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Zweitdepot vs Abgeltungsteuer?

Nur neuer Quatsch aus den Marketing-Schmieden!

Wer Kauf- und Verkaufsdatum von Wertpapieren oder Fondsanteilen im Hinblick auf die Abgeltungsteuer für das Finanzamt sauber trennen möchte (z.B. Aktiensparplan, Fondssparplan), dem empfehlen selbsternannte Steuerexperten in diesen Tagen ein zweites Wertpapierdepot. Das Erstdepot nach altem Steuerrecht wird ab 31. Dezember 2008 quasi stillgelegt. Wertpapierkäufe werden ab 01. Januar 2009 in das Zweitdepot nach neuem Steuerrecht eingebucht. So stellt der Steuerzahler sicher, dass bei Teilverkäufen zuerst die Anteile nachweisbar steuerfrei veräussert werden können, die zuerst gekauft wurden und deren Spekulationsfrist bereits abgelaufen ist. Könnte der Steuerzahler die Daten von Kauf und Verkauf nicht sauber getrennt nachweisen, so würde das Finanzamt nach der fifo-Methode (first in, first out) verfahren, wonach zuletzt gekaufte Wertpapiere oder Fondsanteile als zuerst veräussert anerkannt würden.

In meinen Augen unnötige Panik, weil

  • die Spekulationsfrist ab Januar 2009 entfällt und
  • immer noch Kursgewinne gegen Kursverluste (horizontal, sprich: in derselben Einkunftsart) verrechnet werden können.

Damit sind Kursgewinne bei Verkauf von ab 01. Januar 2009 gekauften Wertpapieren oder Fondsanteilen immer zu versteuern und Wertpapiere oder Fondsanteile die bis 31. Dezember 2008 gekauft und mindestens 12 Monate gehalten wurden, bei ihrer Veräusserung immer steuerfrei. Die Menge ist dabei entscheidend. Sobald beim Verkauf die aufgrund ihres Anschaffungszeitpunktes in 2008 oder davor als steuerfrei geltende Teilmenge berührt wird, greift automatisch deren Steuerfreiheit. Ob die Anteile mit für immer abgelaufener Spekulationsfrist oder diejenigen, deren Kursgewinne ab 2009 immer zu versteuern sind, zuerst verkauft werden, spielt meines Erachtens keine Mandoline. Der Nachweis der Anschaffungszeitpunkte der beiden Depot-Teilmengen braucht daher kein zweites Depot. Stichtag ist der 31. Dezember 2008 und Order-Quittungen sowie Depot- und Kontoauszüge sollten natürlich aufbewahrt werden.

Zudem führen Banken ab 2009 die Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag plus allfällige Kirchensteuer gemäss den ihnen erteilten Freistellungsaufträgen automatisch ab. Jedes zusätzliche Depot erschwert den Banken und Kunden die Handhabung der Steuerangelegenheiten.

Keine Steuerberatung!



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