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Stiftung Warentest vs Immobiliendarlehen in Schweizer Franken

Finanztest liegt völlig falsch. Die Hypovereinsbank bietet nicht erst seit April dieses Jahres Immobiliendarlehen in Fremdwährung, so auch in Schweizer Franken. Ab einer Darlehenssumme in Höhe von 75.000 Euro kann der Immobilienkunde Finanzierungen mit kurzer Festschreibungszeit (in der Regel ein bis 12 Monate) auch in Franken aufnehmen und erhält den Gegenwert in Euro ausgezahlt. Das sind weder variable Konditionen noch ist die häufige Tilgungsmöglichkeit eine Sondertilgung. Ein “Dreimonats-Libor” bedeutet, dass der Zinssatz während der drei Monate fest ist.

Vorteil
Der Kunde profitiert von niedrigen Zinsen in der Schweiz. Durch die kurzen Festschreibungszeiten sind häufige Tilgungen möglich. Sinkt der Kurs des Franken, so wird der Kredit billiger. Am Ende jeder Festschreibungszeit werden Konditionen neu verhandelt. Das gewährt die Sicherheit auf Veränderungen bei Wechselkurs und Zinsen richtig zu reagieren. Während der Festschreibungszeit passiert nichts, gar nichts!

Risiko
Das Währungsrisiko trägt zunächst einmal die Bank, nämlich Kredit in Euro – Refinanzierung in Franken und Sicherheiten in Euro – Ausfallrisiko in Franken. Wenn sich während der Laufzeit der Wechselkurs und damit die Sicherheitenposition der Bank verschlechtert, so wird die einen Ausgleich in Form von Teilrückführung des Darlehens oder höherer Sicherheiten verlangen.

Das Zinsänderungsrisiko ist für den Kreditnehmer nur am Ende der Festschreibungszeit relevant. Er muss sein Darlehen natürlich nicht in Franken fortführen, sobald die Zinsen in der Schweiz steigen und der Wechselkurs sich verschlechtert.

Beides sind für den Kunden also nur Quasi-Risiken, die leicht durch einen Switch in ein Euro-Darlehen zu steuern sind.

Richtig ist die langfristige Unsicherheit durch die kurzen Festschreibungszeiten. Wer langfristige Zinssicherheit haben möchte, der sollte nicht pokern, sondern sein Kredit in Euro auf 10 Jahre festschreiben. Das ist jedoch die Entscheidung des Kunden, denn nicht jedes Immobiliendarlehen muss langfristig feste Konditionen haben. Sie sind abhängig vom Projekt.

Fazit
Woher Finanztest die höheren Grundbuch- und Notarkosten nimmt, ist mir ein Rätsel. Fremdwährungskredite werden in Euro ausgereicht und in Euro besichert, auch wenn die Finanzierung in ausländischer Währung eingeräumt wurde. Es werden weder der Notarvertrag noch das Grundbuch dadurch berührt. Diese Kosten fallen auch weiterhin in Euro an. Die Aussage von Finanztest ist schlicht falsch. Kosten für Devisentausch sind in der Marge drin. Das interessiert den Kunden nicht. Und natürlich, Fremdwährungskredite sollte man schon gut kalkulieren und zeitnah beobachten. Dass jedoch dieses überaus sinnvolle, weil kostensenkende Angebot pauschal durch Stiftung Warentest/Finanztest verteufelt wird, ist nicht nachvollziehbar. Btw., der Schweizer Franken birgt ganz sicher keine “hohen” Risiken.

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Dieser Artikel ist Teil 4 von 23 der Serie Ratgeber Geld: Haus kaufen und finanzieren



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