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Sparplan – Der grosse Schwindel mit dem Cost-Average-Effekt

Unglaublich, da kauft man brav 24 Monate lang an jedem Monatsersten für genau 50,00 Euro Fonds-Anteile, wie es zum Beispiel die Webseiten von Postbank oder FAZ-Börsenlexikon empfehlen, und dann liegt der Kurs im 24. Monat um 45 Prozent niedriger als im ersten Monat. Wenn ich das Geld während dieser Zeit in einen Banksparplan investiert hätte, dann betrüge mein Kontostand jetzt 1.200 Euro plus Zinsen und Zinseszinsen und nicht nur 784 Euro nach Kursverlusten und Ausgabeaufschlag. Der schmerzliche Verlust: 416 Euro oder 35 Prozent.

Vermögen und Kurse im fallenden Markt

Dabei waren die für den viel gepriesenen Cost-Average-Effekt notwendigen Kursschwankungen durchaus vorhanden. Ich hätte eigentlich reich sein müssen!

So toll scheint also der Cost-Average-Effekt nicht zu funktionieren. Man kann damit durchaus ein erhebliches Vermögen verlieren. Nicht auszudenken, wenn ich monatlich 500,00 Euro investiert hätte.

Was aber, wenn die Kurse über die Ansparzeit gestiegen wären? Hätten wir dann einen “günstigen” Durchschnittspreis und eine fette Rendite erzielt? Ok, wir drehen den Spiess um und lassen die Kurse steigen. Jetzt haben wir zwar trotz der 5% Ausgabeaufschlag einen Gewinn von 214 Euro oder 18 Prozent erzielt, der Kurs der Anteile ist jedoch um sage und schreibe 80 Prozent gestiegen.

Vermögen und Kurse im steigenden Markt

Mit einer Einmalanlage im ersten Monat wären demnach aus meinen 1.200 Euro satte 2.200 Euro geworden. Auch hier versagt der Cost-Average-Effekt, weil steigende Kurse den Durchschnittspreis anheben.

Offenbar haben Wissenschaftler doch Recht (vgl. Cost Average-Effekt: Fakt oder Mythos?), wenn sie eine vernünftig investierte Einmalanlage einem Sparplan in volatile Finanzprodukte (Aktien, Investmentfonds) vorziehen.

Wie ist es bei sich seitwärts entwickelnden Kursen? Gegenfrage: Würden Sie ein riskantes Finanzprodukt kaufen ohne Aussicht auf Rendite?

Letztendlich bleibt noch das Risiko (Value-at-Risk), welches bei einer Einmalanlage höher sein soll als bei einem volatilen Sparplan mit Kauf zum Durchschnittspreis, wie Wissenschaftler meinen. Womit sich die Frage stellt: Wo beginnt das Risikomanagement? Beginnt es bei der Spekulation, auf dass es der Cost-Average-Effekt schon richten möge, oder beginnt es bei der Auswahl des geeigneten Investments unter Betrachtung der fundamentalen Daten?

Fazit
Der Cost-Average-Effekt minimiert in fallenden Märkten die Verluste, wobei diese Geldanlage dann eine Fehlinvestition war. In steigenden Märkten wäre eine Einmalanlage die bessere Wahl, denn sonst laufen die Kurse dem Anleger davon und er verschenkt Geld.

Daraus folgt: Wer sich sicher ist, dass die Kurse während des Anlagezeitraumes steigen werden, nimmt sein Geld und entscheidet sich für die Einmalanlage. Muss erst angespart werden, bleibt der Durchschnittspreis bei geringer Rendite ein notwendiges Übel. Wer sich nicht sicher ist, wie sich die Kurse entwickeln, investiert sein Geld lieber in ein Produkt, welches er versteht und das er einschätzen kann.


Dieser Artikel ist Teil 7 von 19 der Serie Ratgeber Geld: Finanztipps & Finanzinfos



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