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Geldanlage – 70 Prozent Rendite mit Rohstoffen?

Wer vor einem Jahr sein Geld in Palladium anlegte, konnte sich über mehr als 70 Prozent Wertzuwachs freuen. Gold- und Platin-Preise stiegen in den letzten 12 Monaten um rund 30 Prozent. Über ein Investment in Rohstoffe nachzudenken, liegt nahe. Aber wer will schon Tonnen an Kupfer in seinem Keller deponieren oder für seine Goldbestände extra eine Lagerhalle mit Wachschutz mieten? Daher bieten sich dem Anleger verschiedenste Möglichkeiten, an der Preisentwicklung von Rohstoffen zu partizipieren.

Chancen
Die Weltbevölkerung nimmt zu. Die UNO erwartet, dass im Jahre 2050 über 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben werden. Langfristig steigt daher der Bedarf nach Gütern aller Art. Um ihn zu befriedigen, braucht die Industrie dringend Rohstoffe. Durch die stetig steigende Nachfrage hat sich der CRB Index seit 1956 nahezu verdreifacht. Zudem wird Rohstoffen ein gewisser Inflationsschutz nachgesagt, was Anleger gerade dieser Tage zu Goldkäufen bewegt.

Risiken

Marktpreisrisiko
Wenn Palladium in 12 Monaten mehr als 70 Prozent zulegt und der Preis aktuell wieder auf dem Niveau von 2008 liegt, bedeutet das einfach, dass sich die Weltwirtschaft wieder erholt. Die Preisentwicklung von Rohstoffen hängt direkt von der Konjunktur und der sich daraus ergebenen Nachfrage ab. Weiteren Einfluss können Handelsbeschränkungen haben, wie sie aktuell von China durchexerziert werden. Des Weiteren entstehen zunehmend Rohstoffkreisläufe durch Recycling.

Währungsrisiko
Da die meisten Rohstoffe in US-Dollar gehandelt werden, müssen europäische Anleger mit Preisänderungen durch Schwankungen des Euro zum Dollar rechnen. Der Wechselkurs hängt wiederum von der wirtschaftlichen Entwicklung in beiden Währungsräumen und von der Politik der Notenbanken ab.

Emittentenrisiko
Wer Aktien z.B. einer Minen-Gesellschaft kauft, beteiligt sich an einem Unternehmen mit allen damit verbundenen Risiken, natürlich zuzüglich der Marktpreis- und Währungsrisiken. Wirtschaftet die Gesellschaft schlecht, droht unter Umständen sogar Totalverlust. Auch unterliegen Aktien den allgemeinen Schwankungen der Aktienmärkte. Die Verarbeitung gerade von Metallen ist oft sehr energieintensiv, was die Industrie stark von Energiepreisen abhängig macht.

Wer Rohstoff-Zertifikate kauft, muss ebenfalls mit Totalverlust rechnen, wenn die Emittentin insolvent wird. Diese schmerzliche Erfahrung machten Anleger mit Zertifikaten der US-Investmentbank Lehman Brothers.

Länderrisiko
Zudem werden Rohstoffe manchmal in politisch instabilen Regionen gewonnen, was Minen-Gesellschaften zusätzlich belasten kann. So wurde die Bougainville Copper Mine auf Papua Neuguinea (PNG) durch die einheimische Bevölkerung gewaltsam lahm gelegt, als vereinbarte Zahlungen an das Dorf Bougainville nur spärlich ankamen und der Tagebau schwere ökologische Schäden verursachte. Als im März 1989 die Armee von PNG versuchte, die Ordnung wieder herzustellen, eskalierte der Konflikt, die Mine musste aufgegeben werden und es kam zu einem 10-jährigen Bürgerkrieg.

Wie nun in Rohstoffe anlegen?
Physische Form, Aktien, Fonds oder Zertifikate, der Anleger hat die Wahl.

Physische Form
Ob Barren oder Münzen, Edelmetalle eignen sich durchaus für eine Verwahrung in physischer Form, sofern man einen Tresor zur Hand hat oder die Bank ein entsprechendes Schliessfach bietet.

Gold und Silber sind im Handel erhältlich, wobei hier der Aufpreis erheblich ist. Interessanter sind Münzen der Bundesbank, deren Ausgabepreis nur knapp über dem Materialwert liegt. Leider ist deren Anzahl begrenzt.

Aktien
Kupfer, Eisen, Kohle oder Aluminium in der Wohnung zu horten, macht wenig Sinn. Besser wären da schon Aktien von soliden Unternehmen. Wobei hier nur indirekt von der Preisentwicklung profitiert werden kann.

Fonds
Rohstoff-Fonds eignen sich zur Risikostreuung, was jedoch auf die Rendite drückt. Der BGF World Mining Fund wäre ein Beispiel.

Zertifikate
Mit Zertifikaten kann der Anleger direkt von Preisentwicklungen profitieren. Sie gibt’s in verschiedensten Versionen und auf alle möglichen Indizes oder Rohstoffarten.

Fazit
Letztlich kann man sagen, dass Rohstoffe eine sinnvolle Beimischung zum Depot sind. Es kommt aber auf das Anlageziel an und Risiken sollten beachtet werden. Anleger, die auf Rendite aus sind, brauchen schon mal einen längeren Atem und sollten sich auf den Märkten gut auskennen. Wer hingegen z.B. Edelmetalle als eine Art Sicherheit für alle Fälle betrachtet, kann sich entweder ein paar Barren oder Münzen hinlegen oder Zertifikate kaufen. Die Rendite spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Foto: Jurii / http://images-of-elements.com/palladium.php / CC


Dieser Artikel ist Teil 13 von 30 der Serie Ratgeber Geld: Vermögensaufbau



{ 1 comment… add one }

  • Walter Juli 8, 2010, 14:05

    Ich persönlich würde mir Edelmetalle wie Gold und Silber nicht unbedingt wegen hoher Renditen kaufen, weil es einfach zu riskant ist. Den meisten Menschen die derzeit die Edelmetalle kaufen geht es wahrscheinlich auch mehr um den Sicherheitsaspekt, zumal vor allem Gold auch in Krisen als sehr wertbeständig gilt. Wer über dieses Thema etwas mehr wissen will, dem sei die sehr informative Seite 321goldundsilber.de empfohlen.

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