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Schuldenkrise erreicht Deutschland: Bundesanleihe patzt

Refi-Desaster: Deutschland konnte heute nur zwei Drittel einer 10-jährigen Staatsanleihe platzieren. Investoren misstrauen unseren niedrigen Zinsen.

Bislang hatte sich Deutschland zu sehr geringen Zinssätzen an den Kapitalmärkten Geld beschafft. Das ist seit heute vorbei. Wie die Bundesbank mitteilt, konnte eine unserer Staatsanleihen nur zum Teil verkauft werden.

Statt der geplanten sechs Milliarden Euro wurden nur 3,64 Milliarden Euro erzielt. Insgesamt lagen Gebote in Höhe von 3,89 Milliarden Euro vor.

Die Durchschnittsrendite des 10-jährigen Tenders beträgt 1,98 Prozent. Er war mit 1,1 Prozent auch nur knapp überzeichnet.

Das verbleibende Emissionsvolumen in Höhe von 2,36 Milliarden Euro will die für unser Schuldenmanagement zuständige Bundesfinanzagentur jetzt am Sekundärmarkt anbieten. Ein Refinanzierungsproblem für Deutschland bestehe jedoch derzeit nicht, heißt es.

Offenbar misstrauen die Investoren unseren niedrigen Zinsen angesichts der relativ hohen Inflationsraten innerhalb der EU. Immerhin liegen die zwischen zwei und fünf Prozent.

Der Emissions-Patzer ist ein schlechtes Zeichen. Auch Deutschland muss sich vor dem Hintergrund der Schuldenkrise nun darauf einstellen, nicht mehr so einfach an billiges Geld zu kommen. Die künftig höheren Zinsen werden auch unsere Kreditwürdigkeit belasten.



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