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Berechnung: Immobilie als Altersvorsorge noch attraktiv?

Welt Online hat für eigengenutzte Immobilien eine Renditebetrachtung aufgemacht, die – salopp gesagt – den Hund samst Hütte schüttelt. Wirtschaftsthemen erklärt, warum trotz Kreditkosten in der aktuellen Niedrigzinsphase die Realisierung der eigenen vier Wände für mietfreies Wohnen im Alter als Altersvorsorge kaum zu toppen ist:

hausbau homebuilding

Grundstück
Grundstück aus Zwangsversteigung, 390 qm, Preis 20.000 Euro, keine Maklerprovision
Grunderwerbsteuer 4,5 Prozent: 900 Euro
Notargebühren 2 Prozent: 400 Euro
Grundbuch 0,5 Prozent: 100 Euro

Haus
Hochbau mit Wohnfläche 150 qm kostet schlüsselfertig 165.000 Euro (1.100 Euro pro qm Wohnfläche).
Notargebühren: 2 Prozent: 5.500 Euro
Kosten innere Erschliessung: 5.000 Euro
Kosten Außenanlagen: Eigenleistung
Kosten Grundschuldeintragung in Höhe von 150.000 Euro: 700 Euro
Eingesetztes Eigenkapital: 60.000 Euro

Finanzierungsbedarf:
Grundstück 20.000 Euro
Hochbau 175.000 Euro
innere Erschliessung 5.000 Euro
Nebenkosten 7.600 Euro
Gesamtgestehungskosten 207.600 Euro, rund 210.000 Euro
./. Eigenkapital 60.000
Finanzierungsbedarf 150.000 Euro

Darlehen:
Zinssatz nominal: 3,56 Prozent p.a.
Darlehensbetrag: 150.000 Euro
Tilgung: 2 Prozent p.a.
Festschreibungszeit = Laufzeit: 29 Jahre
keine weiteren Darlehenskosten

Während der gesamten Laufzeit fallen gemäß Tilgungsplan Zinsen in Höhe von knapp 90.000 Euro an.

Das neue Eigenheim kostet inklusive Kreditfinanzierung insgesamt 300.000 Euro.

Würde der Häuslebauer zur Miete wohnen, müsste der je nach Lage und Ausstattung rund 1.300 Euro pro Monat ohne Nebenkosten bezahlen. Allein während der gesamten Darlehenslaufzeit spart der Eigenheimbesitzer rund 450.000 Euro an Miete und könnte sie zur Finanzierung seines Hauses einsetzen.

Haus, Grundstück, Nebenkosten und Darlehen sind somit bezahlt. Gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase lohnt sich ein Darlehen für den Hausbau zur Altersvorsorge durch die Mietersparnis.

Betriebskosten (Grundsteuer etc.) können im Vergleich vernachlässigt werden, weil sie durch Mieter oder Eigennutzer zu tragen sind. Sie müssen aber im Haushalt kalkuliert werden. Bewirtschaftungskosten fallen für den Eigenutzer in Form von Instandhaltungsrücklage an. Während der Darlehenslaufzeit können sie zur schnelleren Tilgung herangezogen werden. Nach Rückzahlung des Darlehens sollte der Häuslebauer eine Instandhaltungsrücklage bilden, um künftig teure Kredite für Reparaturen zu vermeiden.

KfW-Förderdarlehen mit Tilgungsaussetzung gibt es für Häuslebauer aktuell ab einem Zinssatz von 2,72 Prozent. Sie wurden aus Gründen der Vereinfachung in der Kalkulation nicht berücksichtigt.

Foto: Tobyotter / CC


Dieser Artikel ist Teil 16 von 30 der Serie Ratgeber Geld: Vermögensaufbau



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