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Rente mit 67 ab 2012: So funktioniert die neue Rentenkürzung

Altersarmut per Gesetz – Warum die Renten ab jetzt sinken und wie die staatliche Kürzung funktioniert:

Ab 01. Januar 2012 wird das gesetzliche Renteneintrittsalter in Deutschland schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Die Anhebung auf 66 Jahre erfolgt bis 2023 mit einer Steigerung um jährlich einen Monat. Von 2024 bis 2029 steigt die Altersgrenze pro Jahr um zwei Monate auf 67 Jahre.

Die Bundesregierung begründet die Verlängerung der Lebensarbeitszeit auf ihrer Webseite so:

“Die Anhebung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahre hat vor allem das Ziel, den Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung stabil zu halten.”

Vom “stabilen” Beitragssatz profitieren nicht nur Erwerbstätige sondern auch Unternehmer, weil sich beide die Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) je zur Hälfte teilen.

Aber kaum jemand arbeitet noch bis 65 Jahre!

Die Statistik der Deutschen Rentenversicherung für das Jahr 2010 beweist: Bereits heutzutage geht jeder zweite Neurentner im Durchschnitt drei Jahre und zwei Monate früher in den Ruhestand und muss dafür pro Jahr auf 3,6 Prozent seiner Rente verzichten.

Immer mehr Firmen entledigen sich ihrer teuren älteren Fachkräfte zu Lasten unserer Sozialkassen und stellen dafür junge billige Mitarbeiter ein.

Die Folgen sind für Betroffene und Gesellschaft dramatisch. Wer im Alter von über 60 Jahren seinen Arbeitsplatz verliert, findet kaum noch einen neuen Job. Durch die Einstellung billiger junger Kollegen senken Unternehmer mit den Lohnkosten gleichzeitig auch ihren Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung. Die Steuerzahler müssen für ältere Arbeitslose und für die Löcher in den Rentenkassen aufkommen.

Gewerkschaften und Sozialverbände befürchten Altersarmut.

Mit der Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre, wird sich die aktuelle Situation weiter verschärfen, erklärte die Vorsitzende des Sozialverbanders VdK Deutschland Ulrike Mascher gegenüber der Sueddeutschen. Die Altersarmut werde zunehmen.

Auch Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), sieht in der “Rente mit 67 ein reines Rentenkürzungsprogramm”, solange die Beschäftigten noch nicht einmal bis 65 arbeiteten.

Das Kürzungsprogramm “Rente mit 67” wurde im März 2007 durch die Bundesregierung aus CDU und SPD unter Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossen und vom Bundesrat abgesegnet.



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