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Fragen und Antworten zum Krankenkassen-Zusatzbeitrag 2011

Der Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen belastet die Geldbeutel der Versicherten monatlich – ein Grund für hunderttausende Patienten, die Kasse zu wechseln. Vor allem die Barmer GEK und die Technikerkrankenkassen profitieren von diesem Trend des Kassenwechsels, denn sowohl die TK, als auch die BEK gehören zu den Kassen, die keine Zusatzbeiträge verlangen. Insgesamt besteht derzeit eine große Unsicherheit bei den Versicherten, es ergeben sich zahlreiche Fragen zum Zusatzbeitrag 2011.

Kündigung und Kassenwechsel

Erst das Recht auf Sonderkündigung der Versicherten, wenn die Kasse die Beiträge erhöht, führte zu diesem massiven Mitgliederschwund bei manchen Krankenkassen. Dieses Recht besteht ab dem Zeitpunkt der Ankündigung der Beitragserhöhung, bis zur erstmaligen Kassierung des Zusatzbeitrages. Das Krankenkassen-Sonderkündigungsrecht wird in § 175 SGB V festgehalten, auf den sich die Versicherten in ihrem Kündigungsschreiben berufen sollten. Dabei muss nicht befürchtet werden, dass der Versicherungsschutz bei einem Wechsel der Kasse gefährdet wird: sollte der Wechsel aus etwaigen Gründen nicht stattfinden, so wird das bis dato bestehende Versicherungsverhältnis mit der alten Kasse fortgesetzt.

Zahlungsmodalitäten

Die Höhe des Zusatzbeitrages legt jede Krankenkasse selbst fest. Auch eine Begrenzung der Zusatzbeitragshöhe ist seit dem Jahr 2011 nicht mehr vorgesehen, ehemals lag sie bei maximal 37,50 Euro im Monat. Anders als beim eigentlichen Krankenkassenbeitrag, der von Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemeinsam bezahlt wird, wird der Zusatzbeitrag direkt an die Kasse entrichtet, und zwar nur durch den Arbeitnehmer. Eine Einzugsermächtigung muss der Krankenkasse dafür nicht gewährt werden, die Bezahlung ist auch per Dauerauftrag oder Einzelüberweisung möglich. Bei einer laufenden Kündigung besteht keine Pflicht, den Zusatzbeitrag zu entrichten.

Wer den Zusatzbeitrag nicht bezahlt, muss mit Konsequenzen im Rahmen eines Mahnverfahrens rechnen, was in den meisten Fällen zusätzliche Kosten aufwirft, beispielsweise in Form des von den Kassen erhobenen Verspätungszuschlags, der bei einem Betrag von mindestens 20 Euro beginnt und seitens der Kasse auf das
Dreifache des eigentlichen Zusatzbeitrages festgelegt werden kann.

Zahlungsbefreiung

Nicht jeder Versicherte muss den Zusatzbeitrag entrichten: von der Zahlung befreit sind Versicherte, die gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren oder ALG II Empfänger bzw. Sozialhilfeempfänger sind. Eine Zahlungsbefreiung ist ansonsten nicht vorgesehen, alle Versicherten der Krankenkasse müssen den Zusatzbeitrag entrichten, sofern sie nicht zu der angesprochenen Personengruppe gehören oder über die Familie mitversichert sind.

Dieser Fachbeitrag wurde verfasst von R. Meinhardt. Neben dem Studium veröffentlicht der Autor regelmäßig auf blkk.de Fachartikel zu den Themen Versicherung, Banking, Leasing und Kredite.



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