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So stunden Sie Ihre Steuerschuld

Wenn das Finanzamt zur Kasse bittet, ist der Steuerzahler nicht immer sofort zahlungsfähig. Ein unerwarteter Zahlungsbefehl kann vor allem Privatleute und kleine Unternehmen auf dem falschen Fuß erwischen und in eine schwierige finanzielle Lage bringen. Hier hilft nur eines, die Forderungen der Finanzbehörden stunden. Der Hamburger Steuerberater und Privatdozent Günter Zielinski erklärt, wie ein Zahlungsaufschub beim Finanzamt erreicht werden kann:

Die richtigen Argumente und der richtigen Form
Auf Stundungen besteht kein Rechtsansprunch. Sie sind Ermessensentscheidungen. Daher müssen Anträge auf Zahlungsaufschub schriftlich erfolgen. In dem Antrag soll die persönliche finanzielle Situation nachvollziehbar begründet und durch Nachweise belegt sein. Zudem muss der Finanzverwaltung ein Weg gezeigt werden, wie und wann die Forderung bezahlt wird. Die Tilgung der Steuerschuld kann dabei durch Ratenzahlung oder Einmalzahlung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Wenn die Stundung abgelehnt wurde
Die Ablehnung des Stundungsantrages muss schriftlich erfolgen und eine Rechtsbehelfsbelehrung beinhalten, die erklärt wie dem Bescheid widersprochen werden kann.

Prüfung der Gründe der Ablehnung
Die in der Ablehnung durch die Finanzbehörden angegebenen Gründe müssen mit Hilfe der Abgabenordnung und der aktuellen Rechtsprechung der Finanzgerichte geprüft werden.

Widerspruch
Haben sich die Finanzbehörden nicht an Vorschriften gehalten, darunter zählt auch eine gewisse vorschriebene Nachsicht, kann der Wirderspruch erfolgen. Er sollte, wie der Stundungsantrag begründet sein und einen Rückzahlungsplan enthalten.

Ablehnung des Widerspruchs
Wurde dem Widerspruch gegen die Ablehnung des Stundungsantrages ebenfalls nicht entsprochen, bleibt nur noch der Weg über das Finanzgericht.

Aufschub eines Vollstreckungsbescheides
Kommunikation hilft, weil Vollstreckungen ebenfalls Ermessensentscheidungen sind. Wer mit der zuständigen Abteilung des Finanzamtes spricht und sein Anliegen sachlich nachvollziehbar begründet, kann einen Aufschub der drohenden Zwangsvollstreckung erwirken. Ein Experte der sich in wirtschaftlichen und steuerlichen Fragen gut auskennt, ist dabei immer hilfreich.


Dieser Artikel ist Teil 10 von 19 der Serie Ratgeber Geld: Finanztipps & Finanzinfos



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