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Steueroase Deutschland – Die Tricks der Unternehmer

Deutschland ist ein Steuerparadies für Reiche. Sie rechnen sich legal arm oder kassieren Spekulationsgewinne steuerfrei.

Gemäss dem deutschen Steuerrecht entfaltet der Spitzensteuersatz der Einkommensteuer – die neben der Mehrwertsteuer immerhin der grösste Posten der Staatseinnahmen ist – nur bei Arbeitnehmern seine volle Wirkung. Ein Selbständiger hingegen braucht die aktuellen 45 Prozent nicht zu fürchten, weil er seine Betriebsgewinne kleinrechnen kann – teilweise sogar mit privaten Ausgaben.

Immobilien-Spekulation steuerfrei
Nehmen wir den Immobilien-Spekulanten. Der braucht sein Haus nur 10 Jahre im Eigentum zu halten, damit der Veräusserungsgewinn, der pro Objekt schon mal in die Millionen gehen kann, steuerfrei bleibt. Handelt es sich dabei um eine Gewerbeimmobilie, hat der Eigentümer über diese 10 Jahre seine Mieteinnahmen natürlich ebenfalls kaum versteuert, weil Kosten für Bewirtschaftung und Finanzierung dagegen stehen.

Geldwäsche leicht gemacht
Banken interessieren sich zwar im Auftrage der Behörden für die Herkunft von Überweisungen. Handwerkern und Baummärkten sind Barzahlungen jedoch egal. Wer mit Schwarzgeld Bauleistungen und Material scheibchenweise vorfinanziert, kann die Rechnungen für den Hausbau legal seiner Bank präsentieren, die dann den Kredit auf das Privatkonto auszahlt. Am Ende stehen Haus und Kredit. Die Schulden werden legal aus Mieteinnahmen getilgt. Wird das Objekt nach 10 Jahren verkauft, fliesst auch der Kaufpreis legal und steuerfrei.

Das süsse Leben auf Staatskosten
Der Würstchenfabrikant finanziert seinen Wohlstand ebenfalls über das Finanzamt. Alles, was dem Geschäft dienlich ist, schmälert Gewinn und Steuerschuld. Zu den steuermindernden Ausgaben zählen dabei unter anderem der Firmen-Mercedes, die Geschäftsessen mit Kunden, Flüge im Firmen-Jet und die Wertminderung (Abschreibung) des Fabrikgebäudes – auch dessen Grundsteuer ist eine Betriebsausgabe.

Dass sich im Geschäftsleben das Schöne mit dem Nützlichen verbinden lässt, versteht sich dabei von selbst. So können Unternehmer gerne die Kosten ihres privaten Fitness-Trainers dem Finanzamt als Firmenausgaben unterjubeln, sofern sie die Dienstleistung den Steuerbehörden als Coaching verkaufen.

Wer zudem in seinen eigenen vier Wänden mindestens 10 Prozent der Fläche geschäftlich nutzt, darf auch den privaten Bereich dem Firmenvermögen zuordnen und sich die bereits an Bauunternehmen gezahlte Umsatzsteuer vom Fiskus zurückholen. Danach muss er aber über einem Zeitraum von 10 Jahren diesen zinslosen “Förderkredit” im Rahmen der Versteuerung der Nutzung seiner privaten Wohnfläche an das Finanzamt zurückzuzahlen.

Betriebsaufspaltung als Steuersparmodell
Betriebsaufspaltung gilt als hohe Schule für steuersparende Unternehmer. Ihr Sinn und Zweck ist ursprünglich, das Vermögen der Eigentümer vor den Augen gieriger Gläubiger zu verstecken. Wenn ein Unternehmer jedoch Gewerbesteuern sparen will, könnte er seine Firma in mehrere Personengesellschaften teilen, so dass jede vom Freibetrag profitiert.

Selbst die Pendlerpauschale rechnet sich für Steuersparer
Selbständige und gewerbliche Arbeitnehmer können von der Pendlerpauschale profitieren, sofern sie in Mathe nicht völlig geschlafen haben. Pendler dürfen pro Entfernungskilometer und Arbeitstag pauschal 0,30 Euro und maximal 4.500 Euro im Jahr ansetzen. Die Strecke zwischen Leipzig und Dresden beträgt 117 Kilometer. Rechnen Sie’s nach! Bei 220 Arbeitstagen pro Jahr wäre die Erstattung in maximaler Höhe fällig. Wer dabei auf das Auto verzichtet und mit einem Jahresabo der Bahn angenehm im ICE pendelt, zahlt aktuell nur 2.679 Euro. Die Differenz in Höhe von 1.821 Euro ist der Gewinn des Steuerzahlers, weil das Finanzamt in der Regel nur die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsort aber nicht das Verkehrsmittel prüft. Da ist noch mehr drin! Die Entfernung zwischen Dresden und Chemnitz beträgt 85 Kilometer. Wer hier statt Auto die Regionalbahn nutzt, zahlt für das Jahresabo aktuell nur knapp 2.099 Euro. Das Finanzamt akzeptiert aber die vollen 4.500 Euro. Der Gewinn beträgt also satte 2.401 Euro.

Foto: Zoom Zoom / CC


Dieser Artikel ist Teil 2 von 4 der Serie Ratgeber Geld: Steuern sparen



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