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Wie sicher ist die Kapitallebensversicherung?

Die kapitalbildende Lebensversicherung (kurz Kapitallebensversicherung oder Lebensversicherung) ist eine Kombination aus zunächst zwei Produkten, einer Risikolebensversicherung sowie einer Geldanlage in Aktien (max. 35 Prozent für deutsche Gesellschaften) und festverzinslichen Wertpapieren, vorrangig gedeckte Schuldverschreibungen in Form von Pfandbriefen. Weitere Versicherungsprodukte, wie Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) oder Unfallversicherung, können integriert werden.

Aufgrund ihrer starken Ausrichtung auf Pfandbriefe gilt die Kapitallebensversicherung als sichere Geldanlage. Der Versicherer muss mindestens 90 Prozent der erwirtschafteten Gewinne an die Versicherungsnehmer ausschütten.

Was der Finanzberater verschweigt:
Die Abschlussgebühr beträgt bis zu 5 Prozent der Versicherungssumme. Sie ist sofort fällig und wird mit den Einzahlungen (Versicherungsprämien, Einmalzahlung) verrechnet. Wird die Versicherung angespart, dann entsteht Guthaben (Rückkaufswert) in der Regel erst, wenn die Abschlussgebühr bezahlt ist. Das kann zwei Jahre dauern.

Weitere Gebühren in Höhe von bis zu 15 Prozent der Versicherungsprämie können hinzu kommen. Die Versicherer halten sich sowohl bei Höhe und Verteilung der Kosten als bei der Aufsplittung zwischen Risikoteil und Anlageteil bedeckt.

Bei jeder (dynamischen) Beitragserhöhung wird eine neue Abschlussgebühr fällig.

Rendite
Aufgrund der vorrangigen Ausrichtung auf Pfandbriefe und durch die hohen Kosten zählt die Kapitallebensversicherung zu den ertragsschwachen Geldanlagen. Wer sich die Zinsen für Pfandbriefe anschaut und Kosten sowie Risikoteil seiner Versicherung berücksichtigt, erkennt schnell: Die Rendite ist minimal. Auch kann sie am Rückkaufwert nicht nachvollzogen werden.

Zudem hatten Versicherer in der Vergangenheit bis zu 25 Prozent der Gelder ihrer Kunden in Aktien investiert, was im Zuge der Finanzkrise auf die Erträge und die Kapitalreserven drückt.

Risiken
Kann eine Versicherung Pleite gehen? Ja, sie kann! Jedoch werden in dem Falle die Verträge durch den Sicherungsfonds der Protektor Lebensversicherungs-AG übernommen und weitergeführt. Diese Sicherungseinrichtung für die Lebensversicherer soll garantierte Leistungen und schon gewährte Gewinnbeteiligungen sichern. Überschüsse sind aber erst nach der Konsolidierung des Vertragspools zu erwarten, was auf die Rendite drückt.

Ein weiteres Risiko wäre die Pleite einer Aktiengesellschaft, in die ein Versicherer investiert. Dies lässt die Rendite sinken. Da Versicherungen jedoch auf Diversifikation setzen und zudem nur bis 35 Prozent der Kundengelder in Aktien investieren dürfen, sollte das Risiko minimal sein.

Bei Pfandbriefen bestünde ein Risiko, sobald ein Immobilienbesitzer zahlungsunfähig wird und die Immobilie nicht genügend werthaltig wäre. Dem wirkt das Pfandbriefgesetz mit der Beleihungsgrenze von 60 Prozent des Beleihungswertes einer Immobilie entgegen. Zudem bilden emittierende Banken Pools, welche die Pfandbriefe unterdecken, was eine Verteilung des Risikos bedeutet. Versicherer legen zudem ihre Kundengelder nicht nur in einen Pfandbrief oder Emissionen von nur einer Bank an, sondern splitten die Gelder nochmals. Ein Emittentenrisiko besteht bei Pfandbriefen nicht.

Worauf achten?
Wer eine Kapitallebensversicherung als Geldanlage nutzen will, sollte die Versicherungssumme möglichst niedrig halten. Damit verringert sich nicht nur die Abschlussgebühr sondern ebenfalls der Teil der Prämie, welcher zur Absicherung des finanziellen Risikos bei Eintritt des Versicherungsfalles dient. Zudem sollten Kombinationen mit weiteren Versicherungsprodukten vermieden werden.

Steuern
Seit dem Jahre 2005 unterliegen Erträge aus neu abgeschlossenen Kapitallebensversicherungen (Auszahlungssumme minus Summe der Einzahlungen) der Einkommensteuer. Läuft ein Vertrag mindestens 12 Jahre und wird erst nach dem 60. Lebensjahr fällig, dann ist nur die Hälfte der Erträge steuerpflichtig. Ab dem Jahre 2009 unterliegt der Verkauf von
Lebensversicherungen, die innerhalb von 12 Jahren nach Abschluss verkauft werden, unterliegen seit dem Jahre 2009 der Abgeltungssteuer.


Dieser Artikel ist Teil 6 von 30 der Serie Ratgeber Geld: Vermögensaufbau



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