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Datenschutz: Abmahnungen wegen Facebooks Gefällt-Mir-Buttons

Von BILD bis Spiegel, auf Millionen Webseiten prangt der Facebook-”Like It”-Button, aber nur wenige Betreiber sind sich dieser teuren Abmahnfalle bewusst. Besonders heimtückisch für die Nutzer: Facebook-Buttons übermitteln schon beim Laden der Webseite ihre persönlichen Daten in die USA.

Datenschützer kritisieren schon lange, dass sich die kleinen blauen Facebook-Wanzen, wie lästiges Ungeziefer, auf der Jagd nach persönlichen Daten der Nutzer im gesamten Internet breit machen. Denn, wie Heise.de bereits im April berichtete, bestehen Facebooks “Gefällt mir”-Buttons aus einem kleinen HTML-Programm, das bereits vor dem Anklicken, noch während die Seite im Browser lädt, selbständig aktiv wird.

Dabei werden neben IP-Adresse auch die aufgerufene Internetadresse, das Facebook-Cookie und – sofern der Nutzer mit seinem Facebook-Account angemeldet ist – die Sitzungs-ID übermittelt.

Damit können die Betreiber des weltweit größten sozialen Netzwerks die entgegen dem Europarecht nach den USA übertragenen Daten den jeweiligen konkreten Nutzern zuordnen. Eine Anonymisierung erfolgt nicht.

Grund genug, dass sich Anwälte hierzulande sich mit dem heimlichen Datenklau durch die US-Firma beschäftigen und dabei auch die Betreiber, welche entsprechende Facebook-Buttons auf ihren Webseiten einbinden, ins Visier von Abmahnern geraten, wie Jura-Blogs bereits schon länger immer wieder berichten. Ansatzpunkte für Abmahn-Anwälte sind dabei sowohl die unerlaubte Verarbeitung persönlicher Daten als auch oftmals unzureichende Datenschutzerklärungen.

Rechtsexperte warnt vor Facebook-Like-Buttons

Diplom-Jurist Jens Ferner rät daher besonders ängstlichen Webmastern, lieber das Einbinden der Facebook-Buttons zu unterlassen. Wer trotzdem nicht auf die lästigen blauen Wanzen verzichten mag, sollte seine Nutzer in der Datenschutzerklärung darauf hinweisen und entsprechende Inhalte nur nach ihrer Zustimmung anzeigen.



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