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Baufinanzierung – Warum der Kunde die Wertermittlung bezahlen muss

villa mit poolUnd warum das Wertgutachten eine Dienstleistung ist, die NICHT im Interesse der Bank liegt.

Kunden freuen sich über niedrige Zinsen ihrer Baufinanzierung. Sie sparen durch ihre Immobilie als Kreditsicherheit im Vergleich zu einem Konsumentenkredit über die gesamte Kreditlaufzeit hunderttausende von Euro an Zinsen. Im Gegenzug geizen sie bei einigen hundert Euro für eine Wertermittlungsgebühr. Was Gerichte und Verbraucherschützer bei ihrer Parteiergreifung zu Gunsten der zahlungsunwilligen Häuslebauer übersehen, Banken sind laut Pfandbriefgesetz verpflichtet, einen Beleihungswert durch einen vom Vertrieb unabhängigen Gutachter ermitteln zu lassen. Das geschieht nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil es laut § 12 des besagten Gesetzes ohne Wertgutachten, welches die Deckungsstockfähigkeit einer Immobilie bescheinigt, keine zinsgünstige Baufinanzierung gibt.

Nochmal:
Keine Wertermittlung = kein Deckungsstock = keine zinsgünstige Baufinanzierung!

Will der Kunde bei seiner Immobilienfinanzierung Zinsen sparen, hat er zwei Möglichkeiten. Entweder er beauftragt selbst einen Gutachter, der den Beleihungswert nach § 16 Pfandbriefgesetz ermittelt und bezahlt diesen oder die Bauingenieure der Bank erstellen gesetzeskonform das Gutachten und werden dafür durch den Kunden bezahlt, wie sich das für eine Dienstleistung gehört.

Die Marge für eine Baufinanzierung liegt in Deutschland unter 1 Prozent pro Jahr. Bearbeitungs- und Wertermittlungsgebühr sind längst Geschichte. Kein Wunder, dass Banken der Zockerei verfallen, wenn im klassischen Bankgeschäft per Gerichtsurteil nix mehr zu verdienen ist.

Was Verbraucherschützer und Justiz hier betreiben, ist eine Unterwanderung des Schutzes und der Sicherheit des Hypothekenpfandbriefs sowie die Sorgfaltspflicht der Banken gegenüber Kapitalanlegern, die in solche Pfandbriefe investieren.

Hintergrund
Finanztest hatte gemeldet, dass das Oberlandesgericht Celle auf Antrag der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen die BHW Bausparkasse zu einer Strafe in Höhe von 100.000 Euro rechtskräftig verurteilte (Az. 13 W 49/10), weil die BHW von ihren Kunden Wertermittlungsgebühren verlangte.

Foto: hmerinomx / CC


Dieser Artikel ist Teil 20 von 23 der Serie Ratgeber Geld: Haus kaufen und finanzieren



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