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AGG-Versicherung gegen Diskriminierungsschäden sinnvoll?

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz ist nun ein Jahr in Kraft. Es schützt Mitarbeiter oder Bewerber vor Benachteiligung aufgrund ihrer Rasse, ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion, Weltanschauung (nur im arbeitsrechtlichen Bereich), Behinderung, Alter oder sexueller Identität. Die Versicherungsbranche hat darauf schnell reagiert und bietet als Ergänzung der D & O-Policen (Directors-and-Officers-Versicherung) auch die Absicherung von finanziellen Schäden, welche im Umgang mit Mitarbeitern oder Bewerbern entstehen könnten, wie Schadenersatzforderungen oder Anwalts- und Prozesskosten. Wie Allianz-Experte im Bereich Firmenversicherung, Dieter Schimmer, berichtet, ist diese AGG-Versicherung vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen bis 50 Millionen Euro Jahresumsatz interessant, die sich keine eigene Rechtsabteilung leisten und im Falle einer Klage selbst damit zurecht kommen müssen. Die Schadenersatzforderungen können dabei schnell 100.000 Euro erreichen. Dies betrifft zunächst Unternehmen, welche nur im deutschen Markt tätig sind. Aber auch international operierende Konzerne könnten betroffen sein, denn das Recht gestaltet sich in jedem Land anders, was eine deutsche Rechtsabteilung allein nicht abdecken kann. In der EU wird durch die Umsetzung der Antidiskriminierungs-Richtlinien zunehmend auch der Anstellungsvertragsrechtsschutz, die EPLI – Employment Practices Liability Insurance, interessant, eine Police, die gerade in den USA notwendig scheint. Menschen machen Fehler und selbst in grossen Konzernen, die eigentlich souveräne Personalmitarbeiter haben müssen, wird gerne mal nach der politischen Gesinnung gefragt und die Entscheidung auf die Antwort des Bewerbers abgestellt (eigene Erfahrungen aus zwei deutschen marktführenden Grossbanken). Ja ja, liebe Vorstände, Eure Mitarbeiter lehnen sich manchmal sehr weit hinaus.

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