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Schuldenkrise: Nur Griechenlands Insolvenz zwingt die Gläubiger zu Verhandlungen

Die griechische Regierung sollte die Zahlungsunfähigkeit erklären, weil man mit Gläubigern nur verhandeln kann, wenn ihnen unmittelbar der Totalverlust droht. Griechenlands Insolvenz wäre der beste Dienst für Europa.

Alle wollen Griechenland retten. Die EZB kaufte griechische Staatsanleihen und wurde zu Europas Bad Bank. Nationale Regierungen verhandeln bereits über den zweiten Rettungsschirm, um griechische Schulden bei den Banken weiter auf die Allgemeinheit zu verteilen. Seitens der privaten Banken gibt es mittlerweile ein Lippenbekenntnis, dass man vielleicht auf den einen oder anderen Euro verzichten wolle. Ob die aber überhaupt noch mit einem Euro in griechischen Staatanleihen investiert sind?

Trotz aller Bemühungen sind sich Experten aber jetzt schon einig. Solange es keinen echten Sanierungsplan und kein tragfähiges Geschäftsmodell für das kleine Mittelmeerland gibt, solange man nur gutes Geld schlechtem hinterher wirft, wird dem zweiten ein dritter Rettungsschirm folgen, danach ein vierter und so weiter.

Auf Kosten der Steuerzahler natürlich.

Nicht, weil wir uns das wünschen. Sondern weil der private Finanzsektor das so will. Seit Ausbruch der griechischen Schuldenkrise im Herbst 2009 suchen Finanzlobbyisten um Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker Mittel und Wege, um die inzwischen wertlosen Forderungen der Banken und Versicherungen gegenüber Griechenland den Steuerzahlern aufs Auge zu drücken. Am liebsten uns Deutschen. Aber was passiert, wenn die Netto-Zahler, wie Deutschland, auch ausfallen?

Durch eine Insolvenz Griechenlands hätte sich der Streit zwischen Politik, EU, EZB und Gläubigern von jetzt auf gleich erledigt.

Würde Griechenland heute seine Insolvenz erklären, dann müssten alle Gläubiger Farbe bekennen. Sämtliche Forderungen würden neu bewertet und zumindest teilweise abgeschrieben.

Die Verluste aus Spekulationen in griechischen Staatsanleihen müssten dann zunächst einmal die Gläubiger, wie Banken und Versicherungen, selbst tragen. Schließlich haben sie auch die mehr als 15 Prozent Rendite kassiert.

Auch eine Mauschelei mit Steuer- und EZB-Geldern wäre nicht mehr möglich.

Danach könnte sich die Politik immer noch darüber unterhalten, ob man den Aktionären ihre Banken oder vielleicht doch lieber den Rentnern ihre Pensionsfonds retten solle, würden dort Zahlungsausfälle drohen.

Eine Insolvenz Griechenlands wäre endlich auch ein klares Signal an die verwöhnten und verzogenen Finanzmärkte.

Tragt Eure Risiken gefälligst selbst und bildet eigene Rücklagen für Eure Verluste. Wenn ein Unternehmer einen Kredit haben will oder eine Familie mit zwei Kindern ein Haus baut, dann verlangen die Banken 30 Prozent Eigenkapitalbeteiligung. Die Anleger müssen sich aber mit knapp drei Prozent begnügen.

Im “worst case” droht Europa die Währungsreform.

Sollten aufgrund der fortlaufenden Sozialisierung von Verlusten aus Griechenlands Anleihen auch die Netto-Zahler Europas, wie Deutschland, ausfallen, dann wäre ein Währungsschnitt unvermeidlich.

Noch könnte der durch Griechenlands Insolvenz abgewendet werden.



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