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Euro-Bonds: Ramsch-Status wäre richtig

Euro-Bonds helfen den Schuldnern PIIGS nicht, weil sie nur die Netto-Zahler belasten, aber nicht das Schuldenproblem lösen. Ihre Abstufung auf Ramsch-Niveau wäre nur gerecht.

Die Bonität von EU-Anleihen würde vorrangig auf Netto-Zahler, wie Deutschland, abgestellt. Je länger aber die Schuldenstaaten gestützt werden müssen, desto höher wird auch die Last für die anderen EU-Länder. Im schlimmsten Fall droht den Netto-Zahlern ebenfalls die Insolvenz. Der Ramsch-Status für Eurobonds wäre daher richtig.

Beispiel

In der Ehe von Paul und Alexia B. herrscht strenge Arbeitsteilung. Er führt seine Firma und sie den Haushalt. Er bringt das Geld nach Hause. Sie bekommt ein Taschengeld. Das geht Jahre lang gut. Aber eines Tages meint sie zu ihm: “Schatzi, mein Konto ist überzogen, kannste mir etwas leihen?” Er borgt ihr Geld. Einen Monat später fragt sie ihn wieder. Er meint: “Nimm doch Kredit auf. Ich bürge für Dich.”

Die Bank spielt mit, denn Paul ist seit Jahren ein verlässlicher Kunde. Sie bekommt ihren Dispo und er bürgt mit seinem Vermögen. Das geht wieder zwei Monate gut. Dann ist auch Alexias Dispo überzogen. Erneut geht das Pärchen zur Bank. Der Kredit wird erhöht, Pauls Bürgschaft auch.

Ein Jahr später aber bekommt Paul Post von der Bank. Er soll eine Überziehung in Höhe von 250.000 Euro ausgleichen. Er kann es nicht. Sein Vermögen ist längst aufgebraucht. Paul musste sich sogar selbst verschulden, um Alexias Ausgaben zu finanzieren.

Die Bank kündigt den Dispo und auch den Firmenkredit. Am nächsten Morgen ist das Pärchen wieder unterwegs, diesmal zum Amtsgericht, um die gemeinsame Insolvenz zu beantragen.

Die Eheleute befinden sich im sogenannten wirtschaftlichen Zusammenhang. Paul hatte versucht, Alexias Schuldenproblem mit seinem Geld zu lösen, ohne die Verschwendungssucht seiner Ehepartnerin als Ursache zu beseitigen. Die Insolvenz war daher unvermeidbar.

Die gleiche finanzielle Katastrophe droht Europa. Netto-Zahler und Schuldenstaaten stehen längst im ähnlichen wirtschaftlichen Zusammenhang. Eurobonds würden das Schuldenproblem nicht lösen. Sie dienen lediglich der leichteren Beschaffung billigen Geldes für die Schuldner. Durch die Bürgschaften wächst aber die Last für die Natto-Zahler. Sobald im schlimmsten Fall,. dem “worst case” ein Schuldenstaat insolvent wird, sind die Netto-Zahler ebenfalls bedroht.

Daher müssen Eurobonds das schlechteste Kreditrating erhalten wie es die Ratingsagentur Standard & Poor’s plant.

Foto: Jeremy Vandel / CC



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