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Steuern: Geldverbrennung Penderpauschale

Also ich habe ja nichts dagegen, wenn die Leute im Grünen wohnen wollen und dafür 100 Kilometer Arbeitsweg auf sich nehmen. Oder wenn sie in Frankfurt eine Firma gründen, weil dort das Umfeld gerade passt, aber in Stuttgart ihren Hauptwohnsitz belassen, um ihre Freunde nicht zu verlieren. (In diesem Falle könnte der Firmeninhaber nicht nur Doppelte Haushaltsführung abgreifen, sondern auch staatlich subventionierte Heimfahrten/-flüge, Trennungsgeld etc..) Aber ich habe etwas dagegen, dass einzelne so ihre Lebensqualität auf Kosten der Allgemeinheit, also zu Lasten der Steuerzahler, erhöhen. Der Gesetzgeber unterstützt diesen Unsinn auch noch durch so ganz kuriose Regelungen im Steuerrecht:
Keine Werbungskosten sind die Aufwendungen des Arbeitnehmers für die Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte und für Familienheimfahrten. Zur Abgeltung erhöhter Aufwendungen für die Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte ist ab dem 21. Entfernungskilometer für jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer die Arbeitsstätte aufsucht, für jeden vollen Kilometer der Entfernung eine Entfernungspauschale von 0,30 Euro wie Werbungskosten anzusetzen, höchstens jedoch 4.500 Euro im Kalenderjahr; ein höherer Betrag als 4.500 Euro ist anzusetzen, soweit der Arbeitnehmer einen eigenen oder ihm zur Nutzung überlassenen Kraftwagen benutzt.

Das heisst also, wer seinen Arbeitsweg verkürzt und damit Kosten senkt, muss diese schön selber tragen. Wer sich als Besserverdiendender jedoch ein Häuschen im Grünen leisten kann und damit auch noch seinen Arbeitsweg über 21. Kilometer verlängert, bekommt das Staat zusätzlich belohnt. Und natürlich, in Grossstädten und Umgebung sind die 21 Kilometer sehr schnell überschritten. So wedelt der Schwanz mit dem Hund. Denn wirklich sinnvoll wäre es, die Menschen für Kostensenkungen ab dem ersten Entfernungskilometer mit einer Steuervergünstigung zu motivieren, jedoch bis zu einer noch festzulegenden Obergrenze (21 Kilometer?), statt das Geld den Besserverdienenden zu spenden. Von einem Vergleich zwischen einmaligen Umzugskosten und langjähriger Erstattung von Aufwendungen “für die Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte” sehe ich ab. Für 4.500 Euro ziehe ich durch halb Deutschland und rühre selber keinen Finger. Denkt mal drüber nach!

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