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Kapitalanlage, Investment oder Spekulation – Alles Eins, oder?

In den meisten Erklärungen wird Kapitalanlage pauschal als Investition angesehen. Besser noch gilt oft sogar die Spekulation als kurzfristiges Investment. Sind solche Auffassungen noch zeitgemäss oder müssen die Begriffe krisenbedingt neu definiert werden?

Was ist ein Investment?
Ein Unternehmer nimmt Geld in die Hand und kauft eine Maschine, die dann durch Steigerung der Produktion seinen Umsatz erhöht, was dem Unternehmen, den Angestellten und der Region zu Gute kommt. Dabei kann der Aktionär als Unternehmer gelten, wenn er frische Aktien bei einer Kapitalerhöhung oder einem Börsengang erwirbt und auf Dividende hofft. Eine Investition liegt also immer dann vor, wenn der Geldgeber echte Wertschöpfung, Wachstum oder Effektivitätssteigerung finanziert, der Wirtschaft Liquidität verschafft und im Gegenzug hoffentlich eine Rendite erhält. Ein Investment dient somit beiden, dem Investor und der Wirtschaft.

Was könnte eine Kapitalanlage sein?
Eine Kapitalanlage sollte als Mindestanforderung den Werterhalt des Vermögens darstellen. Sie ist nicht an eine Rendite gebunden. Das Eigenheim, die Yacht, die Münzsammlung oder der Schmuck zählen darunter. Also Sachen, die im Wert zwar schwanken, aber grundsätzlich langfristig jederzeit wieder in Geld umgewandelt werden können. Indirekt kann auch das Tagesgeld bei einer Bank als Kapitalanlage gelten, sofern die Bank damit private Kredite refinanziert. Reicht die Bank das Geld ihrer Anleger in Form von Krediten an Firmen weiter, wäre das eine indirekte Investition. Eine Kapitalanlage dient dem Selbstzweck.

Wie ist das mit der Spekulation?
Schon wer Aktien mit der Erwartung kauft, daraus Kursgewinne zu erzielen, spekuliert. Deutlicher wird es beim Handel mit Derivaten. Zertifikate, Optionsscheine, Swaps oder Futures dienen nur einem Zweck: “Ich wette, dass der Preis des Underlyings irgendwas tut, woran Du nicht glaubst.” Ein Spekulant gewinnt nur dann, wenn andere verlieren. Die Spekulation dient somit dem Selbstzweck auf Kosten anderer. Der Wirtschaft hilft sie nicht, es sei denn, ein Unternehmen bedient sich derartiger Finanzinstrumente, um sich gegen allfällige Risiken (z.B. Zins-, Währungs- oder Preisänderungsrisiko) abzusichern.


Dieser Artikel ist Teil 10 von 30 der Serie Ratgeber Geld: Vermögensaufbau



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