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EZB-Zinsbombe trifft Deutschland doppelt hart

Nach dem heutigen Zinsschritt der Europäischen Zentralbank (EZB) muss Deutschland mit sinkenden Steuereinnahmen, steigenden Kreditzinsen und höheren Kosten für Europas Rettungspakete fertig werden.

Aus Panik vor einer Inflationsgefahr hat die EZB heute den Leitzins von 1,25 auf 1,5 Prozent angehoben. Damit verteuert Jean-Claude Trichet europaweit das Geld mit dramatischen Folgen für Wirtschaft und öffentliche Haushalte.

Die deutsche Wirtschaft ist zwar mit einem blauen Auge aus der Krise gekommen. Ihre Gewinne sind aber noch immer sehr exportlastig. Die Binnenkonjunktur schwächelt. Zudem ist es ja nicht so, als ob Bund und Länder hierzulande geordnete Finanzen hätten. Auch wenn Steuersenkungsminister Philipp Rösler (FDP) uns das Gegenteil glauben machen möchte. Unsere öffentlichen Haushalte stöhnen unter einer Schuldenlast von rund zwei Billionen Euro. Ein Tilgungsanfang ist weit und breit nicht in Sicht. Lediglich die Neuverschuldung sinkt etwas.

Im Süden Europas ist die Situation noch dramatischer. Portugal wurde gerade von der US-Ratingagentur Moody’s auf Ramsch-Status abgewertet. Griechenland hat weltweit das schlechteste S&P-Rating. Volkswirtschaften und Menschen leiden unter den Spardiktaten der Troika (EU, EZB und IWF). Die Arbeitslosigkeit explodiert. Gerade junge Menschen sind betroffen. In Griechenland stieg die Jugendarbeitslosigkeit auf 15 Prozent.

In diese äußerst schwierige Situation platzt Trichet jetzt mit seiner Zins-Bombe. Das Geld verteuert sich europaweit. Aber nur wenige Länder können die höheren Zinsen selbst erwirtschaften. Wer das Geld dafür aber nicht allein aufbringen kann, für den zahlen die anderen mit, auch Deutschland.

Das fiese dabei ist, künftige Rettungpakete werden ebenfalls teurer. Nicht nur für die Schuldnerstaaten, auch Deutschland muss sich für seine Hilfen teurer verschulden. Nicht auszudenken, wenn zu allem Überfluss auch noch unsere Garantien fällig würden und wir die Schulden der anderen übernehmen müssten.



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