vertrieb. Da das Instrument “Score” noch jung ist, gibt es zudem bislang keine Historie, wonach eine Prüfung der Qualität der Aussagen erfolgen könnte.

Auch existieren für die Verwendung und Wichtung der Daten von Kunden und Verbrauchern bislang weder Standards noch Vorgaben seitens des Gesetzgebers. Jedes Institut werkelt an seinen eigenen Scorings und oft mit falschen oder ungenügenden Ansätzen. So konzentriert man sich eher auf Softfacts als auf vernünftige Kalkulationen, den Hardfacts. Personengruppen werden nach Alter, Branche, Einkommen, Wohnort, Ehestand usw. zusammengefasst und ein Mittelmass gebildet, was dann für gute und schlechte Bonitäten jeder Gruppe gleichermassen gilt. Die Folge: Wer der falschen Gruppe angehört, kommt nie zu einem Kredit.

Es wundert mich daher nicht, wenn heutzutage Kunden mit guter Bonität keinen Kredit erhalten, nur weil sie im falschen Viertel wohnen.

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