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Euro: Deutschlands Inflation müsste viel höher sein

Die Inflationsrate in Deutschland war im Juli 2011 mit 2,4 Prozent nur deshalb so niedrig, weil sechs Billionen Euro Kaufkraft unwirksam als Vermögen auf Konten, in Aktien oder Immobilien schlummern. Würde dieses Geld in den Wirtschaftskreislauf gelangen, wäre eine massive Preis-Explosion die Folge.

Wir Deutschen hatten laut DIW im Jahr 2009 rund sechs Billionen Euro Netto-Vermögen auf der hohen Kante. Da sind die Schulden schon rausgerechnet. Rein statistisch besaß damals jeder Erwachsene rund 88.000 Euro. Aber in Wirklichkeit konzentrierten sich rund 61 Prozent unseres Vermögens auf unser reichstes Zehntel. Die Sparquote der Deutschen betrug zudem im Jahr 2010 mehr als 11 Prozent. Wobei wohl die Millionäre wohl etwas mehr zur Seite legten als die Hartz-IV-Empfänger.

Wir Deutsche geben also weniger aus als wir einnehmen. Aber damit verknappen wir auch künstlich unsere Währung und machen sie stärker.

Im Zuge von Finanz- und Schuldenkrise hat die Europäische Zentralbank (EZB) das Bankensystem und damit die Wirtschaft mit zusätzlichem Geld geflutet, ohne dass ein Hosenknopf mehr produziert wurde. Auch die Bundesregierung versorgte Deutschlands Wirtschaft mit zusätzlicher Liquidität, indem sie durch Abwackprämie und Verlängerung des Kurzarbeitergeldes ihren Schuldenberg auf unvorstellbare zwei Billionen Euro aufstockte, aber keinerlei Anstrengungen zur Tilgung unternimmt. Lediglich die Neuverschuldung soll künftig sinken. Die dafür nötigen Ausgabenkürzungen werden hauptsächlich zu gleichen Teilen der Bevölkerung angelastet.

Bei dieser Gleichbehandlung der Steuerzahler, bleibt die unsoziale Schieflage der Vermögensverteilung jedoch erhalten. Mehr als zwei Drittel unseres Netto-Vermögens gelangen nach wie vor nicht in den Wirtschaftskreislauf.

Dadurch bleiben die Preise künstlich niedrig, die Binnenkonjunktur wird gebremst und Arbeitsplätze werden vernichtet. Der Mensch kann nunmal nur ein Auto gleichzeitig lenken und kein Millionär käme auf die Idee, entsprechend seinen finanziellen Verhältnissen statt dem Gläschen Champagner zum Frühstück zwanzig Kisten Mineralwasser zu trinken, nur um die Wirtschaft anzukurbeln.

Der Euro ist weitaus schwächer als wir glauben. Seine Schwäche hat sich nur noch nicht realisiert.

Aber was passiert, sobald unsere 20 Millionen Rentner ihr Vermögen vererben und die Enkel das Geld ausgeben?



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