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Schuldenschnitt: Steinbrück gibt Griechenland verloren

Der griechische Schuldenschnitt kommt, ist sich Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sicher. Von dem Forderungsverzicht wären die EZB und griechische Banken am stärksten betroffen.

Trotz milliardenschwerer Rettungspakete und Sparprogramme drohen Griechenlands Finanzen zu kollabieren. Peer Steinbrück hält daher einen Forderungsverzicht durch die Gläubiger für unvermeidbar. Die Risiken eines Schuldenschnitts seien geringer als die ständige Fortsetzung von Rettungsschirmen, erklärte der SPD-Politiker laut einem Dow-Jones-Bericht am Montagabend in Düsseldorf vor Wirtschaftspublizisten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) und griechische Banken wären am stärksten betroffen und müssten erhebliche Abschreibungen vornehmen. Die EZB hatte während der Schuldenkrise massiv griechische Anleihen aufgekauft. Des Weiteren warnte die US-Ratingagentur Standard & Poor’s jüngst im Zuge ihrer Abstufung Griechenlands in die weltweit schlechteste Bonitätsklasse, dass auch die Bonität griechischer Banken bedroht sei.

Laut Steinbrück hätten der private Bankensektor und die Versicherungswirtschaft hingegen längst ihre Anleihen abgeschrieben.

Der Politiker forderte auch, die EZB-Anleihen in die Stabilitätsfonds der einzelnen EU-Länder zu übertragen.

Neben dem teilweisen Verzicht auf Forderungen solle zudem ein Förderprogramm nach dem Vorbild des “Marshall-Plans” aufgelegt werden, um die griechische Wirtschaft anzukurbeln.



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