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Unternehmen, Konten, Zahlungsverkehr und Banklaufzeit

Die Auszahlung erfolgt nicht schnell genug. Der Geldfluss ist nicht nachvollziehbar. Und überhaupt, wieso zahlt ein Unternehmen seine Geschäftspartner nicht ohne vorherige ausdrückliche Anweisung aus?

Es gibt Geschäftspartner, denen kann man es einfach nicht recht machen. Vor Jahren gab es in einer Bank den Fall, dass ein Kunde sich massiv beschwerte, weil sein Kredit eigenmächtig valutiert wurde. Die Mitarbeiter der Bank hatten im Rahmen des Jahresendgeschäfts versucht, dem Kunden seine Steuervorteile zu sichern. Dies erfolgte ohne Auftrag, da der Betroffene im Urlaub und nicht erreichbar war. Nach seiner Rückkehr erklärte der Kunde, dass er eine Valutierung in dieser Höhe gar nicht benötigte, vielmehr den valutierten Betrag für das kommende Jahr ansetzen wollte und eine aufwendige Rückbuchung verlange. Was wohl im umgekehrten Falle passiert wäre, wenn die Bank gar nichts unternommen und der Kunde aus diesem Grund seinen Steuervorteil eingebüsst hätte, lässt sich nicht mehr feststellen, aber erahnen.

Was ich mit diesem Beispiel zeigen will: Egal wo jemand ein Guthaben besitzt, eigenmächtige Buchungen können schwer ins Auge gehen und Schadensersatzansprüche beschwören. Wer sagt, wohin das Geld fliessen soll und wann, wenn nicht der Gläubiger und Verfügungsberechtigte selbst. Wer garantiert einem Unternehmen, bei dem sich durch eine Geschäftsverbindung Guthaben eines Partners angesammelt hat, dass eine eigenmächtig ausgeführte Buchung dem Partner nicht echten Schaden verursacht.

Gutschrift und Schaden? Wie das? Nehmen wir nur mal an es, handelte sich um einen grösseren Betrag, der statt im Januar 2007 schon im Dezember 2006 ausgezahlt wird. Damit ist die Gutschrift für die Steuer 2006 wirksam, der Geschäftspartner rutscht in eine höhere Progression und zahlt kräftig ans Finanzamt, obwohl er bei einer Zahlung im Januar und eines erwarteten Umsatzrückganges in 2007 von genau diesem Betrag wesentlich mehr gehabt hätte. Die Steuer-Differenz ist der Schaden, den das eigenmächtig handelnde Unternehmen zu tragen hat.

Banklaufzeiten im Zahlungsverkehr
Wenn ich innerhalb einer Bank von Konto A zu Konto B buchen lasse, dann geschieht das valutagerecht beim nächsten Buchungslauf und noch am selben Tag kann ich auf dem Empfängerkonto die Gutschrift sehen. Dasselbe gilt für sogenannte telegrafische Überweisungen egal an welche Bank oder Sparkasse sie innerhalb Deutschlands gehen. Überweisungen innerhalb eines Konzerns oder Giro-Netzes können schon mal zwei oder drei Tage unterwegs sein. Überweisungen zwischen verschiedenen Giro-Netzen, z.B. Privatbank zu Sparkasse dauern oft länger.

Der Geldfluss
Niemand käme auf die Idee, bei einer Überweisung zwischen Geld- oder Kreditinstituten die verschiedenen Buchhaltungen anzurufen, um so seine Überweisung zu verfolgen. Das Zauberwort heisst Vertrauen. Wenn eine geschäftliche Vereinbarung mit einem Unternehmen besteht, die Kriterien zur Auszahlung eines Guthabens erfüllt sind und der Auftrag dafür erteilt wurde, dann sollte man mal ruhig fünf Tage warten. Es könnte doch sein, dass der Geschäftspartner seine Bankverbindung in einem anderen Gironetz hat, elektronische Systeme erst Guthaben prüfen oder vorher ein Lastschriftverfahren veranlasst werden muss. Im Zweifel löst man die Buchung sofort nach erreichen des Mindestbetrages aus, um zu schauen, ob alles korrekt funktioniert. Hat man dennoch kein Vertrauen, dann wäre die Geschäftsverbindung zu hinterfragen.

Führen Unternehmen Konten?
Klar doch! Gemäss Rechnungswesen und Controlling führen Unternehmen Konten, um ihre Einnahmen und Ausgaben transparent zu machen. Das betrifft Firmenwagen wie auch Salden von Geschäftspartnern.

Btw., wegen eines simplen Mausklicks in Verbindung mit Banklaufzeit beim Zahlungsverkehr würde ich keinen Artikel verfassen. Trotzdem danke für die Steilvorlage, Robert.

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