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Finanzkrise: Die Bombe tickt wieder!

Mit profitorientierten Unternehmen ist das so eine Sache. Ihre Lenker und Anteilseigner erkennen schnell, dass nicht nur Kunden sondern auch dumme Investoren ihre Gehälter und Dividenden zahlen könnten. Das machen mehr oder weniger alle Firmen, die einen Kredit aufnehmen oder Anleihen ausgeben und so über den Hebel “Fremdkapital” ohne eigenes Risiko ihre Gewinne maximieren.

Ist so ein Unternehmen, nennen wir es Bank, aber in Geldgeschäften tätig, drängt sich förmlich auf, Gewinne nicht nur aus sinnvollen Investitionen in die Wirtschaft, sondern auch durch Spekulationen an Finanzmärkten erzielen zu wollen.

Die Vorteile einer Bank liegen dabei auf der Hand. Anleger bringen den Geldinstituten fast unbegrenztes Vertrauen entgegen – wo Bank drauf steht, muss Sicherheit drin sein – und mit hinreichender Grösse kann so ein Institut als “Market Maker” bestimmen, wohin die Reise an den Finanzmärkten geht.

Verhaftet dann noch die Politik ihre Bürger zur Ausstellung von bedingungslosen Blanko-Schecks für die Stützung von Geldhäusern, kann eigentlich am Roulette-Tisch gar nichts mehr schief gehen. Man stelle sich vor, Spieler A und B sitzen im Casino. A streicht nur Gewinne ein, B gleicht nur Verluste aus. Wohin fliesst das Geld? Natürlich von B nach A. Substituieren wir nun A durch die Kreditwirtschaft, B durch die Steuerzahler und das Casino durch die Finanzmärkte, dann haben wir den Salat!

Vor Ausbruch der Finanzkrise hatten die Banken erst gezockt und sich dann unser Steuergeld geholt. Nach Ausbruch der Finanzkrise holen sie sich nun Dank der glorreichen Hilfestellung durch unsere Politiker erst unser Steuergeld, um es dann zu verzocken.

Und so kommt es, dass die Pleite-Banker wieder unterwegs sind, unsere Wirtschaft im Regen stehen lassen, fette Manager-Boni an den neuen Gesetzen vorbei schleusen, von satter Eigenkapitalrendite träumen und die grosse nunmehr legale Umverteilung von Vermögen der Bürger in die Taschen dieses skrupellosen Vereins weitergeht, wie gehabt.

Dabei werden die Risiken für die Gesellschaft stetig grösser und systemischer, denn nunmehr sind Staaten und Völker mit ihrem Vermögen sowie ihrer Wirtschaftsleistung über mehrere Generationen hinweg in Geiselhaft genommen. Wenn man vor ein paar Jahren von einer “tickenden Zeitbombe” sprach, muss man heute feststellen, dass die Uhr nur kurz verlangsamt, jedoch nicht angehalten wurde.



{ 1 comment… add one }

  • Chris Juli 15, 2009, 18:02

    ein Klasse Artikel der das Banken-Problem mal aufdeckt. Besonders dieser Absatz:

    Die Vorteile einer Bank liegen dabei auf der Hand. Anleger bringen den Geldinstituten fast unbegrenztes Vertrauen entgegen – wo Bank drauf steht, muss Sicherheit drin sein –

    sollten sich mal die Bank-Manager zuHerzen nehmen.

    Banken müssen meiner Meinung nach, durch den Staat akkreditiert und überwacht werden. Außerdem sinkt auch die Dienstleistungsqualität der Banken. Der Kunde steht nicht im Mittelpunkt, nur sein Geld um damit spekulieren zu können. Eine Wertschöpfung mit unüberschaubaren Risiken!

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