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Verbraucherzentrale NRW verliert Finanzexperten Thomas Bieler an ING-Diba

Thomas Bieler hielt 20 Jahre lang der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen die Treue. Jetzt wechselt er zur Direktbank ING-Diba, berichtet Finanzjournalist Andreas Kunze. Die Veränderung von Herrn Bieler wird dabei nicht unkritisch gesehen, da sein neuer Arbeitgeber seit einigen Jahren auf der Spenderliste der Verbraucherzentrale steht.

So überwies die ING-Diba in den Jahren 2005 und 2006 jeweils 50.000 Euro und in 2007 62.500 Euro an den Förderverein der Verbraucherzentrale NRW. Ob die Bank damit die Tätigkeit der Verbraucherschützer beeinflusste, wage ich zu bezweifeln, denn deren Gesamteinnahmen summieren sich auf mehr als 20 Millionen Euro pro Jahr. Zudem ist die ING-Diba nicht der einzige Spender. Sie reiht sich ein zwischen Postbank, diversen Sparkassen und Stadtwerken. Die gesamten Unternehmensspenden machten dabei im Jahre 2007 noch nicht einmal 5 Prozent des Umsatzes aus. Trotzdem scheint die Verbrauchzentrale NRW zunehmend auf Privat- und Unternehmensspenden angewiesen zu sein. Die Zuwendungen durch das Land, einzelne Ministerien und die EU sind seit Jahren leicht aber kontinuierlich rückläufig. Gemäss Geschäftsbericht 2007 erwirtschafteten die Verbraucherschützer in NRW ein kleines Plus, gemessen am Umsatz. Auch die Eigenkapitalquote in Höhe von nur 7,4 Prozent (2007) sieht nicht gut aus. Wobei als Verein sowieso keine Gewinnorientierung gegeben ist. Zudem hat die Verbraucherzentrale gerade einen ihrer wichtigen Kostenfaktoren zu Lasten der ING-Diba abgebaut.

Die weitere Eintwicklung des Verhältnisses Spenden zu öffentlichen Zuwendungen bleibt abzuwarten. Im Moment sehe ich jedoch keine Gefahr für die Objektivität der Verbraucherzentrale NRW.



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