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Pfandbrief und Risiko?

Woher kommt das Geld, sobald ein Emittent von Pfandbriefen insolvent ist? Pfandbriefe sind gedeckte Schuldverschreibungen, hinter denen abgesicherte Forderungen des Emittenten gegen seine Kreditnehmer stehen. Pfandbriefe sind also durch die Bonität der Kreditnehmer (Häuslebauer, Schiffseigner, Kommunen) sowie durch Sachwerte (Immobilien, Schiffe) gedeckt, nicht durch die Bonität der (insolventen) Bank. Im Falle einer Zahlungsunfähigkeit wird dieser Bereich vom übrigen Bankgeschäft getrennt verwaltet, so dass die Zahlungsströme von Kreditnehmer zum Pfandbriefgläubiger nicht unterbrochen werden. Da sich die Zinsbindungen von Pfandbrief und Kredit decken, werden im Idealfall beide zur selben Zeit fällig, der Kreditnehmer zahlt seinen Kredit zurück und der Pfandbriefgläubiger erhält sein Geld. In Wirklichkeit ist dieser Vorgang der Refinanzierung viel komplexer: Kredite und Pfandbriefe werden zu verschiedenen Zeiten ausgereicht bzw. emittiert, die Rückzahlungen erfolgen fortlaufend, so dass eine gewisse Aktiv-Passiv-Steuerung durch Spezialisten erforderlich ist. Solange die Bank ihre Kreditgeschäfte professionell tätigt, besteht für die Pfandbriefgläubiger noch kein Grund zur Sorge. Jede andere Bank wird die Geschäfte übernehmen.

Was aber, wenn die emittierende Bank zu viele faule Kredit ausgereicht hat? Jetzt haben wir tatsächlich ein Problem. Fällt ein Kredit aus, muss der Pfandbrief trotzdem bezahlt werden. Zunächst sind die Sicherheiten zu verwerten, bleibt danach noch eine Unterdeckung – und in der Regel tut sie das – bezahlt die Bank den Pfandbriefgläubiger aus den Gewinnen der anderen Kreditgeschäfte. Steigt das Risiko im Kredit-Portfolio durch vermehrte Kreditausfälle, so werden Pfandbrief und Kredit durch steigende Risiko-Margen am Markt teurer, was eigentlich selbstregulierende Wirkung hat.

Die Vergangenheit zeigte jedoch, dass Banken tatsächlich Milliarden an Wertberichtigungen aufgrund fauler Kredite vornehmen mussten und nur durch Fusionen zu retten waren. Es bleibt also auch beim mündelsicheren, lombard- und deckungsstockfähigen Pfandbrief ein – wenn auch durch die Vielzahl von Sicherheitsmechanismen geringes – Restrisiko.

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  • Anonymous März 23, 2009, 13:50

    Sehr geehrte Damen und Herren!!
    Wir haben bei Google eingegeben “Woher kommt der Pfandbrief” und sind auf Ihre Seite gekommen. Allerdings konnten wir von Ihrer Seite die gewünschten Informationen NICHT entnehmen.

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