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Erwerbsarmut steigt – Atypisch Beschäftigte auf dem Vormarsch

Das Statistische Bundesamt definiert atypische Beschäftigung als Erwerbstätigkeit in einem anhängigen Beschäftigungsverhältnis in Form von
  • Teilzeitbeschäftigung mit 20 oder weniger Stunden pro Woche
  • geringfügige Beschäftigung
  • befristete Beschäftigung
  • Zeitarbeit, Leiharbeit oder Arbeitnehmerüberlassung.

Auswirkungen atypischer Beschäftigung

  • positive Impulse für den Arbeitsmarkt
  • Chancen auch für junge Menschen, Frauen und Ausländer
  • auch mit geringerer oder gar keiner Qualifikation möglich
  • schnelle Arbeitsaufnahme
  • billige und flexible Jobs
  • Förderung durch Familie und Staat.

So stieg gemäss Erwerbstätigenrechnung im Zeitraum von 1997 bis 2007 der Anteil atypisch Beschäftigter von 17,5 auf 25,5 Prozent. Der Anteil von Frauen ist mehr als doppelt so hoch, wie der der Männer. Grund hierfür ist der hohe Anteil an Teilzeitbeschäftigung bei Frauen.

Zum Leben zu wenig
Während ein normal Beschäftigter seinen Lebensunterhalt zu 99,1 Prozent durch die Erwerbstätigkeit deckt, schafft jeder vierte Erwerbstätige lediglich 70,1 Prozent. Die restlichen 29,9 Prozent zum Überleben steuern Familie (18,2%), Hartz-IV (7,3%), andere Sozialleistungen (1,7%) und Renten oder Pensionen (2,7%) bei.

Privatwirtschaft hängt öffentliche Hand ab
Der Branchenvergleich zeigt, dass im Betrachtungszeitraum die normalen Arbeitsverhältnisse im Handel und Gastgewerbe von 78 auf 67 Prozent am stärksten gesunken sind. In der öffentlichen Verwaltung dagegen bleiben sie mit 83 Prozent nahezu unverändert. Insgesamt wurde der Anteil normaler Beschäftigungsverhältnisse in allen Branchen reduziert.

Jugend, Ausländer und gering Qualifizierte
Stärkste Altersgruppe unter den atypisch Beschäftigten waren in 2007 die 15- bis 24-Jährigen mit 39,2 Prozent. Diese Gruppe legt auch gegenüber 1997 mit 19,7 Prozent am stärksten zu. Die Altersgruppe von 55 bis 64 Jahre dagegen verzeichnete mit 4,5 Prozent den geringsten Anstieg. Knapp 40 Prozent der geringer qualifizierten Erwerbstätigen befanden sich im Jahr 2007 in einer atypischer Beschäftigung. Gegenüber 1997 hat sich der Anteil der Erwerbstätigen ohne Berufsabschluss am deutlichsten erhöht, während weit weniger Hochqualifizierte aus normaler Beschäftigung wechselten. Ausländer aus Nicht-EU-Staaten haben es besonders schwer, eine normale Beschäftigung zu finden. Gründe sind rechtliche und sprachliche Probleme. Auch werden ausländische Bildungsabschlüsse möglicherweise nicht voll anerkannt

Das Statistische Bundesamt stellt zudem fest, dass zwischen 1997 und 2007 2,58 Millionen atypische Beschäftigungsverhältnisse entstanden, während die Zahl der normal Beschäftigten um 1,53 Millionen sank. Von insgesamt 30,2 Millionen Erwerbstätigen hatten in 2007 immerhin noch drei Viertel (22,5 Millionen) ein normales Arbeitsverhältnis, während 7,7 Millionen einer atypischen Beschäftigung nachgingen.

Bei dem Mikrozensus wurden nicht in Bildung oder Ausbildung befindliche aber abhängig beschäftigte Personen der Altersgruppen von 15 bis 64 Jahre betrachtet.

Quelle: Atypische Beschäftigung auf dem Deutschen Arbeitsmarkt



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